Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brüste
© Bernd Hildebrandt / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Brustkrebs?

Als Brustkrebs oder Mammakarzinom bezeichnet man eine bösartige Gewebsneubildung der Brust. Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen von Frauen. Allein in Deutschland erkranken pro Jahr mehr als 70.000 Frauen an Brustkrebs. Die Krankheit fordert jährlich mehr als 17.000 Todesfälle. Brustkrebs tritt bei Frauen hauptsächlich zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr auf.

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Es gibt sehr viele Faktoren, die das Risiko erhöhen können, an Brustkrebs zu erkranken:

  • steigendes Alter
  • Brustkrebs oder Eierstockkrebs in der Familie
  • bestimmte Erbanlagen (sogenanntes Brustkrebsgen; bei ca. 5 bis 10 Prozent der Frauen)
  • Brustkrebs in der Vorgeschichte
  • frühe erste Regelblutung, spät eintretende Wechseljahre
  • Übergewicht (Adipositas)
  • höheres Alter bei Geburt des ersten Kindes (> 30 Jahre)
  • Frauen, die keine Kind geboren haben
  • Hormonersatztherapie (zum Beispiel in den Wechseljahren)
  • gutartige Brusterkrankung in der Vorgeschichte (Mastopathie)
  • regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Bewegungsmangel
  • aktives und passives Rauchen
  • fettreiche Ernährung

Beschwerden: Wie äußert sich Brustkrebs?

Brustkrebs verursacht nur selten Schmerzen oder spezifische Symptome. Häufig entdecken die betroffenen Frauen zufällig eine knotige Veränderung bei der Selbstuntersuchung der Brust. Darüber hinaus können folgende Merkmale auf Brustkrebs hinweisen und sollten stets ärztlich abgeklärt werden:

  • Vorwölbung oder Einziehung der Haut an einer Stelle der Brust
  • Veränderung der Brustgröße und Brustform
  • länger andauernde Rötung der Brust
  • Veränderungen der Brustwarze (Einziehung, Verhärtung, Entzündung, Flüssigkeitsabsonderung)
  • Schwellungen der Achselhöhle
  • unerklärliche Schmerzen in einer oder beiden Brüsten
  • Gewichtsverlust aus nicht ersichtlichen Gründen

Diagnose: Wie wird Brustkrebs diagnostiziert?

Wenn eines der beschriebenen Anzeichen zutrifft oder im Rahmen einer Untersuchung auffällt, muss Brustkrebs stets ausgeschlossen werden. Die Diagnostik kann dabei folgendermaßen ablaufen:

  • Inspektion der Brust: Der Arzt inspiziert die Brust nach auffälligen, sichtbaren Veränderungen.
  • Tastuntersuchung der Brust: Jede Stelle der Brust wird im Stehen und im Liegen genauestens hinsichtlich Auffälligkeiten abgetastet.
  • Tastuntersuchung der Lymphknoten: Nach der Tastuntersuchung der Brust schließt sich die Tastuntersuchung der benachbarten Lymphknoten an, die im Rahmen der Erkrankung verändert sein können.
  • Ultraschall der Brust und der Lymphknoten: Bereits bei der Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kann der Arzt häufig zwischen gutartigen und eventuell bösartigen Veränderungen unterscheiden.
  • Mammografie: Diese spezielle Röntgen-Untersuchung besitzt den größten Stellenwert in der Früherkennung von Brustkrebs, da mithilfe dieser Methode auch sehr kleine Veränderungen des Brustgewebes sichtbar werden.
  • Gewebeentnahme (Biopsie): Zur Klärung unklarer Befunde und zur Therapieplanung kann auch eine Gewebeentnahme notwendig sein.
  • Blut-Untersuchungen, um sogenannte Tumormarker im Blut ausfindig zu machen
  • Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) mit Kontrastmittel
  • Unter Umständen können weitere diagnostische Verfahren erforderlich sein

Behandlung: Wie kann Brustkrebs behandelt werden?

Zu Beginn der Brustkrebs-Therapie steht in den meisten Fällen eine Operation. Über das weitere Vorgehen entscheidet der Arzt individuell.

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Operation

Viele der betroffenen Frauen können sich heute einer Operation unterziehen, ohne dass die gesamte Brust entfernt werden muss (brusterhaltende Therapie). Ist der Tumor allerdings zu groß oder ist bereits Brustwand oder umgebende Haut befallen, ist eine Amputation der Brust (Mastektomie) unumgänglich. Bei diesem Eingriff entnimmt der Chirurg das gesamte Brustgewebe der betroffenen Seite. Eine operative Rekonstruktion der Brust kann im Anschluss erfolgen. Für die weitere Therapieplanung und die Prognosebestimmung müssen bei jeder Brustkrebs-Operation zudem die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt werden.

