Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Zigarette, Raucher, Hand
© Cheryl Holt / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung?

Unter dem Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) werden Erkrankungen der Atemwege zusammengefasst, die durch Husten, vermehrten Schleimauswurf, Atemnot und verengte Atemwege gekennzeichnet sind. Dafür verantwortlich sind dauerhafte Entzündungen. In erster Linie sind dies die chronische Bronchitis und das Lungenemphysem.

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In Deutschland leiden etwa 13 Prozent der Erwachsenen an COPD. Fast 90 Prozent der Betroffenen sind oder waren Raucher. Unter den Rauchern erkrankt aber nur jeder Fünfte im Laufe seines Lebens an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Das Rauchen ist deshalb der Hauptrisikofaktor der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Neben der zunehmenden Luftverschmutzung, zum Beispiel durch Feinstaub, spielen auch Gase und Staub eine Rolle, beispielsweise bei Bergleuten unter Tage. Des Weiteren gibt es Stoffwechselerkrankungen, die eine COPD begünstigen können (z.B. Alpha-1-Antitrypsinmangel).

Beschwerden: Wie äußert sich die chronisch obstruktive Lungenerkrankung?

Die Hauptsymptome der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind Auswurf, Husten und Atemnot (AHA-Symptome). Vor allem bei chronischer Bronchitis kommt Husten mit Auswurf, besonders morgens nach dem Aufstehen, häufig vor. Im Anfangsstadium liegt der Schwerpunkt in den kalten Jahreszeiten, im fortgeschrittenen Stadium tritt er auch ganzjährig auf.

Durch die zunehmende Verengung (Obstruktion) der Atemwege kommt es außerdem zu Atemnot (Dyspnoe), insbesondere in Belastungssituationen. Diese Dyspnoe ist auch das Hauptsymptom des Lungenemphysems (Überblähung der Lunge), bei dem es nur selten zu Husten mit Auswurf kommt. Bei einem Lungenemphysem ist vor allem das Ausatmen erschwert. Wiederholte Infekte der Bronchien und Lungen, bestimmte Medikamente mit Einfluss auf die Atmung und Luftverunreinigungen führen zur Verschlimmerung der COPD, den sogenannten Exazerbationen.

Diagnose: Wie wird die chronisch obstruktive Lungenerkrankung diagnostiziert?

Anhand der Symptome Husten, Auswurf und Atemnot liegt der Verdacht auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung nahe. Neben den Beschwerden und der Krankheitsgeschichte (Anamnese) steht beim Arztbesuch auch die Lebensweise im Mittelpunkt. Rauchen ist zusammen mit den Beschwerden ein wichtiger Hinweis auf COPD. Nach der körperlichen Untersuchung mit Blutdruckmessung und dem Abhören der Lunge (Atemgeräusche) liefern verschiedene Tests weitere Hinweise auf die chronisch obstruktive Lungenerkrankung:

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Behandlung: Wie kann die chronisch obstruktive Lungenerkrankung behandelt werden?

Bei der Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung gilt es zunächst, die Hauptursache der Lungenschädigung aufzugeben: das Rauchen. Dieser Schritt ist maßgeblich für den Erfolg der Behandlung. Zur nicht-medikamentösen Therapie gehören außerdem Atemphysiotherapie, Schulungen zum Umgang mit COPD im Alltag und körperliche Betätigung.

Die medikamentöse COPD-Therapie fußt auf bronchienweitenden, entzündungshemmenden und schleimlösenden Medikamenten. Als Wirkstoffgruppen kommen sogenannte Beta-2-Sympathomimetika, Anticholinergika, Kortison, Theophyllin und Schleimlöser (Mukolytika) infrage. Sie werden, je nach Schwere der COPD, als Inhalierspray, Tabletten oder Infusion eingenommen beziehungsweise verabreicht. Kommt es im Rahmen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung zu einer bakteriellen Infektion, werden Antibiotika verordnet.

Prognose: Wie ist die Prognose der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung?

Bleibt die chronisch obstruktive Lungenerkrankung unbehandelt, kann es zu schweren Verläufen kommen. Deshalb ist der frühzeitige Therapiebeginn entscheidend für die Prognose. Auch die Lebensweise, insbesondere das Rauchen, hat einen großen Einfluss auf die Heilungschancen. Wird trotz der Diagnose COPD weitergeraucht, schreitet die Lungenschädigung fort und es kommt zu einem Lungenemphysem (irreversible Lungenüberblähung).

Vorbeugung: Wie kann man der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung vorbeugen?

Da die chronisch obstruktive Lungenerkrankung vornehmlich bei Rauchern auftritt, ist Nichtrauchen die beste Vorbeugung. Außerdem ist es ratsam, berufsbedingte Belastungen durch Gase und Staub zu vermindern. Wer bereits an einer COPD leidet, sollte die verordneten Medikamente regelmäßig einnehmen, Atemgymnastik betreiben und versuchen, Infekte (wie Erkältungen, Grippe (Influenza)) zu vermeiden.

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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Baenkler, H.-W. et al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2012
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Nationale Versorgungsleitlinien der Bundesärztekammer (BÄK) et al.: COPD. AWMF-Leitlinien-Register Nr. nvl-003 (Stand: 01/2012)
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017