Leukämie bei Kindern

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© Michael Bührke / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Leukämie?

Als Leukämie bezeichnet man eine bösartige Krebserkrankung der blutbildenden Zellen („Blutkrebs“), bei der es zur ungehemmten Wucherung von unreifen Vorstufen der Blutzellen („Leukämiezellen“) kommt. Im Verlauf der Erkrankung breiten sich die Leukämiezellen im Knochenmark aus, wodurch die normale Blutbildung immer mehr verdrängt wird. Häufig lagern sich die unreifen Vorstufen auch in anderen Organen ab.

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Die genauen Ursachen der Leukämie sind unbekannt. Faktoren, die bei der Entstehung eine Rolle spielen können, sind unter anderem:

  • Giftige Chemikalien (zum Beispiel Benzol)
  • Vorausgegangene Bestrahlung oder Chemotherapie
  • Angeborene Störungen der Blutbildung
  • Genetische Störungen (zum Beispiel Down-Syndrom)

Leukämie ist die häufigste Krebserkrankung im Kindesalter: Bei mehr als einem Drittel aller Krebserkrankungen bei unter 15-Jährigen handelt es sich um Leukämien. Bei den meisten wird die Diagnose zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr gestellt. Während es im Erwachsenenalter auch chronisch verlaufende Formen gibt, treten im Kindesalter nahezu ausschließlich akute Formen der Leukämie auf. Etwa 80 Prozent erkranken dabei an der sogenannten akuten lymphatischen Leukämie (ALL), knapp 20 Prozent an der sogenannten akuten myeloischen Leukämie (AML).

Beschwerden: Wie äußert sich die Leukämie?

Häufig entstehen die Symptome einer akuten Leukämie bei Kindern plötzlich innerhalb weniger Wochen. Mögliche Beschwerden sind unter anderem:

  • Müdigkeit, Schlappheit
  • Appetitlosigkeit
  • Knochenschmerzen
  • Blässe
  • Blutungsneigung (zum Beispiel häufige blaue Flecken, Nasenbluten)
  • Häufige Infekte mit Fieber
  • Atemprobleme
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Vergrößerung der Leber und der Milz

Diagnose: Wie wird eine Leukämie diagnostiziert?

Die Symptome und die körperliche Untersuchung des betroffenen Kindes können bereits den Verdacht auf eine Leukämie lenken. Weitere Hinweise kann der Arzt mithilfe einer Blut-Untersuchung gewinnen. Die Veränderungen der Blutzellen können so entdeckt werden. Eine Gewebeprobe des Knochenmarks, die meist vom hinteren Beckenkamm entnommen wird, erhärtet schließlich die Diagnose. Durch die Untersuchungen können auch die Art und der Subtyp der Leukämie bestimmt werden. Diese Informationen sind wichtig für die Therapie und den Verlauf der Leukämie bei Kindern.

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Um den möglichen Befall anderer Organe zu beurteilen, sind darüber hinaus unter anderem Röntgen-Untersuchungen, eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) des Bauchs und eine Hirnwasser-Untersuchung (Liquorpunktion) notwendig.

Behandlung: Wie kann die Leukämie behandelt werden?

Die Behandlung einer akuten Leukämie bei Kindern sollte in speziellen Krebszentren erfolgen. Sie läuft in verschiedenen Phasen ab. In den meisten Fällen beginnt die Behandlung mit einer intensiven Chemotherapie über einige Wochen und mit mehreren Medikamenten. Ziel dieser sogenannten Induktionstherapie ist es, die Leukämiezellen zu vernichten und die normale Blutzellbildung wiederherzustellen. Gelingt dies, spricht man von der Remission der Erkrankung. Darüber hinaus ist es wichtig, einem Befall des zentralen Nervensystems und möglichen Komplikationen durch die intensive Chemotherapie vorzubeugen. Anschließend wird die medikamentöse Therapie zur Stabilisierung des Zustands für bis zu zwei Jahre fortgesetzt.

Kommt es nach einer Remission zum Wiederauftreten der Leukämie (sogenanntes Rezidiv), muss eine erneute Therapie begonnen werden. Dabei kommen eine erneute Chemotherapie, Bestrahlung und Stammzellen-Transplantation in Frage. Vor allem durch eine Stammzellen-Transplantation bestehen hohe Heilungschancen.

Prognose: Wie ist die Prognose der Leukämie?

Die Prognose der Leukämie bei Kindern konnte in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert werden. Zudem ist es heute anhand bestimmter Faktoren möglich, die Prognose der Erkrankung individuell abzuschätzen. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem die Zahl der weißen Blutkörperchen im Blut, das Ansprechen auf die Chemotherapie, das Alter des betroffenen Kindes und der Subtyp der Leukämie.

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Die Prognose bei einer akuten lymphoblastischen Leukämie ist gut. Bei fast 90 Prozent der Kinder ist es möglich, die Erkrankung dauerhaft in Schach zu halten. Die Überlebensrate bei der akuten myeloischen Leukämie des Kindes liegt bei ca. 70 Prozent.

Vorbeugung: Wie kann man einer Leukämie vorbeugen?

Eine gezielte Vorbeugung der Leukämie bei Kindern ist nicht möglich. Kontakt mit Benzol und anderen schädlichen Stoffen sollte man aber in jedem Fall vermeiden.

Weitere Informationen

Web-Tipps:
Deutsche Kinderkrebsstiftung: www.kinderkrebsstiftung.de
Informationsportal für Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: www.kinderkrebsinfo.de
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Autor: Dr. med. Maximilian Eckerland
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Datum der letzten Aktualisierung: Dezember 2017
Quellen:
Deutsche Kinderkrebsstiftung: Akute lymphoblastische Leukämie (ALL).www.kinderkrebsstiftung.de (Abruf: 12/2017)
Deutsche Kinderkrebsstiftung: Akute myeloische Leukämie (AML).www.kinderkrebsstiftung.de (Abruf: 12/2017)
Deutsche Krebsgesellschaft: Therapie akuter Leukämien. www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 12/2017)
Deutsche Krebsgesellschaft: Therapie chronischer Leukämien. www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 12/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Informationsportal für Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: www.kinderkrebsinfo.de (Abruf: 12/2017)
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin: Akute lymphoblastische (ALL) und akute myeloische (AML) Leukämie im Kindesalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/014 (Stand: 04/2016)
Leitlinie der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie: Akute myeloische Leukämie – AML – im Kindesalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 025/031 (Stand: 02/2013)
Leischner, H.: Basics Onkologie. Urban & Fischer, München 2013
Robert Koch-Institut (Hrsg.): Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Robert Koch-Institut, Berlin 2016