Metformin bei Typ-2-Diabetes

Pillen
© PeteLinforth / Pixabay

Metformin ist eines der ältesten Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2, auch Typ-2-Diabetes genannt. Es zählt zu den Antidiabetika, also zu Präparaten, die den Blutzucker-Spiegel senken. Wie Metformin wirkt, wann es eingesetzt wird und welche Nebenwirkungen möglich sind, lesen Sie hier.

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Wann sind Antidiabetika wie Metformin nötig?

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben einen dauerhaft zu hohen Blutzucker-Spiegel. Dies geht mit einem erhöhten Risiko für Schäden an den Nerven und Blutgefäßen einher, unter anderem auch für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Daher ist es sehr wichtig, den erhöhten Blutzucker-Spiegel zu senken. Zunächst kann man versuchen, dies durch die Änderung seiner Lebensgewohnheiten zu erreichen. Konkret bedeutet das: die Ernährung umstellen, Gewicht reduzieren und mehr bewegen.

Reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus, um den Blutzucker-Spiegel bei Typ-2-Diabetes zu senken, können Medikamente helfen. Dies gilt insbesondere, wenn bereits Folgeerkrankungen, wie Schäden an der Netzhaut des Auges oder an den Nieren, vorliegen. Tabletten, die den Blutzucker-Spiegel senken, werden zusammenfassend als Antidiabetika bezeichnet. Zu den am längsten gebräuchlichen Antidiabetika gehört der Wirkstoff Metformin.

Wie wirkt Metformin und welche Nebenwirkungen sind möglich?

Metformin ist ein Antidiabetikum, das bei Typ-2-Diabetes den Blutzucker-Spiegel senkt, indem es die Wirkung des im Körper vorhandenen Hormons Insulin verbessert. In einer großen englischen Studie an mehreren Tausend Typ-2-Diabetikern wurde ermittelt, dass unter der Behandlung mit Metformin seltener Herzinfarkte und andere Diabetes-Komplikationen auftraten.

Ein großer Vorteil von Metformin ist, dass es trotz Blutzucker-Senkung nicht zu Unterzuckerungen führt (zumindest, wenn es nicht mit anderen Antidiabetika kombiniert wird). In sehr seltenen Fällen (etwa 1 von 10.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes pro Jahr) kommt es allerdings als Nebenwirkung zu einer Übersäuerung des Blutes durch Metformin, die sich unter anderem mit Atemnot, Erbrechen bis hin zur Bewusstlosigkeit äußern kann. Häufigere, harmlose, aber zum Teil unangenehme Nebenwirkungen von Metformin sind Übelkeit, Bauchschmerzen und ein metallischer Geschmack auf der Zunge.

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Metformin ist nicht zur Behandlung von Typ-2-Diabetes geeignet, wenn eine der folgenden Krankheiten vorliegt:

Welche weiteren Antidiabetika gibt es und wie wirken sie?

Neben Metformin, gibt es eine Reihe weiterer Medikamente, die den Blutzucker-Spiegel bei Typ-2-Diabetes senken können. Welche Wirkstoffe eingesetzt werden, hängt unter anderem vom Alter, Gesundheitszustand, Gewicht, Behandlungsziel und von der individuellen Verträglichkeit des Antidiabetikums ab.

  • Sulfonylharnstoffe: Diese Antidiabetika helfen dem Körper, mehr Insulin zu produzieren. Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet wird und den Blutzucker-Spiegel senkt.
  • Glitazone: Sie bewirken, dass die Zellen des Körpers das Blutzucker-senkende Hormon Insulin besser verwerten können.
  • Glinide: Diese Wirkstoffe erhöhen die Insulin-Produktion des Körpers.
  • Gliptine (DPP-4-Hemmer): Gliptine steigern ebenfalls die Insulin-Produktion des Körpers.
  • Flozine (SGLT-2-Hemmer): Diese Antidiabetika führen dazu, dass vermehrt Zucker (Glukose) über den Urin ausgeschieden wird.
  • Alpha-Glucosidase-Hemmer: Sie bewirken, dass Zucker (Glukose) langsamer vom Darm aufgenommen wird. Ärzte setzen sie allerdings nur noch selten bei Typ-2-Diabetes ein.

Falls auch Antidiabetika nicht helfen, um den Blutzucker-Spiegel ausreichend zu senken, kann es bei Typ-2-Diabetes nötig sein, das Hormon Insulin zu spritzen. Menschen mit Typ-1-Diabetes sind zwingend auf Insulin angewiesen. Bei Insulin unterscheiden Mediziner zwischen Humaninsulin und Insulinanaloga. Außerdem gibt es zur Behandlung von Typ-2-Diabetes sogenannte Inkretin-Mimetika, welche die Insulin-Produktion des Körpers anregen.

Weitere Informationen

Autor: medproduction, www.medproduction.de
Datum: Oktober 2016
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin: DEGAM-Leitlinie „Kardiovaskuläre Prävention“. METFORMIN (Stand: November 2008)
Euroclinix: Metformin. https://www.euroclinix.net/de/diabetes/metformin#wirkmechanismus_von_metformin (Abruf: Oktober 2016)
IQWiG: Gesundheitsinformation.de, Medikamente bei Typ-2-Diabetes. http://www.gesundheitsinformation.de (Abruf: Oktober 2016)
Nationale VersorgungsLeitlinie: Therapie des Typ-2-Diabetes (Stand August 2013)

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