Herpes (Herpes labialis und Herpes genitalis)

Mund, Lippen
© Hans Braxmeier / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Herpes?

Herpes ist eine Infektionskrankheit, die mit einer bläschenbildenden Entzündung der Haut und Schleimhäute einhergeht. Die Erkrankung wird durch Herpesviren ausgelöst, wobei es viele unterschiedliche Virustypen gibt. Für den Menschen spielen acht verschiedene Herpesviren als Krankheitsauslöser eine Rolle: Herpes-Simplex-Viren Typ 1 und 2 (HSV-1 und HSV-2) kommen am häufigsten vor. Diese Viren sind auch für die allgemein bekannten Bläschen an den Lippen und im Genitalbereich verantwortlich:

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  • Herpes-Simplex-Viren Typ 1 verursachen vor allem Lippenherpes (Herpes labialis)
  • Herpes-Simplex-Viren Typ 2 verursachen vor allem Genitalherpes (Herpes genitalis)

Die Herpes-Simplex-Viren sind sehr ansteckend. Mehr als 95 Prozent aller Erwachsenen tragen das Herpes-Simplex Virus Typ 1 in sich, viele bereits seit ihrer Kindheit. Herpes- Simplex Viren vom Typ 2 machen offiziell 10 bis 30 Prozent der Herpes-Simplex-Infektionen aus, Experten schätzen die Dunkelziffer jedoch höher.

Das Hauptproblem der Herpesviren besteht darin, dass sie nicht aus dem Körper verschwinden, nachdem die Infektion abgeheilt ist, sondern in den Kernen der Nervenzellen verbleiben. Durch verschiedene Auslöser können diese Viren wieder aktiv werden und eine erneute Infektion verursachen. Dazu zählen sowohl körperliche Schwächen wie Infektionen, Fieber, Menstruation, Sonnenbestrahlung oder andere Immunschwächen (zum Beispiel AIDS) als auch psychische Belastungen, Traumata, Ekelerlebnisse und Dauerstress.

HSV-1 wird oral übertragen, zum Beispiel über die Flüssigkeit in den Lippenbläschen beim Küssen, HSV-2 wird sexuell übertragen. Es ist auch möglich, dass Mütter ihre Kinder während der Geburt anstecken.

Beschwerden: Wie äußert sich eine Herpes-Infektion?

Der Erstkontakt mit den Herpesviren verläuft bei den meisten Menschen unbemerkt, über 90% zeigen keine Symptome. Lediglich jeder Hundertste mit Herpes weist typische Symptome auf wie Bildung kleiner, flüssigkeitsgefüllter Bläschen, die zu Pusteln werden und innerhalb einer Woche mit Kruste eintrocknen. Die Bläschen jucken und sind schmerzhaft, manchmal schwellen die Lymphknoten an und die Körpertemperatur steigt. Allgemeines Unwohlsein und Gelenkschmerzen können die Herpesinfektion begleiten.

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Im Normalfall treten die Bläschen nur an einer Körperstelle auf (wie den Lippen). Komplikationen kommen vor allem bei abwehrgeschwächten Menschen und Neugeborenen vor; hier können sich Herpesviren auf andere Körperbereiche oder sogar im ganzen Körper ausbreiten.

Bei einer Reaktivierung der Herpes-Infektion sind die Symptome ähnlich. Bei HSV-1 beobachtet man Bläschen um den Mund herum, die verschorfen und ohne Narben abheilen. Eine erneute Aktivierung der Herpes-Simplex-Viren Typ 2 bedingt eine Bläschenbildung im genitalen und analen Bereich, oft begleitet von Unwohlsein, lokalen Schmerzen und leichtem Fieber.

Diagnose: Wie wird Herpes diagnostiziert?

Das typische Aussehen der Bläschen macht die Diagnose Herpes in der Regel leicht. Allerdings gibt es andere Erkrankungen, die sich durch ähnliche Bläschen äußern. Viele Menschen, die immer wieder unter Herpes leiden, merken bereits, wenn sich die Bläschen ankündigen. Wer sich allerdings nicht sicher ist, ob es sich um einen Herpes oder eine andere Hauterkrankung handelt, sollte den Arzt aufsuchen. Dieser kann beispielsweise durch eine Untersuchung des Bläscheninhalts die Herpesviren nachweisen.

Behandlung: Wie kann Herpes behandelt werden?

In der Regel ist eine Herpesinfektion harmlos. Wenn die Bläschen schmerzhaft und unangenehm sind, helfen unter Umständen antivirale Cremes (wie Aciclovir-Salbe) oder Wirkstoffe, die die Bläschen austrocknen (zum Beispiel Zinksulfat-Salbe). Hausmittel wie Zitronensaft, Honig oder Zahnpasta sind nicht für die empfindlichen Schleimhäute im Genitalbereich geeignet.

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Bei sehr schweren Herpesverläufen ist eine Behandlung im Krankenhaus mit virushemmenden Medikamenten (Virustatika), zum Beispiel Aciclovir, Valaciclovir oder Famciclovir in Form von Tabletten oder Infusionen notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose von Herpes?

Bei einer örtlichen Herpesinfektion wie dem Lippenherpes ist die Prognose gut. Durch das Auftragen der Salben trocknen die Bläschen in der Regel schnell aus und heilen innerhalb weniger Tage ab. Da die Herpesviren jedoch im Körper verbleiben, kann die Infektion jederzeit wieder ausbrechen.

In seltenen Fällen, vor allem bei stark abwehrgeschwächten Menschen und Neugeborenen, kann es zu teilweise sehr schweren Komplikationen kommen. Hierzu zählen unter anderem. eine Hornhaut-Entzündung des Auges (Keratoconjunctivitis herpetica), eine Gehirnentzündung (Herpes-Enzephalitis) und eine Lungenentzündung (Pneumonie) durch Herpesviren.

Vorbeugung: Wie kann man Herpes vorbeugen?

Herpes ist sehr ansteckend. Deshalb ist intimer Kontakt zu Personen mit Lippenherpes oder Herpes genitalis zu vermeiden. Im Prinzip kann die Bläschenkrankheit bei jedem Menschen ausbrechen, der vorübergehend belastet oder geschwächt ist und das Virus in sich trägt. Daher ist es ratsam, Dauerstress zu vermeiden und das Immunsystem (Abwehrkräfte) zu stärken. Empfehlenswert sind eine ausgewogene Ernährung und sportliche Aktivität. Eine gesunde Lebensweise verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Herpesinfektion erneut ausbricht.

Schwangeren, die an Herpes genitalis leiden, wird meist empfohlen, per Kaiserschnitt zu entbinden, um das Übertragungsrisiko zu reduzieren. Stark abwehrgeschwächte Personen, zum Beispiel HIV-Patienten, können vorbeugend virushemmende Medikamente erhalten.

Weitere Informationen

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Autor: Dr. med. Angelika Berenboim
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Hahn, H. et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Heidelberg 2012
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016