Hepatitis (Leberentzündung)

Innere Organe
© Gerd Altmann / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Hepatitis?

Als Hepatitis wird jede Art der Leberentzündung bezeichnet – unabhängig von ihrer Ursache. Eine Hepatitis kann einen akuten oder chronischen Krankheitsverlauf nehmen. Die akute Leberentzündung heilt in der Regel innerhalb von sechs Monaten ab. Dauert die Erkrankung länger als sechs Monate, spricht man von einer chronischen Hepatitis.

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Die häufigste Ursache einer Leberentzündung ist die Infektion mit Viren (Virushepatitis). Verantwortlich sind im Wesentlichen fünf Virustypen:

  • Hepatitis A (HAV)
  • Hepatitis B (HBV)
  • Hepatitis C (HCV)
  • Hepatitis D (HDV)
  • Hepatitis E (HEV)

Die Viren werden, je nach Hepatitis-Form, entweder durch Körperflüssigkeiten beim Geschlechtsverkehr (Sperma, Vaginalflüssigkeit), durch Blut oder durch Schmierinfektion (fäkal-oral) übertragen. Auch Bakterien (zum Beispiel Brucellen) oder Parasiten (zum Beispiel Amöben) können eine Hepatitis auslösen. Selten sind Schädigungen der Leber durch Medikamente, Chemikalien oder Alkohol für eine Hepatitis verantwortlich. Die häufigste viral ausgelöste Form der Leberentzündung ist die Hepatitis A.

Eine Leberentzündung kann auch als sogenannte Begleithepatitis auftreten, das heißt dass eine andere Erkrankung die Ursache der Hepatitis ist (zum Beispiel Pfeiffersches Drüsenfieber).

Beschwerden: Wie äußert sich eine Hepatitis?

Die Symptome einer Leberentzündung hängen unter anderem von der Hepatitis-Form ab. Die allgemeinen Beschwerden sind recht unspezifisch, wie zum Beispiel:

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  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Konzentrations- und Leistungsschwäche

Charakteristische Symptome einer Hepatitis können sein:

  • Juckreiz
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Dunkler Urin
  • Heller Stuhl

Insbesondere bei einer chronischen Verlaufsform kann es zu einem Druckgefühl im Oberbauch kommen. Abhängig vom Virustyp kann die Erkrankung aber auch unbemerkt bleiben und völlig ohne Symptome verlaufen.

Diagnose: Wie wird eine Hepatitis diagnostiziert?

Für die Diagnose einer Hepatitis ist zunächst die Krankheitsgeschichte (Anamnese) wichtig. Der Arzt stellt zum Beispiel Fragen zu Beruf, etwaigen Auslandsaufenthalten und Sexualpartnern. Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung. Gelbfärbungen der Schleimhäute und der Skleren (das Weiße der Augen) deuten auf eine akute Hepatitis mit Gelbsucht hin.

Im Rahmen einer anschließenden Blut-Untersuchung lassen sich über die Leberwerte der Virustyp und der Grad der Entzündung bestimmen. Mithilfe der Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kontrolliert der Arzt die Größe und die Beschaffenheit der Leber. In seltenen Fällen wird bei einer Hepatitis eine Leberbiopsie durchgeführt, bei der durch eine Nadelpunktion Gewebeproben direkt aus der Leber entnommen werden.

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Behandlung: Wie kann eine Hepatitis behandelt werden?

Die Behandlung der Hepatitis hängt in erster Linie von ihrer Ursache ab. Handelt es sich um eine Virusinfektion, muss der Hepatitis-Virustyp bestimmt werden. Eine akute Hepatitis heilt im Allgemeinen ohne Komplikationen aus. Bettruhe, der Verzicht auf Alkohol und gegebenenfalls auf auslösende Medikamente, sowie eine vitaminreiche, fettarme Ernährung helfen der Leber, sich zu erholen. Wirksame Medikamente gegen eine akute Hepatitis gibt es nicht. Handelt es sich um eine Begleithepatitis, ist also eine andere Erkrankung der Entzündungsauslöser, muss diese gezielt behandelt werden. Bei einer Alkohol-Hepatitis ist es wichtig, sofort auf Alkohol zu verzichten, damit sich die Leber regenerieren kann.

Eine chronische Hepatitis (zum Beispiel bei den Virustypen HBV und HCV) wird medikamentös behandelt. Bei der Hepatitis B sind virushemmende Medikamente (zum Beispiel Entecavir) Mittel der Wahl. Eine Hepatitis-C-Infektion lässt sich mit einer Medikamentenkombination aus Interferon und Ribavirin behandeln.

Prognose: Wie ist die Prognose der Hepatitis?

Eine akute Hepatitis heilt in der Regel in wenigen Wochen komplikationslos ab, vorausgesetzt die Leber wird geschont, indem beispielsweise auf Alkohol und leberschädigende Substanzen verzichtet wird. Die Virustypen HBV, HCV und HDV können einen chronischen Verlauf nehmen. In schweren Fällen ist es möglich, dass sich aus einer chronischen Leberentzündung eine Leberzirrhose entwickelt.

Vorbeugung: Wie kann man Hepatitis vorbeugen?

Abhängig von der Ursache kann man einer Hepatitis mit bestimmten Maßnahmen vorbeugen.

  • Schutzimpfung (Hepatitis A und B, die Hepatitis-B-Impfung schützt auch vor Hepatitis D)
  • Trinkwasser abkochen
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr schälen
  • Geschlechtsverkehr mit Kondom
  • Direkten Blutkontakt vermeiden
  • Übermäßigen Alkoholkonsum vermeiden (Alkohol-Hepatitis)

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Autor: Julia Alkan Demirel, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Leberstiftung: www.deutsche-leberstiftung.de (Abruf: 10/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017