Krampfadern (Varizen)

Beine
© Niek Verlaan / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Krampfadern?

Krampfadern (Varizen) sind knotenförmig erweiterte, oft geschlängelte, bläulich verfärbte oberflächliche Venen. Sie entstehen meist in den Beinen, können aber überall im Körper vorkommen. Venen sind diejenigen Blutgefäße, in denen das Blut zum Herzen zurückfließt. Es strömt relativ langsam entgegen der Schwerkraft nach oben zum Herzen. Die Venenklappen verhindern normalerweise, dass das Blut zurückfließen kann. Etwa 55 Prozent der Bevölkerung im mittleren Lebensalter hat Krampfadern, Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer.

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Die häufigste Ursache für Krampfadern ist eine Bindegewebsschwäche. Sie kann angeboren oder altersbedingt sein. Häufiges und langes Stehen belastet die Venen in den Beinen und durch den dauerhaften Druck erweitern sie sich. Die Venenklappen werden geschädigt, sie können nicht mehr richtig schließen und das Blut kann in die Beine zurückfließen. Auch ein Blutgerinnsel (Thrombose) kann die Venenklappen zerstören. In der Schwangerschaft treten Varizen durch die hormonelle Umstellung und die Gewichtszunahme häufiger auf. Begünstigt werden Krampfadern durch mangelnde Bewegung und Übergewicht (Adipositas).

Beschwerden: Wie äußern sich Krampfadern?

Krampfadern erscheinen als knotenförmig erweiterte, meist geschlängelte, bläuliche Venen unter der Haut, vor allem an den Beinen. Typische Beschwerden bei Krampfadern sind Beinschmerzen. Da sich das Blut staut, kommt es zu Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödemen). Die Beine sind gespannt und fühlen sich schwer an. Die Haut ist oft unangenehm warm und juckt. Wenn sehr kleine oberflächliche Venen betroffen sind, erscheinen sie als feine rötlich-bläuliche Äderchen, vor allem an den Oberschenkeln (Besenreiservarizen). Krampfadern können überall im Körper vorkommen. Bei bestimmten Erkrankungen, wie der Leberzirrhose, treten sie zum Beispiel in der Speiseröhre auf (Ösophagus-Varizen).

Diagnose: Wie werden Krampfadern diagnostiziert?

Oberflächliche Krampfadern an den Beinen sind häufig schon auf den ersten Blick zu erkennen. Um das Ausmaß des Varizenleidens zu beurteilen, können neben einer ausführlichen Befragung zu den Beschwerden durch den Arzt eine Reihe von Untersuchungen notwendig sein:

  • Körperliche Untersuchung (Trendelenburg-, Pratt- und Perthes-Tests)
  • Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) der Blutgefäße
  • Phlebografie (Röntgen-Untersuchung der Venen mit Kontrastmittel)
  • Lichtreflexions-Rheografie (spezielle Untersuchung zur Beurteilung der Venenfunktion)
  • Phlebodynamometrie (Messung der Druckverhältnisse in den äußeren Venen)

Behandlung: Wie können Krampfadern behandelt werden?

Die Behandlung richtet sich nach der Art und dem Ausmaß der Krampfadern.

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Muskelpumpe aktivieren

Den Blutfluss in den Beinen antreiben und so Krampfadern vorbeugen oder lindern, kann jeder Einzelne mit einer einfachen Übung: Durch Anspannen der Wadenmuskulatur mit kreisenden Bewegungen der Füße werden die Muskelpumpe aktiviert, die Venen zusammengepresst und der Blutfluss beschleunigt. Dies ist vor allem bei längerem Sitzen, zum Beispiel bei langen Zugfahrten, Flugreisen oder am Arbeitsplatz im Büro sinnvoll.

Kompressionsstrümpfe

Ein medizinischer Kompressionsstrumpf lindert die Beschwerden und verbessert den Blutabfluss in den Beinen. Es gibt die Strümpfe in verschiedenen Kompressionsklassen. Je fortgeschrittener die Venenerkrankung, desto größer ist die Spannung der Strümpfe. Die Kompressionsstrümpfe werden vom Arzt verordnet und müssen genau angepasst werden.

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Diese Methoden helfen, angesammelte Gewebsflüssigkeit aus den Beinen zu entstauen und damit die Beschwerden zu lindern.

Verödung (Sklerosierung)

Kleinere Krampfadern und Besenreiservarizen lassen sich mit einem Verödungsmittel verkleben.

Stripping-Operation

Die Krampfader wird von ihrer Hauptvene abgetrennt und von der Leiste aus mit einer Sonde herausgezogen.

Radiofrequenz-Obliteration (RFO)

Mittels Radiofrequenzkatheter wird die Venenwand auf bis zu 120°C erhitzt. Dadurch verschließt sich die Vene.

Laser-Therapie

Mit ihr können oberflächliche Besenreiser behandelt werden. Tiefere Krampfadern werden dagegen verödet oder entfernt (Stripping).

Venenmittel

Sogenannte Venenmittel (zum Beispiel Präparate aus Rosskastanien-Extrakten oder rotem Weinlaub) können aus wissenschaftlicher Sicht allenfalls die Beschwerden lindern und gegebenenfalls die Durchblutung anregen, nicht aber die Krampfadern beseitigen.

Prognose: Wie ist die Prognose von Krampfadern?

Krampfadern sind nicht nur kosmetisch störend, sie bergen auch eine Reihe von gesundheitlichen Gefahren.

Mögliche Folgen sind:

  • Blutgerinnsel (Thrombosen) in den Venen mit der Gefahr eines Gerinnsels in der Lunge (Lungenembolie)
  • Venenentzündungen
  • Krampfaderbildung in den tief gelegenen Venen
  • Hautschäden im Bereich oberhalb des Knöchels und Entwicklung eines „offenen Beins“ (Ulcus cruris)

Vorbeugung: Wie kann man Krampfadern vorbeugen?

Um Krampfadern vorzubeugen gilt es, die Risikofaktoren wie Übergewicht, langes Stehen und mangelnde Bewegung zu vermeiden. Gegen die angeborene Bindegewebsschwäche lässt sich nicht vorbeugen.

Weitere Informationen

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Autor: Dipl.-Biol. Ulrike Pickert, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Phlebologie et al.: Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Krampfadererkrankung. www.phlebology.de (Abruf: 10/2017)

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie (DGP): Sklerosierungsbehandlung der Varikose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 037/015 (Stand: 05/2012)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017