Insektenstichallergie

Insektenstich, Mückenstich, Haut, Allergie
© Hans Braxmeier / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von einer Insektenstichallergie?

Unter Insektenstichallergie versteht man eine allergisch bedingte Überempfindlichkeit des Organismus gegen das Gift bestimmter Insekten. Einer Insektenstichallergie liegt eine überschießende Reaktion des körpereigenen Immunsystems (Abwehrkräfte) gegen bestimmte Strukturen des Gifts zugrunde. Durch die Immunreaktion kann es zu zahlreichen, zum Teil sehr gefährlichen Symptomen kommen. Bienen und Wespen lösen besonders häufig eine Insektenstichallergie aus, eher selten Hornissen, Hummeln, Stechmücken oder Ameisen.

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Beschwerden: Wie äußert sich eine Insektenstichallergie?

Nach einem Insektenstich kann es zu unterschiedlichen Reaktionen kommen. Ärzte unterscheiden:

  • Lokalreaktionen: Hierunter versteht man eine Rötung oder Schwellung und gegebenenfalls Juckreiz an der Einstichstelle.
  • Verstärkte Lokalreaktionen: Die Rötung oder Schwellung ist wesentlich stärker und hält unter Umständen sogar mehrere Tage an.
  • Leichte Allgemeinreaktionen: Es kann zu Reaktionen in Hautbereichen kommen, die nicht an der Einstichstelle lokalisiert sind (zum Beispiel Nesselsucht, Gesichtsrötung). Übelkeit, Schwindel oder Atembeschwerden sind möglich.
  • Schwere Allgemeinreaktionen: Der Betroffene klagt über ausgeprägte Übelkeit und eventuell Erbrechen. Es kann zu Herzrasen, Atemnot bis hin zum Atem- oder Herz-Kreislauf-Stillstand kommen.

Diagnose: Wie wird eine Insektenstichallergie diagnostiziert?

Zunächst ist es sehr wichtig, Informationen über den Ablauf des Stichs, die anschließende allergische Reaktion und die Art des stechenden Insekts zu erhalten. Dies gelingt meist durch die Umstände des Stichs. Bienen finden sich beispielsweise eher in der Umgebung von Blüten, während sich Wespen meist in der Nähe von Lebensmitteln oder Abfallkörben aufhalten. Bei einem Bienenstich bleibt der Stachel außerdem im Gegensatz zu einem Wespenstich oftmals in der Haut stecken.

Mithilfe eines Allergie-Tests (zum Beispiel der sogenannte Prick-Test) lässt sich der Verdacht einer Insektenstichallergie erhärten. Proben mit Bienen- und Wespengift werden in Tropfenform auf die Innenseite des Unterarms aufgetragen und daraufhin mithilfe einer Lanzette in die Haut eingebracht. Die anschließende Hautreaktion wird beurteilt. Des Weiteren spricht der Nachweis sogenannter spezifischer IgE-Antikörper im Blut, die das Immunsystem (Abwehrkräfte) gegen das Gift der Insekten bildet, für eine Insektengiftallergie. Führt die Diagnostik zu keiner eindeutigen Diagnose, kommen weitere Untersuchungen in Betracht.

Behandlung: Wie kann eine Insektenstichallergie behandelt werden?

Abhängig vom Grad der allergischen Reaktion benötigt der Insektenstich-Allergiker verschiedene Medikamente. Bei einem erneuten Stich muss unmittelbar ein Antihistaminikum (gegen die allergische Reaktion) sowie ein Kortisonpräparat eingenommen werden. Örtliche Reaktionen lassen sich zusätzlich mit einer kortisonhaltigen Salbe oder feuchten Umschlägen behandeln. Bei schweren Allergieverläufen sollten der Allergiker und seine Angehörigen geschult werden, im Notfall Adrenalin zu spritzen. Es stehen spezielle Notfallsets zur Verfügung.

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Da Insektenstiche generell nicht vermeidbar sind, ist eine sogenannte Hyposensibilisierung sinnvoll. Dies ist die einzige Möglichkeit, die allergische Reaktionsbereitschaft ursächlich zu reduzieren. Dabei spritzt der Arzt steigende Dosen des Gifts in die Haut, sodass sich der Körper langsam an das Allergen gewöhnt. Die Behandlung dauert drei bis fünf Jahre. In Einzelfällen ist eine lebenslange Therapie notwendig. Die Erfolgschancen der Hyposensibilisierung bei einer Allergie sind groß.

Prognose: Wie ist die Prognose einer Insektenstichallergie?

Die jeweilige Prognose hängt vom Grad der allergischen Reaktionsbereitschaft ab. Schwere Verläufe können sogar tödlich enden. Etwa 20 Todesfälle pro Jahr in Deutschland werden auf schwere Verläufe von Insektenstichallergien zurückgeführt. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher. Wird keine Hyposensibilisierung durchgeführt, bleibt die Insektenstichallergie ein Leben lang bestehen.

Vorbeugung: Wie kann man einer Insektenstichallergie vorbeugen?

Wer auf Insektenstiche allergisch reagiert, sollte versuchen, den Kontakt mit Insekten zu vermeiden.

Folgende Maßnahmen sind bei einer Insektenstichallergie wichtig:

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  • Bei der Gartenarbeit den Körper bedecken
  • Im Freien Schuhe tragen
  • Beim Genuss süßer Speisen und Getränke auf Insekten achten
  • Pflücken von Blumen und Obst vermeiden
  • Rasche Bewegungen bei Kontakt mit Wespen oder Bienen vermeiden
  • Duftstoffe (Parfums, Kosmetika) meiden
  • Fenster tagsüber schließen
  • Insektenschutzgitter anbringen
  • Notfallmedikamente immer bei sich tragen

Weitere Informationen


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Autor: Dr. med. Maximilian Eckerland
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Deutscher Allergie- und Asthmabund: www.daab.de (Abruf: 10/2017)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie: Bienen- und Wespengiftallergie, Diagnose und Therapie. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 061/020 (Stand: 03/2011)