Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Knie
© Robert Babiak jun. / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Eierstockkrebs?

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist ein bösartiges Geschwür des Eierstocks. Die Eierstöcke liegen im kleinen Becken rechts und links der Gebärmutter. Der Krebs wächst sehr aggressiv und bildet relativ früh Tochtergeschwulste (Metastasen). In Deutschland erkranken jährlich rund 7.800 Frauen an Eierstockkrebs – Tendenz sinkend.

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Nach der FIGO-Klassifikation unterscheidet man vier Tumorstadien:

  • FIGO I: Der Tumor befällt einen oder beide Eierstöcke
  • FIGO II: Ausbreitung des Tumors im kleinen Becken
  • FIGO III: Ausbreitung des Tumors in der Bauchhöhle und/oder Befall der Lymphknoten
  • FIGO IV: Bildung von Metastasen außerhalb der Bauchhöhle

Die genaue Ursache von Eierstockkrebs ist weitgehend unbekannt. Eine frühes Einsetzen der Regelblutung und späte Wechseljahre (Klimakterium) sowie Kinderlosigkeit werden ebenso als begünstigende Faktoren diskutiert wie Übergewicht (Adipositas). Die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Anti-Baby-Pille hingegen senkt das Krebsrisiko. Auch eine genetische Veranlagung spielt bei Eierstockkrebs eine Rolle: Etwa fünf bis zehn Prozent der Betroffenen haben in ihrer Familie Fälle von Eierstock- oder Brustkrebs (Mammakarzinom). Eine Besonderheit des Ovarialkarzinoms ist der sogenannte Borderline-Tumor (Grenzfall-Tumor), der bösartig werden kann.

Beschwerden: Wie äußert sich Eierstockkrebs?

Es gibt keine typischen Anzeichen, die eindeutig auf Eierstockkrebs hinweisen. Dies erschwert es, Eierstockkrebs frühzeitig zu erkennen. Die ersten Symptome, wie Leistungsschwäche, Menstruationsstörungen, Verstopfung (Obstipation) und Schmerzen im Unterbauch, sind eher uncharakteristisch. Bei älteren Frauen mit Eierstockkrebs können regelähnliche Blutungen auftreten. Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs nimmt der Bauchumfang ohne eine Gewichtszunahme durch den Tumor sowie durch Wasseransammlungen häufig zu.

Diagnose: Wie wird Eierstockkrebs diagnostiziert?

Vermutet der Frauenarzt Eierstockkrebs, führt er zunächst eine gynäkologische Untersuchung durch. Er tastet den Bereich der Eierstöcke ab und führt anschließend eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) über die Bauchdecke und in der Scheide durch. Blut-Untersuchungen sowie weitere Untersuchungen wie eine Computertomografie (CT), Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) können folgen, um das Ausmaß der Erkrankung zu ermitteln. Sicher kann die Diagnose oft aber erst durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) gestellt werden, bei welcher der Arzt auch eine Gewebeprobe entnimmt und diese feingeweblich untersuchen lässt.

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Behandlung: Wie kann Eierstockkrebs behandelt werden?

Wie für die meisten Krebsarten, stehen als Behandlungsmöglichkeiten von Eierstockkrebs eine Operation und die Chemotherapie zur Verfügung. Entscheidend für das Therapieverfahren ist in erster Linie das Stadium des Tumors. In der Regel erfolgt eine Therapiekombination aus Operation und anschließender Chemotherapie. Selten wird danach noch eine Strahlentherapie eingesetzt. Um sicherzugehen, dass das Tumorgewebe vollständig entfernt ist, werden bei der Operation beide Eierstöcke, die Gebärmutter, das Bauchnetz sowie Teile des Bauchfells entfernt. In den meisten Fällen liegt eine fortgeschrittene Krebserkrankung der Eierstöcke vor. Im Anschluss an die Operation leitet der Arzt deshalb eine Chemotherapie ein. Eine Strahlentherapie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn Operation und Chemotherapie nicht ausreichend wirksam waren. Für bestimmte Tumoren des Eierstocks kommt eine Hormontherapie in Betracht.

Seit dem Jahr 2011 ist auch der Wirkstoff Bevacizumab für fortgeschrittenen Eierstockkrebs zugelassen. Bevacizumab bewirkt, dass der Tumor keine neuen Blutgefäße bilden kann und so nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Die Folge: Die Geschwulst stirbt langsam ab. Im Gegensatz zur Chemotherapie mit Zytostatika, bei der auch gesunde Zellen geschädigt werden, greift Bevacizumab gezielt Tumorzellen mit bestimmten Eigenschaften an. Daher bezeichnet man diese Form der Behandlung auch als zielgerichtete Krebstherapie („targeted therapy“).

Prognose: Wie ist die Prognose von Eierstockkrebs?

Die Heilungschance für Eierstockkrebs hängt von mehreren Faktoren ab. Die Tumorausdehnung beziehungsweise das Stadium des Tumors vor der Operation ist ebenso relevant wie der Tumortyp und ob nach der OP Tumorreste verblieben sind. Die Heilungsaussicht steigt, wenn der Tumor noch keine Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat und eine Operation und Chemotherapie durchgeführt werden.

Vorbeugung: Wie kann man einem Ovarialkarzinom vorbeugen?

Wirksame Maßnahmen, um Eierstockkrebs vorzubeugen, sind bislang nicht bekannt. Die Einnahme von Hormonpräparaten wie der Anti-Baby-Pille soll der Entstehung eines Ovarialkarzinoms entgegenwirken. Um Eierstockkrebs und andere Erkrankungen möglichst früh zu erkennen, empfiehlt es sich, regelmäßig zur Krebsvorsorge beim Frauenarzt zu gehen.

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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Aktualisiert durch: Simon Korn, Biologe
Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 10/2017)
Deutsche Krebshilfe: Krebs der Gebärmutter und Eierstöcke. www.krebshilfe.de (Abruf: 10/2017)
Petru, E. et al.: Praxisbuch Gynäkologische Onkologie. Springer, Heidelberg 2014
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2011/2012. Häufigkeiten und Trends. www.rki.de (Abruf: 10/2017