Knochenkrebs

Infusion
© Michael Bührke / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Knochenkrebs?

Knochenkrebs bezeichnet bösartige Veränderungen des Knochengewebes. Beim Krebs ist das Erbgut einzelner Zellen verändert (Mutation), sodass diese beginnen, sich unkontrolliert zu teilen. Die individuellen Auslöser einer Mutation sind bei Knochenkrebs aber nicht bekannt. Eine genetische Veranlagung und Vererbung werden als Ursache nicht ausgeschlossen. Auch eine vorausgegangene Chemotherapie oder Strahlentherapie kann begünstigen, dass später Knochenkrebs entsteht.

Anzeige

Es gibt verschiedene Formen von Knochenkrebs:

  • Osteosarkom: ausgehend vom Knochen, wächst schnell, meistens zwischen dem fünften und 25. Lebensjahr
  • Ewing-Sarkom: ausgehend vom Knochenmark, wächst schnell – dieser Tumor greift sehr früh auf andere Knochen und die Lunge über (schnelle Metastasenbildung)

Das Osteosarkom und das Ewing-Sarkom treten vor allem im Kindes- und Jugendalter auf.

Zu bösartigen Knochentumoren zählen außerdem:

  • Chondrosarkom: ausgehend vom Knorpel, wächst langsam, vorwiegend bei Erwachsenen
  • Fibrosarkom: ausgehend vom Bindegewebe, wächst langsam, überwiegend bei Erwachsenen
  • Retikulumzellsarkom: ausgehend vom Knochenmark, wächst langsam, zumeist bei Erwachsenen
  • Plasmozytom: ausgehend von Plasmazellen im Knochenmark, wächst langsam, häufig bei älteren Menschen
  • Knochenmetastasen (Tochtergeschwulste) von anderen Krebsarten (zum Beispiel Brustkrebs (Mammakarzinom))

Beschwerden: Wie äußert sich Knochenkrebs?

Es gibt keine spezifischen Symptome von Knochenkrebs. Die Tumoren können sich durch Schmerzen, Schwellungen, Fieber oder eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit bemerkbar machen. Wie stark die Schmerzen sind und wo sie auftreten, hängt davon ab, an welchem Knochen sich der Tumor befindet. Wächst Knochenkrebs langsam, sind die Symptome meist kaum spürbar.

Anzeige

Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Knochentumoren. Bei primärem Knochenkrebs handelt es sich um bösartig entartete Knochenzellen. Sekundäre Knochentumoren sind Metastasen (Tochtergeschwulste) von anderen Krebsarten (zum Beispiel Brustkrebs (Mammakarzinom), Prostatakrebs (Prostatakarzinom), Hirntumoren), die sich im Knochen absiedeln. Wenn Knochenschmerzen im Verlauf einer Krebserkrankung auftreten, kann es sich dabei um Metastasen handeln.

Diagnose: Wie wird Knochenkrebs diagnostiziert?

Anzeichen von Knochenkrebs können unter anderem schmerzhafte Schwellungen, Rötungen und Bewegungseinschränkungen sein. Von Krebs befallene Knochen brechen schneller als gesunde. Daher ist auch ein Knochenbruch ohne entsprechendes Unfallereignis (Spontanfraktur) ein möglicher Hinweis auf Knochenkrebs.

Neben einem Gespräch über die Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung können folgende Untersuchungen beim Verdacht auf Knochenkrebs durchgeführt werden:

Unter Umständen ist es nötig, eine Gewebeprobe (Biopsie) aus dem Knochen zu entnehmen. Unter dem Mikroskop untersucht der Arzt, ob die gewonnenen Zellen gut- oder bösartig sind. Dadurch lässt sich Knochenkrebs eindeutig feststellen oder ausschließen.

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Behandlung: Wie kann Knochenkrebs behandelt werden?

Zur Behandlung von Knochenkrebs stehen in erster Linie die Operation, Chemotherapie und gegebenenfalls eine Strahlentherapie zur Verfügung. Die Chemotherapie wird häufig vor der Operation durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern. Anschließend entfernt der Arzt den Tumor. Wie viel Knochen- und umliegendes Gewebe entfernt werden muss, hängt von der Art und dem Ausmaß des Knochenkrebses ab.

Eine Strahlentherapie ist bei Knochenkrebs nur dann sinnvoll, wenn es sich um einen strahlensensiblen Tumor handelt. Im Gegensatz zum Osteosarkom (geringe Sensibilität) birgt eine Strahlentherapie beim Retikulumzellsarkom (hohe Sensibilität) gute Chancen auf Heilung.

Nach einer Behandlung von Knochenkrebs sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen (vor allem Röntgen-Untersuchungen) notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose von Knochenkrebs?

Die Prognose von Knochenkrebs hängt von der Art des Tumors, dem Stadium der Krebserkrankung und dem Erfolg der Therapie ab. Je früher Knochenkrebs erkannt wird, desto besser ist im Allgemeinen die Prognose. Bei fortgeschrittenem Knochenkrebs, zum Beispiel wenn bereits Tochtergeschwulste (Metastasen) vorliegen, verschlechtert sich die Prognose deutlich.

Vorbeugung: Wie kann man Knochenkrebs vorbeugen?

Knochenkrebs kann man nicht vorbeugen. Jedoch ist es ratsam, allgemeine Risikofaktoren wie Nikotin und Alkohol zu meiden. Eine gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem und kann Krebserkrankungen im Allgemeinen entgegenwirken. Bei Knochenschmerzen oder plötzlichen Knochenbrüchen empfiehlt sich eine frühzeitige Abklärung, denn falls es sich um Knochenkrebs handelt, hat dieser die beste Prognose, wenn er früh erkannt und behandelt wird.

Lesen Sie auch
Buch-Tipps:
Diese Bücher können Sie direkt bei Amazon bestellen (Anzeige):

Weitere Informationen

Autor: Sabine Fischer, Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft: Knochenkrebs, bösartige Knochentumoren, Sarkome. www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 10/2017)
Interdisziplinäre Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Osteosarkome. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/005 (Stand: 12/2010)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017
Robert Koch-Institut: www.rki.de (Abruf: 10/2017)