Blutzucker-Selbstmessung bei Diabetes mellitus

Blutender Finger
© Michael Horn / pixelio.de

Definition: Was ist eine Blutzucker-Selbstmessung?

Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist es generell wichtig, den Blutzuckerwert regelmäßig zu kontrollieren. Die Blutzucker-Selbstmessung ist dazu geeignet und besonders für Diabetiker wichtig, die sich Insulin selber spritzen. Für sie gehört es zum Alltag dazu, sich mehrmals täglich den Blutzucker zu messen. Wie sie mit dem Messgerät korrekt umgehen und wie sie auf die gemessenen Werte reagieren müssen, lernen Diabetiker in speziellen Schulungen.

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Die Blutzucker-Selbstmessung können Diabetiker einfach und überall mithilfe eines Blutzucker-Messgeräts selbst vornehmen. Hierzu pieksen sie sich mit einer Lanzette (Nadel) oder einer speziellen Stechhilfe in eine Fingerkuppe und tragen den Blutstropfen auf einen Teststreifen auf, der mit einem Ende im Messgerät steckt. Dieses misst die Blutzucker-Konzentration und zeigt sie auf einem Display an.

Durchführung: Wie wird die Blutzucker-Selbstmessung durchgeführt?

Für die Blutzucker-Selbstmessung werden benötigt:

  • Blutzucker-Messgerät
  • Lanzette (Nadel)/Stechhilfe
  • Teststreifen
  • Diabetes-Pass oder Diabetes-Tagebuch (zum Eintragen der Blutzuckerwerte)

So misst man den Blutzucker:

  • Vor der Messung die Hände waschen
  • Teststreifen in das Messgerät einlegen
  • Mit der Nadel in die Fingerkuppe stechen
  • Den Finger ganz leicht massieren, bis ein Blutstropfen heraustritt
  • Den Blutstropfen auf den Teststreifen auftragen
  • Abwarten, bis das Messgerät die Ergebnisse anzeigt
  • Notieren der Ergebnisse im Diabetes-Pass

Anwendungsgebiete: Wann ist eine Blutzucker-Selbstmessung notwendig?

Die Blutzucker-Selbstmessung ist eine Möglichkeit, den eigenen Blutzuckerwert regelmäßig und mehrmals am Tag zu bestimmen. Vor allem Menschen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), die auf eine Insulintherapie angewiesen sind, nutzen die Blutzucker-Selbstmessung. Sie können dann zum Beispiel vor dem Spritzen von Insulin ihren Blutzucker kontrollieren und daraus die benötigte Insulin-Dosis ableiten. Außerdem können die Betroffenen schnell selber feststellen, ob sie unter- oder überzuckert sind.

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Bei einer zu niedrigen Blutzucker-Konzentration spricht man von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Zu hohe Blutzuckerwerte dagegen bezeichnet man als Überzuckerung (Hyperglykämie). Die Richtwerte sind eine Orientierungshilfe und können in bestimmten Fällen – zum Beispiel bei Kleinkindern – von den genannten Zahlen abweichen.

Für Diabetiker, die kein Insulin benötigen und zum Beispiel mit Medikamenten in Tablettenform behandelt werden können (Diabetes Typ 2), bietet die Blutzucker-Selbstmessung bislang keinen nachweisbaren Vorteil.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt die Blutzucker-Selbstmessung?

Bei sachgemäßer Durchführung der Blutzucker-Selbstmessung sind keine Risiken und Komplikationen zu erwarten. Der Pieks in die Fingerkuppe kann als unangenehm bis leicht schmerzhaft empfunden werden. Es empfiehlt sich daher, nicht immer denselben Finger zu nehmen und nicht in die Mitte der Fingerbeere sondern seitlich in die Haut zu stechen.

Die Lanzette, beziehungsweise die Stechhilfe, ist ein scharfer Gegenstand und birgt deshalb ein – wenn auch geringes – Verletzungsrisiko. Selten treten Entzündungen und Infektionen im Bereich des Einstichs auf.

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Autor: Dr. med. M. Waitz

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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Diabetes-Gesellschaft e.V.: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de (Abruf: 10/2017)
Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 10/2017)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Urin- und Blutzuckerselbstmessung bei Diabetes mellitus Typ 2. Online-Publikation (www.iqwig.de)