Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Unterleib Frau
© wetterliese / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Gebärmutterhalskrebs?

Ein Zervixkarzinom ist eine bösartige Geschwulst im unteren Drittel der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals. Eine Infektion mit den humanen Papillomviren (HPV) ist der bekannteste Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs. Die HPV-Typen 16 und 18 scheinen besonders oft an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt zu sein. Man vermutet, dass rund 70 Prozent der Fälle durch sie verursacht werden.

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Es gibt verschiedene Begleitfaktoren, die eine Rolle bei der Entstehung spielen, dazu gehören das Rauchen sowie Passivrauchen. Auch vorausgegangene Erkrankungen im Genitalbereich wie eine Ansteckung mit Chlamydien oder genitale Herpesinfektion erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs. Frauen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel durch Organtransplantationen oder eine HIV-Infektion, haben ein höheres Risiko, an einem Zervixkarzinom zu erkranken. Auch bei Frauen, die bereits viele Kinder bekommen haben, kann Gebärmutterhals vermehrt auftreten.

Gebärmutterhalskrebs wird überwiegend bei Frauen im durchschnittlichen Alter von 55 Jahren diagnostiziert. In Deutschland erkrankten 2013 rund 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa 1.550 starben an der Erkrankung. Die Zahl der Todesfälle ist durch Früherkennungsmaßnahmen jedoch stark zurückgegangen.

Beschwerden: Wie äußert sich Gebärmutterhalskrebs?

Ein Zervixkarzinom zeigt in frühen Stadien keine Symptome. Erst bei fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs kann es zu unregelmäßigen Blutungen, fleischfarbenem Ausfluss, Schleimabsonderungen oder unangenehmem Geruch aus der Scheide, Gewichtsabnahme ohne sichtbaren Grund, Schmerzen im Becken- oder Kreuzbereich oder Schmerzen beim Urin– oder Stuhlgang kommen.

Diagnose: Wie wird Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert?

Es ist ratsam, ab dem 20. Lebensjahr regelmäßig eine Krebsvorsorge durchführen zu lassen. Dabei entnimmt der Frauenarzt einen Abstrich (PAP-Test), tastet den Gebärmutterhals im Bereich der Scheide (Portio) ab und begutachtet diesen. Mit dem Abstrich lassen sich bereits Vorstadien von Gebärmutterhalskrebs feststellen.

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Bei Verdacht auf ein Zervixkarzinom gibt eine Gewebeprobe (Biopsie) erste Hinweise darauf, ob es sich tatsächlich um ein bösartiges Geschwulst handelt. Bestehen weiter Unklarheiten, empfiehlt sich eine Konisation, also eine kegelförmige Gewebeproben-Entnahme aus dem Gebärmutterhals. Um eine mögliche Verbreitung des Tumors (Metastasen) abzuklären, können weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie), Röntgen-Untersuchung, eine Computertomografie (CT), Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder endoskopische Untersuchungen, zum Beispiel des Dickdarms, sinnvoll sein. Mithilfe einer Blutuntersuchung kann der Arzt außerdem sogenannte Tumormarker ausfindig machen. Tumormarker sind Stoffe, die spezifisch von Tumorzellen gebildet werden und im Blut nachweisbar sind.

Behandlung: Wie kann Gebärmutterhalskrebs behandelt werden?

Je nach Krankheitsstadium und Gesundheitszustand entfernt der Arzt den Tumor operativ. In manchen Fällen ist es auch erforderlich, die gesamte Gebärmutter sowie die angrenzenden Lymphknoten und eventuell befallene Nachbarorgane zu entfernen, etwa Teile der Scheide. Eine weitere Therapieoption ist die Strahlentherapie, vor allem bei Tumoren, die weiter fortgeschritten sind, allein oder zusammen mit einer Chemotherapie. Bei der Chemotherapie kommen sogenannte Zytostatika zum Einsatz. Das sind Zellgifte, die in das Zellwachstum eingreifen und die Zellvermehrung hemmen. Empfehlenswert sind regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen, um eine mögliche Wiedererkrankung (Rezidiv) möglichst früh zu erkennen.

Prognose: Wie ist die Prognose von Gebärmutterhalskrebs?

So gut wie alle Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sind vollständig heilbar. Bei sehr frühen Stadien liegt die Heilungschance bei nahezu 100 Prozent. Wenn der Gebärmutterhalskrebs sich auf die Beckenwand ausgebreitet hat, liegen die Chancen auf Heilung bei etwa 30 bis 45 Prozent. Haben sich bereits Fernmetastasen gebildet, sind die Aussichten auf Heilung schlechter.

Vorbeugung: Wie kann man Gebärmutterhalskrebs vorbeugen?

Einer HPV-Infektion, dem Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs, lässt sich durch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr vorbeugen. Seit ein paar Jahren können sich Frauen zusätzlich gegen HPV impfen lassen. Mittlerweile ist in Europa ein Impfstoff verfügbar, der gegen insgesamt neun HPV-Typen schützt, darunter die Hochrisiko-Typen HPV 16 und 18. Am sinnvollsten ist eine HPV-Impfung vor dem ersten Sexualkontakt, aber auch für schon sexuell aktive Frauen kann eine Impfung infrage kommen. Haus- und Frauenärzte informieren über die Möglichkeiten der HPV-Impfung.

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Des Weiteren ist es äußerst wichtig, Vorsorge-Untersuchungen und Nachsorge-Untersuchungen für eine Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wahrzunehmen. In Deutschland haben Frauen ab dem 20. Lebensjahr gesetzlichen Anspruch auf eine jährliche gynäkologische Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt.

Weitere Informationen

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Autor: Marie-Luise Lemberg, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Berufsverband der Frauenärzte e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 11/2017)
Deutsches Krebsforschungszentrum: www.krebsinformationsdienst.de (Abruf: 11/2017)
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 11/2017)
Deutsche Krebshilfe e.V.: www.krebshilfe.de (Abruf: 11/2017)
Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) et al.: S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/033OL (Stand: 09/2014)
Robert Koch-Institut: Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. www.rki.de (Abruf: 11/2017)