Thrombozyten (Blutplättchen)

Blutgefäß mit roten Blutkörperchen
© OpenClips / pixabay.de

Was bedeuten die Thrombozyten?

Als Thrombozyten (kurz: „Thrombos“) bezeichnen Mediziner die Blutplättchen. Sie werden im Knochenmark gebildet, sind scheibenförmig, haben keinen Zellkern und werden in der Milz abgebaut. Die Hauptfunktion der Thrombozyten ist die Blutstillung: Bei der Verletzung eines Blutgefäßes lagern sich die Blutplättchen von innen an die Gefäßwand und bilden einen Blutpfropf.

Anzeige

Wann werden die Thrombozyten gemessen (welche Indikation)?

Die Thrombozyten werden im Rahmen eines kleinen Blutbilds gemessen sowie beim Verdacht auf Blutungsstörungen oder Thrombosen (Blutgerinnsel). Außerdem bestimmen Ärzte die Blutplättchen während einer Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Heparin).

Wie werden die Thrombozyten gemessen?

Die Thrombozyten (Blutplättchen) werden im Blut gemessen.

Wie lauten die Referenzwerte für die Thrombozyten?

Die Referenzwerte für die Thrombozyten (Blutplättchen) lauten:

  • Erwachsene: 150-400 x 109/l
  • Kinder: 150-350 x 109/l
  • Neugeborene: 100-250 x 109/l

Was bedeutet eine Erhöhung der Thrombozyten?

Erhöhte Laborwerte der Thrombozyten – eine Thrombozytose – können bei folgenden Erkrankungen vorkommen:

Anzeige
  • Akute Infektionen
  • Chronische Entzündungen
  • Krebserkrankungen
  • Knochenmarks-Erkrankungen, bei denen zu viele Blutzellen gebildet werden (Myeloproliferative Krankheiten), z.B. Chronische Myeloische Leukämie (CML), Essenzielle Thrombozythämie, Polyzythämia vera

Außerdem sind die Blutplättchen, meist nur vorübergehend, nach einer Milzentfernung erhöht.

Was bedeutet eine Erniedrigung der Thrombozyten?

Mögliche Ursachen für erniedrigte Laborwerte der Thrombozyten – eine Thrombozytopenie –  sind:

  • Blutarmut, bei der keine Blutzellen gebildet werden (Aplastische Anämie)
  • Leukämie („Blutkrebs“)
  • Chemotherapie
  • Knochenmarks-Erkrankungen (z.B. Myelodysplastisches Syndrom)
  • Bestimmte Infektionskrankheiten
  • Heparin-Therapie (gerinnungshemmendes Medikament)
  • Thrombotisch Thrombozytopenische Purpura (TTP)
  • Hämolytisch Urämisches Syndrom (HUS)
  • Lebererkrankungen (Hepatitis, Leberzirrhose)
  • Alkoholmissbrauch

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M.Sc. Biologie
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für: