Hämorrhoiden

Frau
© Hans Braxmeier / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind kleine Knoten am After. Es handelt sich dabei um erweiterte Blutgefäße des Enddarms. Die Knoten können sich vorwölben sowie sicht- und tastbar werden. Viele Menschen haben Hämorrhoiden: Hierzulande sind schätzungsweise 30 Prozent mehr oder weniger stark betroffen. Die häufigste Ursache von Hämorrhoiden ist andauernde Verstopfung (chronische Obstipation). Durch ständiges heftiges Pressen beim Stuhlgang können die Blutgefäße im Enddarm förmlich ausleiern. Begünstigt werden Hämorrhoiden durch mehrstündiges Sitzen am Tag, Bewegungsmangel sowie durch Übergewicht (Adipositas), angeborene Bindegewebsschwächen und Schwangerschaften. Hämorrhoiden kommen aber auch im Rahmen bestimmter Krankheiten, zum Beispiel Lebererkrankungen, vor.

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Beschwerden: Wie äußern sich Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden bereiten meist nur leichte Beschwerden. Typisch sind Jucken, Brennen oder Nässen am After, vor allem beim Stuhlgang. Gelegentlich werden die Knoten zufällig, zum Beispiel beim Waschen, ertastet. Hämorrhoiden können sich auch durch hellrotes Blut, das dem Stuhl aufgelagert ist, bemerkbar machen. Größere Hämorrhoiden verursachen meist mehr Beschwerden. Es kann zu einem unangenehmen Druck- und Fremdkörpergefühl am After kommen. Manchmal gehen auch unbemerkt kleine Mengen Stuhl ab.

Diagnose: Wie werden Hämorrhoiden diagnostiziert?

Hämorrhoiden sollten immer ärztlich abgeklärt werden, denn es könnte sich auch um weniger harmlose Knoten, wie zum Beispiel Analkrebs oder Darmkrebs, handeln. Der Arzt wird den Afterbereich zunächst genau betrachten und dann den Anus mit dem Finger austasten. Hämorrhoiden sind normalerweise nicht tastbar. Außerdem fordert er den Betroffenen auf zu pressen, weil dadurch manchmal die Hämorrhoiden zum Vorschein kommen. Mit einer Spiegeluntersuchung des Enddarms, der Proktoskopie, kann der Arzt die Hämorrhoiden genau betrachten. Dazu führt er ein schlauchartiges Instrument, das Endoskop, in den After ein und schiebt es bis in den Enddarm vor. Mit einer Zange kann er kleine Gewebeproben aus dem Darm entnehmen, die anschließend mikroskopisch untersucht werden. Im Anschluss können gegebenenfalls auch noch weitere Untersuchungen, zum Beispiel Blut-Untersuchungen, notwendig sein.

Behandlung: Wie können Hämorrhoiden behandelt werden?

Die Behandlung von Hämorrhoiden hängt von ihrem Ausmaß und den Beschwerden ab. Wenn die Hämorrhoiden jucken, kann der Arzt Cremes oder Salben gegen die Beschwerden verschreiben. Sie wirken unter anderem entzündungshemmend. Bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden sind meist eingreifende Maßnahmen notwendig. Dabei kommen folgende Verfahren in Frage:

  • Verödung (Sklerosierung): Durch Einspritzen einer Lösung an den Ursprung der Hämorrhoide wird der Blutzufluss unterbunden und der Knoten schrumpft.
  • Gummibandligatur: Über die Hämorrhoide wird ein Gummiring gestülpt. Die Hämorrhoide bekommt kein Blut mehr und stirbt ab.
  • Hämorrhoidektomie: Die Hämorrhoiden werden mitsamt Schleimhaut entfernt und die Blutgefäße abgebunden.
  • Hämorrhoidopexie: Operation, bei der mit einem speziellen Instrument (Stapler) die Hämorrhoiden ausgestanzt werden.

Prognose: Wie ist die Prognose von Hämorrhoiden?

Wenn Hämorrhoiden nicht behandelt werden, schreiten sie in der Regel immer weiter voran. Die Knoten werden größer und fester. In den erweiterten Blutgefäßen können Blutgerinnsel (Thrombosen) entstehen. Sie äußern sich durch plötzliche starke Schmerzen am After. Bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden kann es zu einem sogenannten Analprolaps kommen. Die Hämorrhoiden fallen dabei, zusammen mit einem Teil des Anus, dauerhaft sichtbar nach außen vor. Wenn der Schließmuskel des Afters durch die Hämorrhoiden geschädigt ist, droht eine Stuhlinkontinenz, also die Unfähigkeit, den Stuhl kontrolliert zu halten. Hämorrhoiden, die dauerhaft bluten, können zu einer Blutarmut (Anämie) mit Eisenmangel führen.

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Vorbeugung: Wie kann man Hämorrhoiden vorbeugen?

Hämorrhoiden lassen sich mit den gleichen Maßnahmen vorbeugen, die auch bei bereits bestehenden leichten Beschwerden empfehlenswert sind:

  • Für einen geregelten Stuhlgang mit weichem Stuhl sorgen
  • Ballaststoffreiche Kost (mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse) und wenig Fleisch und Fett zu sich nehmen
  • Täglich mindestens zwei Liter trinken, am besten Wasser
  • Beim Stuhlgang nicht zu stark pressen
  • Regelmäßig bewegen (zum Beispiel Spazieren gehen, Joggen, Schwimmen)
  • Übergewicht (Adipositas) reduzieren

Jede Blutung und jeder Knoten am After sollte ärztlich abgeklärt werden, um eine ernste Erkrankung auszuschließen.

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Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 10/2017)
Plewig, G. et. al.: Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Berlin, Heidelberg 2012
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017

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