Scharlach

Fieberthermometer
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Ursachen: Was sind die Ursachen von Scharlach?

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gattung Streptococcus verursacht wird. Die Erreger, die in den menschlichen Atemwegen vorkommen, werden meist mittels Tröpfcheninfektion, das heißt durch Niesen oder Husten einer infizierten Person, oder durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person, übertragen. Verantwortlich für die Symptome sind die von den Bakterien gebildeten Toxine (Gifte). Von Scharlach betroffen sind vor allem Kinder im Alter zwischen drei und zehn Jahren, weshalb Scharlach zu den Kinderkrankheiten zählt.

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Beschwerden: Wie äußert sich Scharlach?

Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome, beträgt bei Scharlach zwischen ein bis drei Tage, selten länger. Anzeichen einer Infektion sind:

Auf der Zunge kann sich ein weißer Belag bilden; die Zunge selbst färbt sich bei Scharlach hochrocht, man spricht hier von der sogenannten Himbeerzunge.

Ein bis zwei Tage nach dem Ausbruch der Krankheit ist der für Scharlach typische Hautausschlag mit kleinen roten Flecken zu erkennen. Zuerst an Hals und Brust sichtbar, breitet er sich nach wenigen Stunden über den ganzen Körper aus. Einzig die Mundpartie sowie die Innenseite der Hände bleiben von dem Scharlach-Ausschlag verschont. Der Ausschlag verblasst in der Regel innerhalb von sieben Tagen. Nachdem der Hautausschlag abgeklungen ist, beginnt die Haut sich zu schuppen.

Diagnose: Wie wird Scharlach diagnostiziert?

Der Arzt diagnostiziert Scharlach vor allem anhand der typischen Symptome: den roten Hautausschlag und die sogenannte Himbeerzunge. Die Diagnose Scharlach kann durch einen Rachenabstrich mit einem Wattestäbchen und anschließenden Nachweis der Erreger im Labor bestätigt werden.

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Behandlung: Wie kann Scharlach behandelt werden?

Wird Scharlach diagnostiziert, erfolgt eine Behandlung des Erregers Streptococcus pyogenes mit Antibiotika (Penizillin). Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel zehn Tage. Die Beschwerden klingen nach Behandlungsbeginn innerhalb von ein bis zwei Tagen ab. Bei einer Allergie gegen Penizillin können andere wirksame Antibiotika wie Erythromycin oder Cephalosporin verabreicht werden.

Prognose: Wie ist die Prognose von Scharlach?

Wird Scharlach rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, ist die Prognose meist gut und die Erkrankung heilt vollständig aus. Man muss bei Scharlach mit hohem Fieber von einer Dauer von drei bis vier Tagen rechnen, der typische Hautausschlag kann bis zu sieben Tage andauern. Nach dem Ausschlag beginnt sich die Haut zu schuppen, besonders an den Handinnenflächen und den Fußsohlen.

Bei einem schweren Verlauf der Krankheit kann es zu Komplikationen kommen, zum Beispiel zu einer Mittelohr-Entzündung (Otitis media), Lungenentzündung (Pneumonie), Nierenentzündung, Gelenkentzündung (Arthritis) und Hautentzündungen. Eine seltene, aber schwere Komplikation von Scharlach ist das rheumatische Fieber, bei dem verschiedene Organe entzündet sind.

Nach einer durchgemachten Infektion ist man nicht immun gegen Scharlach, sondern es ist eine erneute Erkrankung an Scharlach möglich.

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Vorbeugung: Wie kann man Scharlach vorbeugen?

Da Scharlach über Tröpfchen oder den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen wird, sollte man den Kontakt zu Erkrankten meiden, um Scharlach vorzubeugen. Eine an Scharlach erkrankte Person ist bis zu drei Wochen lang ansteckend. Je früher mit der Antibiotika-Behandlung begonnen wird, desto kürzer ist das Ansteckungsrisiko. Wer Kontakt mit einer an Scharlach erkrankten Person hat, sollte auf Hygiene achten und sich beispielsweise gründlich die Hände waschen.

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Autor: Simon Korn, M.Sc. Biologie
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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Centers for Disease Control and Prevention: Scarlet fever. www.cdc.gov (Abruf: 11/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017
Robert Koch-Institut: www.rki.de (Abruf: 11/2017)