Malaria

Moskito, Mückenstich, Blutstropfen
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Ursachen: Was sind die Ursachen von Malaria?

Die Malaria (Helopyra, Sumpf-Fieber oder Wechsel-Fieber) ist eine fieberhafte Infektionskrankheit, die durch Stiche der Anophelesmücke übertragen wird und hierzulande vor allem als Reisekrankheit bekannt ist. Die Malaria-Erreger sind Parasiten, sogenannte Plasmodien, die nur von der weiblichen Stechmücke auf den Menschen übergehen und eine Malaria-Infektion auslösen können. Menschen untereinander können sich mit der Krankheit nicht direkt anstecken.

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Nach dem Stich einer infizierten Mücke vermehren sich die Malaria-Erreger zunächst in der Leber. Von dort gelangen sie ins Blut, wo sie die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) befallen – es bilden sich weitere Plasmodien. Über die Blutbahn gelangen diese schließlich in weitere Organe und verursachen dort die typischen Beschwerden der Malaria-Erkrankung, wie Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen.

Malaria ist die die häufigste Infektionskrankheit weltweit. In Europa eher als Reisekrankheit bekannt, ist diese Tropenkrankheit in Südamerika, in Asien und insbesondere in Afrika – mit etwa 90% der Fälle – weit verbreitet. Es gibt drei verschiedene Malaria-Formen, die durch vier Malaria-Erreger (Plasmodien) verursacht werden:

  • Malaria quartana durch Plasmodium malariae
  • Malaria tertiana durch Plasmodium vivax und Plasmodium ovale
  • Malaria tropica durch Plasmodium falciparum

Die gefährlichste Form ist die Malaria tropica – sie ist die häufigste Malaria-Art in Afrika. Befallen die Parasiten das Gehirn („Gehirnmalaria”) oder kommt es im Krankheitsverlauf zu einem Nierenversagen, kann die Malaria lebensbedrohlich sein. Malaria tertiana und quartana hingegen verlaufen in der Regel harmloser.

Beschwerden: Wie äußert sich eine Malaria?

Die Inkubationszeit einer Malaria-Infektion beträgt je nach Parasiten-Art zwischen sieben Tagen und sechs Wochen. Bei allen Formen ist es jedoch möglich, dass die Krankheit erst Monate oder Jahre nach der Infektion ausbricht. Eine Malaria beginnt zumeist mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und Fieber über 38 Grad. Weitere Beschwerden können folgen, zum Beispiel:

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  • Schüttelfrost
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitverlust
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall (Diarrhö)
  • Bauchbeschwerden (insbesondere bei Kindern)
  • Trockener Husten

Malaria quartana: Sie beginnt nach etwa 20 bis 35 Tagen und ist seltener als die anderen Malaria-Arten. Das Fieber erscheint in der Regel in einem 72-Stunden-Rhythmus (am ersten und vierten Tag). Die Malaria quartana verläuft nicht lebensbedrohlich.

Malaria tertiana (Dreitagefieber): Nach ungefähr acht bis 20 Tagen beginnt diese Form der Malaria mit plötzlich einsetzendem Fieber, welches innerhalb weniger Tage in rhythmische Fieberanfälle alle 48 Stunden (am ersten und dritten Tag) übergeht. Typischerweise kommt es in den späten Nachmittagsstunden zu Schüttelfrost, in dessen Verlauf das Fieber sehr schnell auf über 40 Grad Celsius ansteigen kann. Nach einem bis zu vier Stunden anhaltenden Fieberschub, kann die Temperatur wieder auf Normalwerte absinken – häufig begleitet von Schweißausbrüchen. Die Malaria tertiana verläuft nur selten tödlich.

Malaria tropica: Die Inkubationszeit beträgt etwa zehn bis siebzehn Tage, selten mehr als zwei Monate. Teilweise zeigen sich die ersten Beschwerden erst viele Wochen später, wenn zum Zeitpunkt der Ansteckung Malaria-Mittel eingenommen wurden. Die Symptome sind zu Beginn häufig sehr uncharakteristisch und können sich neben den üblichen Beschwerden zum Beispiel in Blutarmut (Anämie) sowie Leber- und Milzschwellung äußern. Die Malaria tropica kann schließlich zu akutem Nierenversagen und Kreislaufversagen führen. Charakteristisch für eine schwere Malaria sind deshalb:

  • Sehr geringe oder gar keine Urinausscheidung
  • Getrübtes Bewusstsein
  • Verwirrtheit
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Atemnot

Wenn die Malaria-Erreger das Gehirn befallen haben, spricht man von zerebraler Malaria oder „Gehirnmalaria“. Diese äußert sich unter anderem mit Krampfanfällen und Bewusstseinstrübungen bis hin zum Koma.

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Diagnose: Wie wird eine Malaria diagnostiziert?