Strahlentherapie

Der brusterhaltenden Operation schließt sich in der Regel eine Bestrahlung der betroffenen Brust an. Dies reduziert das Risiko des Wiederauftretens des Brustkrebses (sogenanntes Rezidiv). Eine Strahlentherapie kann auch nach einer Mastektomie erfolgen, wenn die Gefahr eines Rezidivs besonders hoch ist. Über eine mögliche weitere Bestrahlung entscheidet der Arzt individuell.

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Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie von Brustkrebs ist sehr vielschichtig. Sie besitzt vor allem einen hohen Stellenwert in der Behandlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen). Zur Verfügung stehen antihormonelle Therapie, Chemotherapie sowie zielgerichtete Krebstherapien („targeted therapies“).

Die antihormonelle Therapie wird zur Behandlung von Brusttumoren eingesetzt, deren Wachstum von weiblichen Geschlechtshormonen (vorwiegend Östrogenen) abhängt. Das betrifft etwa zwei Drittel aller Mammakarzinome. Hierbei kommen antihormonelle Medikamente zum Einsatz, welche die Bildung oder Wirkung des Östrogens hemmen. Da die antihormonelle Therapie systemisch, also im ganzen Körper wirkt, greift sie auch bereits gebildete Tochtergeschwulste an. Welches antihormonelle Medikament geeignet ist, richtet sich danach, ob die betroffene Frau bereits in der Menopause ist oder nicht und wie weit der Brustkrebs bereits fortgeschritten ist.

Bei der Chemotherapie kommen Zellgifte, sogenannte Zytostatika, zum Einsatz. Diese Substanzen hemmen die Zellteilung. Zytostatika wirken jedoch unspezifisch, das heißt sie unterscheiden nicht zwischen gesunden und entarteten Zellen. Das hat zur Folge, dass bei einer Chemotherapie nicht nur entartete, sondern auch gesunde Zellen geschädigt werden. Dadurch entstehen unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall (Alopezie).

Im Gegensatz zu den Zytostatika wirken die zielgerichteten Krebstherapien spezifisch, das heißt sie greifen bestimmte Tumorzellen zielgenau an. Für die Brustkrebstherapie zugelassene Wirkstoffe sind Trastuzumab, Pertuzumab, Bevacizumab, Everolimus und Lapatinib. Diese Substanzen hemmen das Wachstum beziehungsweise die Blutversorgung von Tumorzellen, während gesunde Zellen weitestgehend geschont werden. Jedoch eignen sich diese Therapieansätze nur für Frauen, deren Tumorzellen bestimmte biologische Merkmale besitzen, zum Beispiel spezifische Veränderungen der Zelloberfläche. Daher muss der Arzt im Vorfeld der Behandlung untersuchen, ob die betroffene Frau für eine zielgerichtete Krebstherapie infrage kommt. Häufig werden dann Chemotherapie und zielgerichtete Therapie auch miteinander kombiniert, um die Wirksamkeit zu steigern.

Prognose: Wie ist die Prognose von Brustkrebs?

Die Prognose einer Brustkrebs-Erkrankung hängt von vielen Faktoren ab. Dank neuartiger, wirksamer Therapiemöglichkeiten und der Brustkrebs-Früherkennung hat sich die Prognose in den letzten Jahren jedoch deutlich verbessert. Grundsätzlich gilt: Je eher die Erkrankung entdeckt wird, umso besser die Prognose. Faktoren, die Einfluss auf die Prognose von Brustkrebs haben können, sind unter anderem:

  • Alter der betroffenen Person
  • Ausdehnung des Mammakarzinoms
  • Anzahl der befallenen Lymphknoten
  • mögliches Vorhandensein von Tochtergeschwulsten (Metastasen)
  • Beschaffenheit der Krebszellen (Histologie)
  • Erfolg der Therapie

Nach der Therapie ist eine langfristige Nachsorge zur frühen Erkennung von Rezidiven oder einer erneuten Brustkrebs-Erkrankung notwendig.

Vorbeugung: Wie kann man Brustkrebs vorbeugen?

Viele Risikofaktoren für Brustkrebs lassen sich nicht beeinflussen. Wichtig zur Früherkennung eines Mammakarzinoms sind insbesondere die Selbstuntersuchung der Brust, der regelmäßige Besuch der gynäkologischen Krebsvorsorge-Untersuchung und die Teilnahme am gesetzlichen Mammografie-Screening für Frauen im Alter zwischen 50 und 69.

Weitere Informationen

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Autor: Dr. med. Maximilian Eckerland
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft: Brustkrebs. www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 10/2017)
Deutsche Krebshilfe: Brustkrebs. www.krebshilfe.de (Abruf: 10/2017)
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2009/2010. Häufigkeiten und Trends. 9. Auflage. Robert Koch-Institut, Berlin 2013
Stauber, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013