Magengeschwür (Ulcus ventriculi)

Magen, Schema
© Nemo / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen eines Magengeschwürs?

Ein Magengeschwür (Ulcus ventriculi) ist eine Schädigung der Magenschleimhaut. Verantwortlich ist ein Ungleichgewicht von Magensäure zu alkalischem Schleim. Magengeschwüre treten am häufigsten bei Menschen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren auf. Die meisten Betroffenen leiden unter wiederkehrenden (rezidivierenden) Geschwüren, auch Ulkuskrankheit genannt.

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Es gibt verschiedene Ursachen und Risikofaktoren für Magengeschwüre, zum Beispiel:

  • Helicobacter pylori-Infektion mit wiederholten Magenschleimhaut-Entzündungen (Gastritis)
  • Genetische Faktoren (zum Beispiel haben Menschen mit der Blutgruppe 0 ein erhöhtes Ulkus-Risiko)
  • nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR; zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol)
  • Stress („Stressulkus“)

Beschwerden: Wie äußert sich ein Magengeschwür?

Die Beschwerden bei einem Magengeschwür können sehr unterschiedlich sein. Häufig verursacht das Geschwür brennende Schmerzen im Oberbauch und ein Druckgefühl. Weitere typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit und gegebenenfalls Erbrechen. Blutungen im Magen können sich sowohl in Bluterbrechen (Hämatemesis), als auch in einer Schwarzfärbung des Stuhls (Teerstuhl, Meläna) äußern. Wenn Betroffene regelmäßig NSAR-Schmerzmittel (eine der Ursachen von Magengeschwüren) einnehmen, verläuft die Erkrankung oft beschwerdefrei, was das Risiko von Komplikationen (zum Beispiel Blutungen) erhöht.

Diagnose: Wie wird ein Magengeschwür diagnostiziert?

Der Arzt fragt zunächst ausführlich nach den Beschwerden, die an ein Magengeschwür denken lassen, sowie nach der Lebensweise (Ernährung, Alkohol und Nikotin, Stress etc.) und möglichen Vorerkrankungen (zum Beispiel Magenschleimhaut-Entzündungen (Gastritis)). Anschließend folgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit Abtasten und Abhören des Bauchs. Nach Blut-Untersuchungen und einer Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) kann letztlich nur eine Magenspiegelung (Gastroskopie) Aufschluss über ein vorliegendes Magengeschwür geben. Während der Gastroskopie entnimmt der Arzt Gewebeproben (Biopsie) und lässt sie im Labor untersuchen.

Behandlung: Wie kann ein Magengeschwür behandelt werden?

Zunächst ist es wichtig, die Ursache des Magengeschwürs zu klären. Änderungen in der Lebensweise (zum Beispiel Ernährungsumstellung, Stressabbau etc.) sind der erste Schritt. Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori als Ursache des Ulkus vor, erfolgt eine sogenannte Eradikationstherapie mit verschiedenen Medikamenten (vor allem Antibiotika), um das Bakterium abzutöten. Um die Magensäure zu hemmen und so einer weiteren Schädigung des Magengeschwürs vorzubeugen, werden sogenannte Säureblocker verabreicht. Protonenpumpen-Hemmer (zum Beispiel Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol) gelten als besonders wirksam. Die verminderte Magensäure-Produktion bewirkt eine Schmerzlinderung und die Magenschleimhaut kann sich regenerieren.

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Heilt ein Magengeschwür trotz Medikamententherapie nicht ab oder kommt es zu Komplikationen, ist eine Operation sinnvoll oder sogar notwendig. Eine Operation ist auch dann sinnvoll, wenn Magenkrebs (Magenkarzinom) vermutet wird. Je nach Befund kommen grundsätzlich zwei Verfahren in Betracht: Eine Teilentfernung des Magens (2/3-Resektion) oder die Durchtrennung eines Nerven, der die Magensäure-Produktion fördert (Nervus vagus). Im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie) kann die Blutung eines Geschwürs gestillt werden. Wenn sich massive Blutungen nicht endoskopisch stillen lassen, ist auch hier eine offene Operation notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose eines Magengeschwürs?

Je früher und effektiver das Magengeschwür behandelt wird, umso besser ist die Prognose. Mögliche, zum Teil lebensbedrohliche Komplikationen eines Magengeschwürs sind:

  • Blutungen
  • Magendurchbruch (Perforation)
  • Ausbreitung auf Nachbarorgane (zum Beispiel Bauchspeicheldrüse)
  • Narbenbildung mit Magenverschluss (Magenausgangsstenose)
  • Bösartige Entartung (Magenkrebs)

Vorbeugung: Wie kann man einem Magengeschwür vorbeugen?

Um einem Magengeschwür vorzubeugen, empfiehlt es sich grundsätzlich, alle magenreizenden Speisen und Substanzen (zum Beispiel NSAR-Schmerzmittel) zu meiden. Da beispielsweise das Rauchen die Magenschleimhaut angreift, sollte darauf verzichtet werden. Lebensmittel und Genussmittel wie Säfte von Zitrusfrüchten (etwa Orangensaft), Kaffee und Alkohol verstärken die Beschwerden eines Magengeschwürs. Es empfiehlt sich, häufige und kleine Mahlzeiten sowie leichte Kost zu bevorzugen.

Stress ist ebenfalls ein Faktor, der die Entstehung eines Magengeschwürs begünstigt. Zur Verminderung von Stress sind unter anderem Entspannungsmethoden wie Yoga und Autogenes Training geeignet.

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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Baenkler, H.W. et al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2014
Deutsches Krebsforschungszentrum: www.krebsinformation.de (Abruf: 10/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017