Insulin

Blutzucker messen
© Steve Buissinne / pixabay.de

Was bedeutet der Laborwert Insulin?

Insulin ist ein in der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon. Es beschleunigt die Aufnahme von Zucker (Glukose) aus der Nahrung und senkt so den Blutzuckerspiegel. Bei einem chronisch zu hohen Blutzuckerspiegel spricht man von Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Es gibt verschiedene Formen von Diabetes, die häufigsten sind Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Ursache ist ein Insulinmangel (es fehlt an Insulin) oder eine Insulinresistenz (das Insulin kann nicht wirken).

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In der Bauchspeicheldrüse liegt die Vorstufe des Insulins, das Proinsulin, vor. Damit Insulin im Körper wirken kann, wird Proinsulin in seine Bestandteile – Insulin und das C-Peptid – gespalten und ins Blut abgegeben.

Wann wird der Laborwert Insulin gemessen (welche Indikation)?

Insulin wird in der Labormedizin selten alleine bestimmt. Um einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) zu diagnostizieren und zu kontrollieren, eignen sich andere Laborwerte und Labortests besser (z.B. Glukose, oraler Glukose-Toleranz-Test, HbA1c).

Insulin kann, zusammen mit Proinsulin und C-Peptid, beim Verdacht auf einen insulinproduzierenden Tumor der Bauchspeicheldrüse, das Insulinom, gemessen werden. Außerdem lässt sich eine sogenannte Hypoglycaemia factitia beurteilen – dies bedeutet, dass jemand missbräuchlich Insulin oder Sulfonylharnstoffe (Antidiabetika) einnimmt oder verabreicht bekommt.

Wie wird der Laborwert Insulin gemessen?

Insulin wird im Blut gemessen. Es ist, ebenso wie Proinsulin und C-Peptid, alleine jedoch nicht ausreichend aussagekräftig und wird daher immer zusammen mit anderen Laborwerten wie der Glukose (Blutzucker) oder weiteren Funktionstests beurteilt.

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Wie lauten die Referenzwerte für den Laborwert Insulin?

Es gibt verschiedene Einheiten, in denen Insulin gemessen wird. Die Referenzwerte für Insulin lauten:

  • 20-120 pmol/l bzw.
  • 0,13-0,7 ng/ml bzw.
  • 3-17 mU/l

Zu beachten ist, dass die Laborwerte für Insulin methoden- und laborabhängig sind. Es empfiehlt sich daher, sich nach den Referenzwerten des jeweiligen Labors zu richten.

Was bedeutet eine Erhöhung des Laborwerts Insulin?

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben häufig einen kompensatorisch zu hohen Insulin-Spiegel (Hyperinsulinämie), da bei dieser Diabetes-Form zwar Insulin produziert wird, dieses aber nicht an den Zellen wirken kann (Insulinresistenz). Auch bei bestimmten Hormon- und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Akromegalie, Cushing-Syndrom) sowie als Nebenwirkung einiger Medikamente (wie Kortison, Anti-Baby-Pille) treten mitunter erhöhte Insulin-Werte auf.

Insulin kann außerdem bei einem insulinproduzierenden Tumor der Bauchspeicheldrüse (Insulinom) sowie bei der missbräuchlichen Einnahme (Hypoglycaemia factitia) von Sulfonylharnstoffen (Antidiabetika) erhöht sein. Im Zusammenhang mit den anderen Laborwerten ergibt sich folgende Konstellation:

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Ursache

Insulin

C-Peptid Proinsulin

Sulfonylharnstoffe im Urin

Insulinom

normal bis erhöht

normal bis erhöht

nicht nachweisbar

Hypoglycaemia factitia durch Insulin-Missbrauch

stark erhöht

erniedrigt

nicht nachweisbar

Hypoglycaemia factitia

durch Sulfonylharnstoff-Missbrauch

erhöht

erhöht

nachweisbar

Was bedeutet eine Erniedrigung des Laborwerts Insulin?

Zu niedrige Insulin-Werte finden sich bei Diabetes mellitus Typ 1 sowie bei einer Unterfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophysen-Insuffizienz).

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M.Sc. Biologie
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009