Bauchschmerzen

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen sind keine Krankheit, sondern Symptome, die auf eine Erkrankung hindeuten können. Sie können sehr unterschiedliche Ursachen haben und in den verschiedensten Formen auftreten. Vor allem sehr starke akute sowie lang anhaltende, chronische Bauchschmerzen sollten ernst genommen und mit dem Arzt besprochen werden. Meist steckt aber eine harmlose Ursache hinter den Beschwerden, zum Beispiel zu schnelles oder falsches Essen, ein Darminfekt, Stress oder Verstopfung (Obstipation).

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Hinter Bauchschmerzen können aber auch eine Reihe von Erkrankungen stecken, zum Beispiel eine Blinddarmentzündung (Appendizitis), eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit (zum Beispiel Laktose-Intoleranz), eine Magenschleimhaut-Entzündung (Gastritis), Chronisch entzündliche Darmkrankheiten (CED) oder, in seltenen Fällen, Darmkrebs. Wiederkehrende Bauchschmerzen ohne körperlich erklärbare Ursache sind ein möglicher Hinweis auf einen Reizdarm. Außer dem Magen-Darm-Trakt können auch andere Organe Bauchschmerzen verursachen, dazu gehören beispielsweise Menstruationsstörungen (wie Regelschmerzen) oder eine Blasenentzündung (Zystitis).

Beschwerden: Wie äußern sich Bauchschmerzen?

Bauchschmerzen können sich ganz unterschiedlich äußern. Sie treten entweder plötzlich (akut) oder dauerhaft und wiederkehrend (chronisch) und – je nach Ursache – an verschiedenen Bereichen des Bauchs (Abdomen) auf. Bauchschmerzen können als stechend, dumpf, krampfartig oder kolikartig empfunden werden. Häufig gehen die Beschwerden mit anderen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhö) oder Verstopfung (Obstipation) einher.

Diagnose: Wie werden Bauchschmerzen diagnostiziert?

Da die Ursachen von Bauchschmerzen vielfältig sein können, ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt sehr wichtig. Der Arzt fragt zum Beispiel nach der Lebensweise, Ernährungsgewohnheiten, Vorerkrankungen, Operationen sowie weiteren Beschwerden.

Anschließend untersucht er den Bauch gründlich und lokalisiert den Schmerz. Mit sanftem Drücken und Loslassen wird geprüft, wie schmerzempfindlich der Bauchraum ist. Gegebenfalls erfolgt anschließend eine Untersuchung des Enddarms mit dem Finger (rektale Untersuchung). Liefert die körperliche Untersuchung keine ausreichenden Ergebnisse, um die Diagnose zu stellen, können unter anderem folgende Untersuchungsmethoden Aufschluss über die Ursache der Bauchschmerzen geben:

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Behandlung: Wie können Bauchschmerzen behandelt werden?

Die Therapie von Bauchschmerzen hängt von ihrer Ursache ab. Ernährungs- oder stressbedingte Bauchschmerzen lassen sich häufig durch eine Änderung der Ess- beziehungsweise Lebensgewohnheiten in den Griff bekommen. Bei einer Darminfektion können gegebenenfalls Antibiotika notwendig sein.

Um die Beschwerden bei Bauchschmerzen zu lindern, helfen schmerzstillende und krampflösende Medikamente. Außerdem sollte man sich schonen und üppige, fettreiche Mahlzeiten vermeiden. Stecken ernste Erkrankungen wie ein Darmverschluss (Ileus) oder Darmkrebs hinter den Bauchschmerzen, sind spezielle Therapien und gegebenenfalls operative Eingriffe notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose von Bauchschmerzen?

Die Prognose von Bauchschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Während sich „harmlose“ Bauchschmerzen, zum Beispiel durch zu schnelles Essen, meist nach kurzer Zeit von alleine bessern, sind Erkrankungen wie ein Reizdarm oder Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) oft langwieriger. Eine akute Darminfektion heilt bei entsprechender Behandlung in der Regel nach etwa einer Woche ab. Bei schwerwiegenden Ursachen von Bauchschmerzen, wie Darmkrebs, hängt die Prognose von der Art und dem Ausmaß der Erkrankung ab.

Vorbeugung: Wie kann man Bauchschmerzen vorbeugen?

Manchen Ursachen von Bauchschmerzen lässt sich schwer vorbeugen, zum Beispiel einem Darminfekt. Grundsätzlich kann man jedoch einige Dinge beachten, um Bauchschmerzen vorzubeugen. Hier einige Tipps:

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  • Essen Sie langsam und nicht zu üppige, fettreiche Mahlzeiten.
  • Meiden Sie Speisen, die Sie nicht vertragen.
  • Essen Sie keine Lebensmittel, die nicht mehr frisch sind oder das Haltbarkeitsdatum überschritten haben.
  • Sorgen Sie für einen regelmäßigen Stuhlgang.
  • Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich Pausen.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Suchen Sie einen Arzt auf, vor allem wenn Sie unter starken oder wiederkehrenden Bauchschmerzen leiden.

Weitere Informationen

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Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. M. Waitz

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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2016
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017