Cholesterinerhöhung (Hypercholesterinämie)

Burger, Cheeseburger, Fleisch
© Lala Irène Randrianasolo / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Cholesterinerhöhung?

Als Cholesterinerhöhung oder Hypercholesterinämie bezeichnet man eine Erhöhung der Cholesterinwerte im Blut. Die Krankheit gehört zu den Störungen des Fettstoffwechsels. Als kritische Grenze zwischen normalem und erhöhtem Cholesterin gelten 200 bis 240 Mikrogramm Cholesterin pro Deziliter. Feste Richtwerte für den Cholesteringehalt gibt es allerdings nicht, da diese zusätzlich von individuellen Faktoren wie Bluthochdruck (Hypertonie), Übergewicht (Adipositas), Rauchen, Alter oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) abhängen. Neben dem Gesamtgehalt des Cholesterins ist zudem die Verteilung der einzelnen Cholesterinwerte entscheidend, da es sowohl „schlechtes Cholesterin“ (sogenanntes LDL-Cholesterin) als auch „gutes Cholesterin“ (sogenanntes HDL-Cholesterin) gibt.

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Es gibt verschiedene Gründe für eine Cholesterinerhöhung:

  • Polygene Hypercholesterinämie: Sie ist häufig Ursache einer Cholesterinerhöhung. Zugrunde liegen kleine genetische Veränderungen einiger Strukturen des Fettstoffwechsels. Durch hinzutretende Faktoren wie Übergewicht (Adipositas), falsche Ernährung, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann es dabei zu einer deutlichen Cholesterinerhöhung kommen.
  • Rein ernährungsbedingte Hypercholesterinämie: Auch durch falsche Ernährung allein kann eine Hypercholesterinämie entstehen, die allerdings meist nur mäßig ausgeprägt ist.
  • Sekundäre Hypercholesterinämie: Die sogenannte sekundäre Hypercholesterinämie ist Folge von anderen Erkrankungen oder Medikamenteneinahmen.
  • Weitere, seltene Ursachen: Es gibt vererbbare genetische Veränderungen, die ebenfalls eine Cholesterinerhöhung hervorrufen können.

 Beschwerden: Wie äußert sich eine Cholesterinerhöhung?

Die Cholesterinerhöhung an sich verursacht keine Symptome. Kleine Cholesterineinlagerungen im Bereich der Augen können einen Hinweis liefern; diese finden sich jedoch auch bei völlig gesunden Menschen. Weitere Anzeichen einer Hypercholesterinämie können knotige Fetteinlagerungen in der Haut (Xanthome) sowie eine Fettleber sein. Besteht die Cholesterinerhöhung über längere Zeit, kann es zu einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und infolgedessen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen. Je nach Sitz der Verkalkung sind dann Krankheitszeichen wie Herzschmerzen, Schmerzen beim Laufen, Sehstörungen oder Schwindel möglich. Bei einer stark ausgeprägten Cholesterinerhöhung kann auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) auftreten.

Diagnose: Wie wird eine Cholesterinerhöhung diagnostiziert?

Mithilfe einer Blut-Untersuchung kann man die erhöhten Cholesterinwerte sowie die Verteilung zwischen LDL- und HDL-Cholesterin bestimmen. Wichtig ist, dass die Untersuchung nüchtern stattfindet. Daher darf man zwölf Stunden vor der Blutentnahme nichts mehr essen. Liegt kein Anhaltspunkt für seltenere Ursachen oder eine sekundäre Hypercholesterinämie vor, etwa eine Schilddrüsenfehlfunktion, ist eine polygene Hypercholesterinämie als Ursache der Cholesterinerhöhung wahrscheinlich.

Behandlung: Wie kann eine Cholesterinerhöhung behandelt werden?

Zu Beginn der Therapie der Cholesterinerhöhung steht die Änderung der Lebens- und vor allem der Ernährungsgewohnheiten, um die Cholesterinwerte dauerhaft zu senken.

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Hierzu zählen:

  • Fettarme Ernährung
  • Pflanzliche Fette (zum Beispiel Olivenöl) statt tierischer Fette (etwa Butter) zum Kochen verwenden
  • Verzicht auf gesättigte Fettsäuren (Wurst, Käse, Butter, Sahne)
  • Umstieg auf ungesättigte Fettsäuren (vor allem Fisch)
  • Viele Ballaststoffe (viel Obst, Gemüse, Salat, Vollkorn)
  • Reduktion des Alkoholkonsums (am besten Verzicht)
  • Rauchen einstellen
  • Viel Bewegung und Sport

Führen diese Maßnahmen nicht zu einer Senkung der Cholesterinwerte, ist neben den Allgemeinmaßnahmen eine medikamentöse Therapie sinnvoll. Hierzu werden häufig sogenannte Statine (Fettsenker) eingesetzt. Bei den sekundären Hypercholesterinämien steht die Behandlung der Grunderkrankung, beispielsweise eines Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), im Vordergrund.

Prognose: Wie ist die Prognose einer Cholesterinerhöhung?

Eine über einen längeren Zeitraum bestehende Cholesterinerhöhung kann zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen. Diese kann neben Symptomen wie Herzschmerzen, Schwindel und Sehstörungen auch Durchblutungsstörungen der Beine oder sogar lebensbedrohliche Ereignisse wie einen Herzinfarkt oder Schlaganfall (Apoplex) verursachen. Um diese Komplikationen zu verhindern, ist das Einhalten der individuellen Zielwerte für das Cholesterin sehr wichtig. Allgemein ist ein Gesamtcholesterinwert unter 200 mg/dl empfehlenswert.

Vorbeugung: Wie kann man einer Cholesterinerhöhung vorbeugen?

Übergewicht (Adipositas) und zu fett- oder zu kalorienreiche Ernährung sind häufige Auslöser einer Cholesterinerhöhung. Daher lässt sich der Erkrankung mit Allgemeinmaßnahmen vorbeugen. Hierzu gehören unter anderem eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und Cholesterin, regelmäßige Bewegung sowie der Verzicht auf Nikotin und Alkohol.

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Autor: Dr. med. Maximilian Eckerland
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V.: www.lipid-liga.de (Abruf: 10/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Kasper, H. et al.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München 2009