Serotonin (5-Hydroxytryptamin, 5-HT)

Nervensystem
© Gerd Altmann / pixabay.de

Was bedeutet der Laborwert Serotonin?

Serotonin (auch 5-Hydroxytryptamin, 5-HAT) ist ein Hormon, das als Botenstoff (Neurotransmitter) im Zentralen Nervensystem, Magen-Darm-Trakt, Herz-Kreislauf-System und im Blut vorkommt. Serotonin beeinflusst die Weite von Blutgefäßen, den Magen-Darm-Trakt, den Atemtrakt und nimmt Einfluss auf sogenannte vegetative Funktionen wie Appetit, Körpertemperatur, Schlaf und Stimmung.

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Wann wird der Laborwert Serotonin gemessen (welche Indikation)?

Serotonin wird beim Verdacht auf einen bestimmten Tumor, das Karzinoid, bestimmt. Dieser Tumor bildet vermehrt Serotonin.

Wie wird der Laborwert Serotonin gemessen?

Serotonin kann im Blut oder im Urin (sog. 24-Stunden-Sammel-Urin) gemessen werden. Des Weiteren lässt sich 5-Hydroxy-Indolessigsäure (5-HIES), ein Serotonin-Abbauprodukt, im Urin bestimmen.

Wie lauten die Referenzwerte für den Laborwert Serotonin?

Für Erwachsene gelten folgende Referenzwerte:

  • Serotonin im Blut: < 2 µmol/l
  • Serotonin im Urin: < 1 µmol/d
  • 5-HIES im Urin < 8 µg/d bzw. < 40 µmol/l

Was bedeutet eine Erhöhung des Laborwerts Serotonin?

Möglicher Grund für eine Serotonin-Erhöhung ist ein Karzinoid, also ein Serotonin-produzierender Tumor. Auch bei anderen Erkrankungen, zum Beispiel Epilepsie und Zöliakie (Einheimische Sprue, Gluten-Unverträglichkeit), sowie bei Rauchern kann der Serotonin-Wert erhöht sein.

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Was bedeutet eine Erniedrigung des Laborwerts Serotonin?

Ein zu niedriger Serotonin-Spiegel hat in der Regel keinen Krankheitswert.

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. Martina Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M. Sc. Biologie
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014