C-Peptid

Reagenzgläser und Spritze im Labor
© PublicDomainPictures / pixabay.de

Was bedeutet der Laborwert C-Peptid?

Das C-Peptid (Connecting Peptide) ist ein Eiweiß, das bei der Spaltung der Hormonvorstufe Proinsulin entsteht. In der Bauchspeicheldrüse wird Proinsulin gebildet. Damit das blutzuckersenkende Hormon Insulin im Körper wirken kann, wird Proinsulin in seine Bestandteile – Insulin und das C-Peptid – gespalten und ins Blut abgegeben.

Anzeige

Wann wird der Laborwert C-Peptid gemessen (welche Indikation)?

Ärzte lassen das C-Peptid bestimmen, um die körpereigene Insulin-Produktion bzw. die Insulin-Freisetzung aus der Bauchspeicheldrüse zu beurteilen. So kann das C-Peptid bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sowie beim Verdacht auf einen insulinproduzierenden Tumor der Bauchspeicheldrüse, ein Insulinom, gemessen werden. Außerdem lässt sich eine sogenannte Hypoglycaemia factitia beurteilen – dies bedeutet, dass jemand missbräuchlich Insulin oder Sulfonylharnstoffe (Antidiabetika) einnimmt oder verabreicht bekommt.

Wie wird der Laborwert C-Peptid gemessen?

Das C-Peptid wird im Blut gemessen. Es ist, ebenso wie Proinsulin und Insulin, alleine jedoch nicht ausreichend aussagekräftig und wird daher immer zusammen mit anderen Laborwerten wie der Glukose (Blutzucker) oder weiteren Funktionstests beurteilt.

Wie lauten die Referenzwerte für den Laborwert C-Peptid?

Die Referenzwerte für das C-Peptid sind 1,0-2,1 µg/l bzw. 0,3-0,7 nmol/l.

Was bedeutet eine Erhöhung des Laborwerts C-Peptid?

Das C-Peptid kann bei einem insulinproduzierenden Tumor der Bauchspeicheldrüse (Insulinom) sowie bei der missbräuchlichen Einnahme (Hypoglycaemia factitia) von Sulfonylharnstoffen (Antidiabetika) erhöht sein. Im Zusammenhang mit den anderen Laborwerten ergibt sich folgende Konstellation:

Anzeige

Ursache

Insulin

C-Peptid Proinsulin

Sulfonylharnstoffe im Urin

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Insulinom

normal bis erhöht

normal bis erhöht

nicht nachweisbar

Hypoglycaemia factitia durch Insulin-Missbrauch

stark erhöht

erniedrigt

nicht nachweisbar

Hypoglycaemia factitia

durch Sulfonylharnstoff-Missbrauch

erhöht

erhöht

nachweisbar

Was bedeutet eine Erniedrigung des Laborwerts C-Peptid?

Das C-Peptid kann bei der missbräuchlichen Einnahme von Insulin erniedrigt sein. Dabei fällt der Blutzucker-Spiegel ab und es kommt zur Unterzuckerung (Hypoglycaemia factitia). Außerdem lassen sich bei einer Vorstufe von Diabetes mellitus (Prä-Diabetes) niedrige C-Peptid-Werte messen.

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M.Sc. Biologie
Quellen:
Arastéh, K. et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009