Hörtests

Ohr
© Rainer STurm / pixelio.de

Definition: Was sind Hörtests?

Hörtests bezeichnen eine Reihe von Verfahren, durch die sich Hörstörungen diagnostizieren lassen. Neben der Art der Hörstörung werden Schweregrad und Ort bestimmt. Je nach Verdacht auf eine Erkrankung kann der Hals-Nasen-Ohrenarzt unterschiedliche Hörtests durchführen.

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Durchführung: Wie werden Hörtests durchgeführt?

Es gibt subjektive und objektive Hörtests. Bei subjektiven Hörtests ist der Patient aktiv beteiligt, indem er auf den Hörreiz reagiert – bei objektiven Hörtests bleibt er dagegen passiv.

Subjektive Hörtests

Tonschwellenaudiogramm: Bei diesem subjektiven Hörtest erklingen nacheinander Töne in unterschiedlicher Frequenz und Lautstärke. Sobald der Ton hörbar ist, gibt der Patient ein Zeichen. Im Anschluss kann der Hals-Nasen-Ohrenarzt die Hörschwelle bestimmen.

Sprachaudiogramm: Über einen Kopfhörer ertönen Zahlen und Wörter, die der Patient nachsprechen soll. Dabei misst der Hals-Nasen-Ohrenarzt den Schalldruckpegel, bei dem die Hälfte der Zahlen verständlich ist. So lassen sich der Hörverlust für Sprache und die maximale Verständlichkeit ermitteln. Vor allem vor der Anpassung eines Hörgeräts wird dieser subjektive Hörtest durchgeführt.

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Stimmgabelprüfung: Mithilfe dieses subjektiven Hörtests lässt sich zwischen Innenohr- und Mittelohrschwerhörigkeit unterscheiden. Dazu setzt der Hals-Nasen-Ohrenarzt eine angeschlagene Stimmgabel auf die Medianlinie des Schädels des Untersuchten auf. Die Vibration wird über den Schädelknochen in beide Innenohre übertragen und als Ton wahrgenommen.

Objektive Hörtests

Impedanzprüfungen: Impedanzprüfungen sind objektive Hörtests, die den akustischen Widerstand am Trommelfell messen. Das Trommelfell reflektiert einen Teil der Schallwellen, den anderen Teil leitet es weiter über das Mittelohr zum Innenohr. Die Schallreflexion hängt vom Spannungszustand des Trommelfells ab und ermöglicht Rückschlüsse auf die Trommelfelleigenschaften.

Otoakustische Emissionen (OAE): Otoakustische Emissionen beschreiben Schallwellen, die von den äußeren Haarzellen ausgesendet werden. Diese Töne lassen sich mit Messgeräten im äußeren Gehörgang auffangen. Dieser objektive Hörtest eignet sich vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.

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Akustisch evozierte Potentiale (AEP): Bei diesem objektiven Hörtest hört der Patient bestimmte Reize über den Kopfhörer, zum Beispiel Klickgeräusche, durch die im Gehirn elektrische Impulse entstehen. Diese Impulse lassen sich mit Kopf-Elektroden (EEG) messen.

Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete von Hörtests?

Hörtests werden durchgeführt, wenn eine Hörminderung oder der Verdacht auf eine Hörstörung vorliegt. Ursachen können beispielsweise ein Hörsturz oder akuter Tinnitus (Ohrgeräusche) sein. Infekte wie Mittelohrentzündungen (Otitis media) sowie Verletzungen des Trommelfells oder der Gehörknöchelchen können ebenfalls zu Hörstörungen führen.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken bergen Hörtests?

Soweit bekannt, liegen bei der Durchführung von Hörtests keine Risiken und Komplikationen vor.

Weitere Informationen

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Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
Nagel, P. et al.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Urban & Fischer, München 2009
Strutz, J.: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Thieme, Stuttgart 2010