Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Ursachen: Was sind die Ursachen von Speiseröhrenkrebs?

Es gibt zwei verschiedene Formen von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom): Plattenepithelkarzinome machen etwa 50 bis 60 Prozent aus. Sie entstehen in der Schleimhaut der Speiseröhre. Die genauen Ursachen des Ösophaguskarzinoms sind noch nicht bekannt. Bei der Entstehung eines Plattenepithelkarzinoms spielt aber vermutlich der übermäßige Genuss von Alkohol und Nikotin eine entscheidende Rolle. Die Adenokarzinome entwickeln sich im unteren Bereich der Speiseröhre. Eine wichtige Ursache scheint die Refluxkrankheit zu sein. Dabei fließen in gesteigertem Maße Säure und Galle aus dem Magen in die Speiseröhre, was häufig mit Sodbrennen einhergeht.

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An Speiseröhrenkrebs erkranken in Deutschland jährlich etwa 8.000 Männer und 3.100 Frauen. Dass Männer  häufiger an einem Ösophaguskarzinom erkranken als Frauen, liegt wahrscheinlich am höheren Alkohol- und Tabakkonsum von Männern.

Beschwerden: Wie äußert sich Speiseröhrenkrebs?

Die Beschwerden bei Speiseröhrenkrebs sind unspezifisch und treten erst relativ spät auf. Ein wichtiges Symptom sind Schluckbeschwerden (Dysphagie). Sie sind darauf zurückzuführen, dass der Tumor die Speiseröhre einengt. Frühe Beschwerden sind außerdem Würgen beim Schlucken und Krämpfe der Speiseröhre. Weitere mögliche Anzeichen sind Schmerzen hinter dem Brustbein und im Rücken sowie häufiges Aufstoßen. Schreitet der Speiseröhrenkrebs weiter fort, kommen Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Erbrechen hinzu.

Diagnose: Wie wird Speiseröhrenkrebs diagnostiziert?

Zunächst ist beim Verdacht auf Speiseröhrenkrebs ein ausführliches Gespräch über Art und Dauer der Beschwerden (wie Schluckstörungen, Gewichtsverlust), die Lebensweise (z. B. Alkoholgenuss, Rauchen) und vieles mehr wichtig. Außerdem nimmt der Arzt Blut ab und lässt dieses im Labor untersuchen. Eine Röntgen-Untersuchung mit Kontrastmittel macht Verengungen der Speiseröhre gut sichtbar. Speiseröhrenkrebs kann schließlich durch eine Spiegelung der Speiseröhre (Ösophagoskopie) sicher festgestellt werden. Dabei führt der Arzt einen feinen Schlauch mit einer Kamera in den Hals ein und entnimmt Gewebe, welches der Gewebespezialist (Pathologe) im Labor auf Krebszellen untersucht (histologische Abklärung). Weitere Untersuchungen, auch um eventuelle Metastasen zu finden, sind Ultraschall (Sonografie), Computertomografie (CT), Positronen-Emissions-Tomografie (PET) und ein Skelettszintigramm.

Behandlung: Wie kann Speiseröhrenkrebs behandelt werden?

Die Behandlung von Speiseröhrenkrebs setzt sich – je nachdem, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist – aus Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie zusammen. Häufig entscheidet der Arzt bei Speiseröhrenkrebs, schon vor einer Operation eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie einzusetzen, um den Tumor zu verkleinern (neoadjuvante Therapie).

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Operation

Am wichtigsten ist die Operation bei Speiseröhrenkrebs, bei der ein Chirurg versucht, den gesamten Tumor und zur Sicherheit einen Teil des umliegenden gesunden Gewebes zu entfernen. Zusätzlich entnimmt er die benachbarten Lymphknoten (Lymphadenektomie). Muss ein Teil der Speiseröhre entfernt werden, zieht der Chirurg den Magen hoch, um die Verbindung wiederherzustellen. Ist der Speiseröhrenkrebs im untersten Bereich der Speiseröhre angesiedelt, wird auch der obere Magenbereich entnommen. Eventuell notwendige Überbrückungen nimmt der Arzt mit einem Stück des Dünndarms vor.

Bestrahlung

Bei der Strahlentherapie (Bestrahlung, Radiotherapie) verändern ionisierende Strahlen das Erbgut der Zellen. Gesunde Zellen können diese Schäden größtenteils reparieren; den Krebszellen des Speiseröhrenkrebses gelingt das schlechter und sie sterben ab. Die Bestrahlung erfolgt in der Regel über mehrere Sitzungen und wird teilweise mit einer Chemotherapie kombiniert.

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Chemotherapie

Zur begleitenden Behandlung bei Speiseröhrenkrebs werden Wirkstoffe eingesetzt, die das Zellwachstum und die Zellteilung auf verschiedene Art und Weise hemmen (Zytostatika). Wie auch die Bestrahlung, erfolgt die Chemotherapie bei Speiseröhrenkrebs nur über einen begrenzten Zeitraum. Da die Chemotherapie nicht nur die Tumorzellen, sondern auch gesunde Zellen schädigt, können Nebenwirkungen wie Haarausfall (Alopezie), Erbrechen, Durchfall (Diarrhö) und Blutarmut (Anämie) auftreten.

Zusätzlich kommen bei bestimmten Formen von Speiseröhrenkrebs sogenannte zielgerichtete Therapien in Betracht.

Prognose: Wie ist die Prognose bei Speiseröhrenkrebs?

Die Prognose von Speiseröhrenkrebs hängt vom Stadium ab, in dem der Krebs entdeckt und behandelt wird. Diese Art von Karzinom wird häufig erst in einem späten Stadium entdeckt und hat dann eine schlechte Prognose. In einem frühen Stadium lässt sich ein Ösophaguskarzinom hingegen gut behandeln.

Vorbeugung: Wie kann man Speiseröhrenkrebs vorbeugen?

Als Vorbeugung von Speiseröhrenkrebs ist es wichtig, die Risikofaktoren zu vermeiden. Dazu gehört vor allem der Konsum von Alkohol und Nikotin. Besteht eine Refluxkrankheit, sollte der Arzt diese behandeln. Dadurch gelangt weniger Magensäure in die Speiseröhre. Magensäure verursacht Schleimhautschäden, die unter anderem Speiseröhrenkrebs verursachen können.

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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Baenkler, H.W. et al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2014
Deutsche Krebsgesellschaft: www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 11/2017)
Deutsche Krebshilfe: Speiseröhrenkrebs. www.krebshilfe.de (Abruf: 11/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Robert Koch-Institut: www.rki.de (Abruf: 11/2017)