Seborrhoisches Ekzem

Ärztin mit Stethoskop
© Tim Reckmann / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen für das Seborrhoische Ekzem?

Ein seborrhoisches Ekzem ist eine chronische, fettig-schuppige Hauterkrankung. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, vor allem im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt. Bei Frauen tritt die Hauterkrankung meist in den Wechseljahren (Klimakterium) auf. Besonders schwere Verläufe kommen im Zusammenhang mit AIDS-Erkrankungen vor.

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Eine häufige Form des seborrhoischen Ekzems ist die seborrhoische Säuglingsdermatitis, die im Volksmund auch als Kopfgneis oder Grind bekannt ist. Diese tritt kurz nach der Geburt auf und heilt in der Regel nach wenigen Monaten von selbst ab. Selten erkranken Säuglinge an einer schweren Variante der Krankheit, der Erythrodermia desquamativa Leiner, bei der die gesamte Hautoberfläche betroffen ist.

Die Ursachen des seborrhoischen Ekzems sind nicht vollständig bekannt. Genetische und hormonelle Faktoren scheinen eine Rolle zu spielen. Vermutet wird auch ein Zusammenhang zwischen einer Überfunktion der Talgdrüsen und einer Besiedlung der Haut mit bestimmten Hefepilzen. Auch klimatische Bedingungen (Sonnenbestrahlung) sowie die Lebensführung (Stress, Ernährung) können den Verlauf des seborrhoischen Ekzems beeinflussen.

Beschwerden: Wie äußert sich das Seborrhoische Ekzem?

Das seborrhoische Ekzem tritt bevorzugt in talgdrüsenreichen Hautregionen auf. Es macht sich meist durch scharf begrenzte, fettig-gelbe Schuppenkrusten auf diffus gerötetem Grund bemerkbar. Am häufigsten sind folgende Körperstellen betroffen:

  • Behaarte Kopfhaut
  • Augenbrauen
  • Äußerer Gehörgang
  • Gesichtsfalten im Mund- und Nasenbereich (Nasolabialfalten)
  • Kinn und Stirn
  • Wangen
  • Brust und Rücken (vordere und hintere Schweißrinne)
  • Genitalregion

Bei der seborrhoischen Säuglingsdermatitis finden sich Hautveränderungen an Gesicht und Kopf, sowie verstreut am Rumpf. Tritt das seborrhoische Ekzem in der Windelregion auf, kann es leicht mit der Windeldermatitis verwechselt werden. In den meisten Fällen verläuft die Hautkrankheit bei Säuglingen harmlos und bereitet kaum Beschwerden. Bei der seltenen Form der Erythrodermia desquamativa Leiner hingegen treten die Hautveränderungen am gesamten Körper auf. Die betroffenen Säuglinge sind schwer krank und es kommt zu Fieber, Erbrechen und Durchfall (Diarrhö). Erwachsene mit seborrhoischem Ekzem leiden, neben mäßigem Juckreiz, in erster Linie unter den kosmetischen Folgen der Erkrankung.

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Diagnose: Wie wird das Seborrhoische Ekzem diagnostiziert?

Wegen seines charakteristischen Aussehens ist das seborrhoische Ekzem in vielen Fällen bereits mit bloßem Blick erkennbar. Um andere schuppende Hauterkrankungen und Ekzemformen auszuschließen, zum Beispiel eine Schuppenflechte (Psoriasis), Kleienflechte (Pityriasis) oder Neurodermitis (atopische Dermatitis), empfiehlt es sich, einen Hautarzt aufzusuchen. Dieser kann das seborrhoische Ekzem außerdem durch einen Allergie-Test von einem allergischen Ekzem abgrenzen. Durch eine Hautprobe lässt sich im Labor ein möglicher Hefepilz-Befall nachweisen.

Behandlung: Wie kann das Seborrhoische Ekzem behandelt werden?

Grundsätzlich wird das seborrhoische Ekzem äußerlich, das heißt durch das Auftragen von Cremes oder Lotionen und der Anwendung von entfettenden und wirkstoffhaltigen Shampoos behandelt. Kurzfristig eignen sich milde Kortison-haltige Präparate. Antipilzmittel (Antimykotika) sind wegen des häufig gleichzeitigen Auftretens mit Haut-Hefepilzen hilfreich. Um das Hautbild langfristig zu stabilisieren, verschreibt der Arzt häufig Cremes, die Schwefel, Selensulfid, Harnsäure oder Salizylsäure enthalten.

Das seborrhoische Ekzem bessert sich durch mäßige UV-Bestrahlung, daher kann eine vom Arzt durchgeführte UV-Behandlung sinnvoll sein. Die seborrhoische Säuglingsdermatitis muss normalerweise nicht behandelt werden. Sehr ausgeprägte Fälle behandelt der Arzt kurzfristig mit kortisonhaltigen Cremes. Bei positivem Hefenachweis eignen sich Präparate, die Antipilzmittel (wie Nystatin) enthalten.

Bei der sehr seltenen, massiven Form seborrhoischen Ekzems, der Erythrodermia desquamativa Leiner, können die Säuglinge durch Erbrechen und Durchfall (Diarrhö) schnell viel Flüssigkeit verlieren. In diesem Fall kann die Gabe von Flüssigkeit und Mineralstoffen notwendig sein.

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Prognose: Wie ist die Prognose des Seborrhoischen Ekzems?

Das seborrhoische Ekzem verläuft häufig chronisch und heilt selten völlig aus. Die Hautkrankheit bessert sich jedoch oft in den Sommermonaten. Insgesamt sind bei Erwachsenen mit intaktem Immunsystem (Abwehrkräfte) schwere Verläufe des seborrhoischen Ekzems sehr selten. Dagegen entwickeln 50 bis 70 Prozent der HIV-Infizierten ein massives seborrhoisches Ekzem.

Die seborrhoische Säuglingsdermatitis bildet eine Ausnahme: Die Hautveränderungen verschwinden hier meist spontan und vollständig bis zum vierten Lebensmonat. Bei der seltenen, schwer verlaufenden Erythrodermia desquamativa Leiner hingegen kann es zu schweren Komplikationen kommen. Durch Erbrechen und Durchfall (Diarrhö) können die Säuglinge schnell austrocknen, außerdem ist eine zusätzliche Besiedlung der Haut durch Bakterien und Pilze (Superinfektion) möglich. Mit einer entsprechenden Therapie ist aber auch hier die Prognose gut.

Vorbeugung: Wie kann man einem Seborrhoischen Ekzem vorbeugen?

Einem seborrhoischen Ekzem lässt sich nicht speziell vorbeugen. Zeigen sich bereits die typischen Beschwerden, so lässt sich der Hautzustand durch sorgfältige Körperhygiene und Hautpflege verbessern. Ein Hautarzt erklärt, wie sich die Haut beim seborrhoischen Ekzem pflegen lässt. Eine gesunde Lebensweise (ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung wenig Stress etc.) kann Rückfällen vorbeugen. Aufenthalte an der frischen Luft sowie mäßige (nicht zu intensive) Sonnenstrahlung wirken sich beim seborrhoischen Ekzem positiv aus.

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Autor: Pascale Huber, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017