Unklares Fieber und weitere Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden können bei Personen, die sich vor kurzem in Malaria-Gebieten aufgehalten haben, auf eine Malaria-Infektion hinweisen. Wer nach einer Reise in entsprechende Länder unter derartigen Beschwerden leidet, sollte daher einen Arzt aufsuchen. Dieser wird eine körperliche Untersuchung vornehmen und unter anderem Fieber den Blutdruck, Puls und die Atemfrequenz messen. Die Malaria-Erreger lassen sich mithilfe einer Blut-Untersuchung, zum Beispiel durch einen gefärbten Blutausstrich, nachweisen.

Behandlung: Wie kann eine Malaria behandelt werden?

Es ist ratsam, so früh wie möglich mit einer Malaria-Therapie zu beginnen. Bei einem Verdacht auf Malaria weist der Arzt den Betroffenen in der Regel in ein Krankenhaus ein. Dort wird der Erreger bestimmt und die entsprechende Therapie eingeleitet. Für die Malaria-Therapie stehen je nach Erreger-Art und Verlaufsform verschiedene Präparate zur Verfügung.

Bei Malaria tertiana und Malaria quartana hilft in der Regel der Wirkstoff Chloroquin. Immer häufiger treten jedoch Resistenzen von Malaria-Erregern gegen diesen Wirkstoff auf, statt Chloroquin kommen dann die Kombinationen Artemether/Lumefantrin, Atovaquon/Proguanil oder Mefloquin zum Einsatz. Die Behandlung von Malaria tertiana benötigt zusätzlich den Wirkstoff Primaquin, um den Erregerbefall in der Leber zu bekämpfen.

Die unkomplizierte Malaria tropica wird ebenfalls mit Chloroquin behandelt, sofern der Erreger in einem Land ohne Chloroquin-Resistenz erworben wurde. Bei Einreise aus Gebieten, in denen die Malaria-Erreger gegen diesen Wirkstoff resistent sind, kommen auch hier die Kombinationen Atovaquon/Proguanil, Artemether/Lumefantrin oder Mefloquin zum Einsatz.

Liegt eine komplizierte Malaria tropica vor, so ist Chinin das Mittel der Wahl. Ärzte verordnen es häufig zusammen mit einem bestimmten Antibiotikum (Doxycyclin, Clindamycin).

Einige dieser Wirkstoffe eignen sich auch zur Vorbeugung einer Malaria. Neben der Bekämpfung der Erreger werden bei Malaria auch die Symptome behandelt. Gegen Fieber helfen Wadenwickel, Paracetamol und Ibuprofen. Bei einem stark erniedrigten Blutzucker-Spiegel verabreichen Ärzte eine Traubenzucker-Infusion.

Prognose: Wie ist die Prognose von Malaria?

Die Malaria tertiana und die Malaria quartana verlaufen bei entsprechender Behandlung in der Regel gut. Der Verlauf einer Malaria tropica hängt vom Therapiebeginn, vom Schweregrad der Infektion und von den betroffenen Organen ab. Wird sie frühzeitig und adäquat behandelt, ist die Prognose auch hier gut und die Infektion heilt vollständig aus. Bei fehlender, inadäquater oder zu spät einsetzender Therapie kann vor allem die Malaria tropica tödlich verlaufen.

Vorbeugung: Wie kann man einer Malaria vorbeugen?

Vorbeugende Maßnahmen der Malaria bestehen vorwiegend darin, den Kontakt mit infizierten Mücken zu vermeiden. Dies sollte vor einer Reise in Malaria-gefährdete Gebiete beachtet und die entsprechenden Vorkehrungen getroffen werden: Zur Malaria-Prophylaxe zählen Schutzmaßnahmen wie Moskitonetze, geeignete Kleidung und insektenabwehrende Substanzen. Weiterhin gibt es die Möglichkeit im Rahmen der sogenannten Chemoprophylaxe, eine Woche vor Reiseantritt bis vier Wochen nach der Reise regelmäßig bestimmte Medikamente einzunehmen. Diese können zwar einen Ausbruch der Malaria verhindern, eine Infektion mit den Erregern jedoch nicht.

Eine Malaria-Vorbeugung mit Medikamenten ist nicht für alle Regionen gleichermaßen empfehlenswert. Ob und welche Präparate eine Wirkung in dem jeweiligen Gebiet haben, sollte zuvor immer mit einem Tropenmediziner abgeklärt werden. Eine Impfung gegen Malaria gibt es derzeit nicht.

Weitere Informationen

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Autor: Sabine Fischer, Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Baenkler, H.W.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2014
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG): Empfehlung zur Malaria-Vorbeugung: www.dtg.org (Abruf: 10/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) Diagnostik und Therapie der Malaria. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 042/001 (Stand: 08/2014)
Robert Koch-Institut. Malaria: www.rki.de (Abruf: 10/2017)
World Health Organization: Malaria: www.who.int (Abruf: 10/2017)