Elektroenzephalografie (EEG)

Nervensystem
© Gerd Altmann / pixabay.de

Definition: Was ist eine Elektroenzephalografie?

Die Elektroenzephalografie (EEG) ist eine Methode zur Messung von Hirnströmen. Nervenzellen erzeugen elektrische Impulse, um Informationen weiterzugeben. Bei bestimmten Krankheiten sind die elektrischen Signale verändert. Solche Veränderungen im Gehirn lassen sich mit einem EEG erkennen. Dazu werden außen auf dem Kopf mehrere Elektroden aufgebracht und die Hirnströme gemessen.

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Durchführung: Wie wird eine Elektroenzephalografie durchgeführt?

Bei der Elektroenzephalografie wird eine mit Elektroden besetzte Kappe auf den Kopf gesetzt. Die Elektroden sind mit einem Gerät verbunden, das die Potenzialschwankungen der elektrischen Impulse der Hirnströmungen aufzeichnet. Das bedeutet, dass sich die natürlich vorkommenden Spannungen zwischen zwei Nervenimpulsen messen lassen. Bei der Untersuchung von Schlafstörungen werden die Hirnströme während einer gesamten Schlafphase aufgezeichnet.

Die grafische Wiedergabe dieser Impulse nennt man Elektroenzephalogramm. Nur in der Schlafmedizin ist es unter bestimmten Umständen möglich, während der Untersuchung zu schlafen. In allen anderen Fällen ist entspanntes, aber waches Liegen angebracht. Die Elektroenzephalografie dauert in der Regel maximal eine halbe Stunde. Besondere Reizungen zum Ende der Aufzeichnung erhöhen die Aussagekraft des Elektroenzephalogramms.

Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete der Elektroenzephalografie?

Bei der Diagnose und Untersuchung von Epilepsie (Fallsucht) gehört die Elektroenzephalografie zur Standardmethode. Durch moderne Verfahren wie die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) hat sie in einigen anderen Bereichen an Bedeutung verloren. Weil die Diagnostik per Elektroenzephalografie jedoch unkompliziert und ohne Risiko ist, wird sie immer noch häufig durchgeführt. Sie liefert nicht nur Hinweise auf eine Epilepsie, sondern auch auf weitere Hirnerkrankungen wie Gehirnentzündungen und Hirntumoren hin. Mit einem EEG kann außerdem der Hirntod festgestellt werden, da dann keine Hirnströme mehr messbar sind. Auch in der Schlafmedizin kommt der Elektroenzephalografie eine bedeutende Rolle zu.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt eine Elektroenzephalografie?

Die Elektroenzephalografie ist eine völlig harmlose, schmerzfreie, nicht-invasive Untersuchungsmethode. Die gemessenen elektrischen Spannungen stammen aus dem Gehirn. Vom Messgerät selbst geht keine Spannung aus.

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Weitere Informationen

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Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Ebner, A.: EEG. Thieme, Stuttgart 2010
Pritzel, M. et al.: Gehirn und Verhalten: Ein Grundkurs der physiologischen Psychologie. Springer, Heidelberg 2009
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017