Muskelkater

Muskeln
© Lukasz Dylka / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Muskelkater?

Muskelkater ist ein Muskelschmerz, der mit einer Verzögerung von einigen Stunden nach einer ungewohnten Muskelbeanspruchung auftritt. Vor allem nach übermäßiger körperlicher Aktivität, wie Sport bei untrainierten Personen oder neuen Bewegungen bei geübten Sportlern, kommt es zu diesen Muskelschmerzen. Einige Tätigkeiten, zum Beispiel Bergwege oder Stufen abwärts gehen, führen besonders oft zu Muskelkater. Hierbei bleiben die Muskeln unter Anstrengung gestreckt (exzentrische Beanspruchung).

Anzeige

Früher ging man davon aus, dass Muskelkater durch eine Übersäuerung (Milchsäure, Laktat) der beanspruchten Muskeln hervorgerufen wird. Heute aber weiß man, dass kleinste Verletzungen (Mikrotraumen) der beanspruchten Muskulatur die Schmerzen verursachen. Während die zerstörten Muskelstrukturen abgebaut werden, dringt Gewebswasser in den Muskel ein und es werden schmerzauslösende Stoffe (Histamin) freigesetzt. Wenngleich dem Muskelkater also ursächlich Muskelverletzungen zugrunde liegen, ist er relativ harmlos und verschwindet in der Regel von alleine.

Beschwerden: Wie äußert sich ein Muskelkater?

Der Muskelkater setzt typischerweise erst einige Stunden (etwa 24 bis 38 Stunden) nach der körperlichen Beanspruchung ein und kann bis zu einer Woche andauern. Er äußert sich durch Schmerzen bei Bewegung, Anspannung, Druck und Dehnung der betroffenen Muskulatur. Die Muskeln sind häufig steif, hart, druckempfindlich und kraftlos. Auch die Gelenke können durch die schmerzbedingte Schonhaltung eingeschränkt sein.

Diagnose: Wie wird Muskelkater diagnostiziert?

Bei Schmerzen, die erst mit einer Verzögerung von einigen Stunden nach der körperlichen Belastung auftreten, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen harmlosen Muskelkater. Einen Arzt muss man damit in der Regel nicht aufsuchen. Bei starken und anhaltenden Muskelschmerzen sollte man aber eine größere Verletzung, wie einen Muskelriss oder eine Sehnen-, Bänder- oder Gelenkverletzung, ausschließen. Der Arzt wird dann eine gründliche Untersuchung der betroffenen Körperregion und gegebenenfalls eine weitere Diagnostik (zum Beispiel eine Röntgen-Untersuchung) durchführen.

Behandlung: Wie kann Muskelkater behandelt werden?

Muskelkater muss nicht zwingend behandelt werden. Auch ist es nicht notwendig, die Muskulatur völlig ruhig zu stellen; vielmehr ist es ratsam, sich schonend weiterzubewegen. Wärme, zum Beispiel in Form einer Wärmflasche oder eines heißen Bades, ist wohltuend, entspannt die verhärtete Muskulatur und kann den Heilungsprozess etwas beschleunigen. Da es sich beim Muskelkater – wenn auch nur um kleinste – Muskelverletzungen handelt, ist eine Massage der betroffenen Muskulatur nicht empfehlenswert. Medikamente mit Wirkstoffen wie Diclofenac oder Ibuprofen können zwar die Schmerzen etwas lindern, sind zur Behandlung von Muskelkater aber nicht nötig.

Anzeige

Um die Therapie von Muskelkater kursieren darüber hinaus viele Gerüchte über mögliche effektive Behandlungen – von Physiotherapie (Krankengymnastik) über naturheilkundliche Verfahren und hoch dosierte Magnesiumgaben bis hin zur Empfehlung von hoher Kraftbelastung am nächsten Tag. Diese Ansätze sind therapeutisch jedoch fraglich und wissenschaftlich nicht begründet.

Prognose: Wie ist die Prognose von Muskelkater?

Der Muskelkater ist zwar oft schmerzhaft, er ist aber relativ harmlos und hinterlässt keine bleibenden Schäden. Die Mikroverletzungen der betroffenen Muskulatur heilen vollständig und im Normalfall von alleine ab.

Vorbeugung: Wie kann man Muskelkater vorbeugen?

Einem Muskelkater lässt sich vorbeugen, indem man Überanstrengungen der Muskulatur vermeidet. Wer sich sportlich betätigt, sollte die Belastung Schritt für Schritt steigern. Ob Aufwärmen und Dehnen vor und nach dem Sport einem Muskelkater vorbeugen, ist nicht sicher. Auch die Einnahme von sogenannten Antioxidanzien wie Vitamin C und E zur Prophylaxe dieses Muskelschmerzes ist wissenschaftlich nicht belegt.

Weitere Informationen

Diese Produkte können Sie direkt bei Amazon bestellen (Anzeige):

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Autor: Dr. med. Angelika Berenboim
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Böning, D.: Muskelkater. Deutsches Ärzteblatt, 2002 Heft 6, 99: A 372–375
Hollmann, W. et al.: Sportmedizin. Schattauer Verlag, 2009
Müller-Wohlfahrt, H.-W.: Muskelverletzungen im Sport. Thieme, Stuttgart 2014
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017