Yoga

Yoga
© Gerd Altmann / pixabay.de

Definition: Was ist Yoga?

Yoga ist eine altindische, philosophische Lehre, in deren Zentrum die Vereinigung von Körper, Geist und Seele steht. Hauptziel des Yoga ist die „befreiende Erlösung“. In Anlehnung an diese Lehre entwickelte sich in verschiedenen spirituellen Systemen ein praktischer Erlösungsweg. Die in der westlichen Welt am häufigsten praktizierten Yoga-Formen umfassen hauptsächlich Körperübungen (Asanas) und Atemübungen (Pranayama). Der klassische „Leitfaden des Yoga“ beinhaltet einen achtgliedrigen Pfad (Übungsweg), der sich aus folgenden Gliedern oder Stufen zusammensetzt:

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1.         Bändigung

2.         Zucht

3.         Körperübungen (Asana = Sammelbezeichnung für Stellungen im Yoga)

4.         Atemübungen (Pranayama)

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5.         Abwendung von der sinnlichen Wahrnehmung

6.         Konzentrationsübungen

7.         Konzentrierte Versenkung

8.         Innere Versenkung

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Heutzutage wird Yoga allgemein als Verfahren zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit und vor allem als Entspannungsmethode angewendet. Der Begriff „Yoga-Lehrer“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung.

Durchführung: Wie wird Yoga durchgeführt?

Yoga findet in Gruppen oder Einzelsitzungen statt. Yoga-Kurse werden von Volkshochschulen, privaten Schulen, Yoga-Zentren, verschiedenen Sportvereinen und Krankenkassen angeboten. Eine typische Sitzung beginnt mit der mentalen Vorbereitung (Stufe eins und zwei), die das Ziel hat, den Alltag hinter sich zu lassen. Entsprechend der Stufen drei und vier folgt eine Reihe von verschiedenen Atemübungen (Pranayama) und Körperhaltungen (Asana), beispielsweise der Lotus-Sitz. In der mittleren Phase werden insbesondere die physischen Fähigkeiten trainiert. Eine Yoga-Einheit endet mit Entspannungs- und Versenkungsübungen (Stufen fünf bis acht).

Empfehlenswert sind zweimal am Tag 20 bis 30 Minuten Yoga. Im Gegensatz zum klassischen Yoga, bei dem ein Verharren in den Haltungen vorgesehen ist, werden beim Power-Yoga und Ashtanga-Yoga die Bewegungen in schneller Abfolge ausgeführt.

Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete von Yoga?

Yoga stimuliert den Stoffwechsel und kräftigt das Nervensystem. Gleichzeitig lassen sich mithilfe der Atemübungen Verspannungen lösen und Stress abbauen. Allgemein kann Yoga unter folgenden Gesichtspunkten angewendet werden:

  • Als Lernmethode, durch die das Leben mit den übergeordneten Prinzipien in Übereinstimmung gebracht wird (spirituelle Ziel)
  • Als körperliche Betätigung zur Förderung der physischen Beweglichkeit, Koordination und Entspannung (Prävention)
  • Als Behandlung bestimmter Symptome oder Krankheiten als ergänzende Maßnahmen, sowie als alleiniges Behandlungsverfahren bei Stress, Unruhezuständen und Schlafstörungen (medizinisch-therapeutisches Ziel)

Wenn beim Yoga ein medizinisch-therapeutisches Ziel im Vordergrund steht, ist das Zusammenstellen von Übungsprogrammen nur mit Ärzten und Heilpraktikern erlaubt. Dabei ist eine begleitende Kontrolle der Behandlung ratsam.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt Yoga?

Grundsätzlich ist es ratsam, sich vor bestimmten Yoga-Übungen, wie extremen Körperhaltungen und Verlangsamung der Atmung, ärztlich untersuchen zu lassen. Für Menschen mit erhöhtem Blutdruck (Hypertonie) sind solche Yoga-Übungen nicht geeignet, bei denen der Kopf tiefer liegt als der Körper. Möchte man mit Yoga den Blutdruck senken, ist dies nach ärztlicher Absprache möglich und gegebenenfalls mit einer Anpassung der Medikamentendosis verbunden.

Nach einem Yoga-Training kann man sich etwas benommen fühlen. In diesem Fall ist es besser, die Teilnahme am Straßenverkehr so lange aufzuschieben, bis sich der Zustand gebessert hat. Das gilt für alle Tätigkeiten, bei denen Gleichgewichtssinn und Konzentrationsvermögen erforderlich sind (zum Beispiel das Bedienen von Maschinen).

Schwangere können an Yoga-Kursen teilnehmen, ohne jedoch die Übungen mitzumachen, bei denen der Unterleib beansprucht wird und der Druck im unteren Bauchraum ansteigt. Um welche Körperpositionen es sich dabei handelt, kann im konkreten Fall der Trainer beantworten und darauf hinweisen.

Bei älteren Menschen empfiehlt es sich, die Belastbarkeitsgrenze nicht zu überschreiten. Für Kinder gibt es spezielle Kinder-Yoga-Kurse. Bei diesen Übungen achtet der Yoga-Lehrer darauf, dass die Gelenke nicht zu sehr beansprucht werden, da das Wachstum noch nicht abgeschlossen ist.

Weitere Informationen

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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Berufsverband der Yoga-Lehrenden in Deutschland e.V.: www.yoga.de (Abruf: 11/2017)
Wörle, L., Pfeiff, E.: Yoga als Therapie: Praktische Übungen für Gesundheit und Wohlbefinden. Urban und Fischer, München 2012