Gehhilfen für Senioren: Der Rollator

Rollator
© cocoparisienne / Pixabay

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter: Derzeit sind 21 Millionen Menschen in Deutschland älter als 60 Jahre. Den meisten Deutschen ist es wichtig, die gewonnen Lebensjahre gesund und aktiv verbringen zu können. Viele ältere Menschen sind aber nicht mehr so sicher auf den Beinen und deshalb in ihrem Alltag eingeschränkt. Mit zunehmendem Alter wird die Muskulatur schwächer, die Sehkraft lässt nach, einige Senioren leiden zudem unter altersbedingtem Schwindel. All dies führt dazu, dass sich viele Senioren beim Gehen unsicher fühlen und Angst haben zu stürzen.

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Viele ältere Menschen leiden zudem unter Knochenschwund (Osteoporose). Bei ihnen kann ein Sturz schwere Folgen, wie einen Oberschenkelhalsbruch, haben. Um weiterhin mobil und aktiv zu bleiben, nutzen viele Senioren einen Rollator als Gehhilfe. Etwa zwei Millionen „Rollator-Fahrer“ sind bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs. Sie erledigen damit ihre Einkäufe, machen Arztbesuche oder nutzen den Rollator, um spazieren zu gehen.

Woher bekomme ich einen Rollator?

Einen Rollator bekommen Sie im Sanitätsfachhandel. Auch Discounter bieten von Zeit zu Zeit Rollatoren als Aktionsware an. Mittlerweile haben auch viele Onlinehändler Rollatoren im Angebot. Discounter und Online-Shops sind in der Regel günstiger als der Fachhandel. Sie bekommen aber bei diesen Anbietern keine Beratung und müssen Ihren Rollator selbst richtig einstellen.

Auf die richtige Einstellung kommt es an

Achten Sie darauf, dass ein neuer Rollator im Sanitätshaus auf Ihre Körpergröße eingestellt wird. Wenn Sie einen Rollator im Internet gekauft haben, bitten Sie einen Angehörigen, Ihnen beim Einstellen der richtigen Griffhöhe zu helfen.

So stellen Sie die Handgriffe Ihres Rollators richtig ein:

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  • Stellen Sie sich aufrecht und mit locker hängenden Armen zwischen die hinteren Räder des Rollators.
  • Ihre Handgelenke sollten sich auf gleicher Höhe wie die Handgriffe befinden.

Mit richtig eingestellten Handgriffen Ihres Rollators können Sie Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich vorbeugen.

Kommt die Krankenkasse für die Kosten des Rollators auf?

Ja, es ist möglich einen Rollator auf Rezept zu bekommen. Wer dies möchte, kann sich von seinem Hausarzt oder Orthopäden ein Rezept ausstellen lassen. Bei vielen Krankenkassen können Sie mit Ihrem Rezept direkt in ein Sanitätshaus gehen und sich dort einen Rollator aussuchen. Der Fachhändler rechnet dann direkt mit der Krankenkasse ab.

Manche Krankenkassen arbeiten jedoch nur mit bestimmten Vertragspartnern zusammen. Bei diesen Krankenkassen müssen Sie das Rezept direkt bei Ihrer Krankenkasse einreichen. Diese schickt dann einen Lieferanten mit dem Rollator vorbei. Auf Rezept gibt es ein Standard-Modell. Wer einen anderen Rollator möchte, muss die Differenz zwischen Kassenleistung und einem höherwertigem Modell selbst zahlen. Teure Rollator-Modelle sind in der Regel leichter und lassen sich mit einem Handgriff zusammenklappen.

Was ist beim Kauf eines Rollators wichtig?

Wenn Sie planen, sich einen Rollator zuzulegen, stellen Sie sich vor dem Kauf folgende Fragen:

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  • Möchten Sie mit dem Rollator Einkäufe erledigen?
    Ein Rollator, mit dem Sie einkaufen gehen möchten, sollte einen Korb oder eine integrierte Tasche besitzen. Je nach Modell haben die Einkaufskörbe ein unterschiedliches Fassungsvermögen. In der dunklen Jahreszeit empfiehlt es sich, den Rollator mit Reflektoren auszustatten. So werden Sie im Straßenverkehr besser gesehen.
  • Nutze ich den Rollator draußen oder in der Wohnung?
    Möchten Sie Ihren Rollator in der Wohnung verwenden, sollte er möglichst schmal und wendig sein. Achten Sie darauf, dass der Rollator durch alle Türen passt und Sie Möbelstücke damit problemlos umfahren können. Für den Außenbereich ist ein Rollator empfehlenswert, der robuster und breiter ist. Insbesondere wenn Sie sich unterwegs auf Ihrem Rollator ausruhen möchten, ist es sinnvoll, ein stabiles Modell zu wählen. Es gibt auch Modelle, die für den Innen- und Außenbereich geeignet sind.
  • Soll der Rollator im Auto transportiert werden oder möchten Sie mit dem Rollator verreisen?
    Rollatoren, die häufig transportiert werden, sollten sich schnell und einfach zusammenfalten lassen. Hilfreich sind auch Modelle, die sich durch das Zusammenklappen nicht verstellen, das heißt, die Anpassung an Ihre Körpergröße bleibt erhalten. Dies hat den Vorteil, dass Sie den Rollator nicht nach jedem Transport wieder neu justieren müssen.

Wer hilft mir, wenn ich mich mit meinem Rollator unsicher fühle?

Einen Rollator zu benutzen, ist gar nicht so einfach. Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster oder Fahrten mit dem Bus sind besonders für Rollator-Neulinge schwierig. In vielen Städten und Gemeinden gibt es deshalb sogenannte Rollator-Sicherheitstrainings. Diese werden von der Polizei, der Verkehrswacht oder Sanitätshäusern angeboten. In den Sicherheitstrainings werden meist Parcours aufgebaut, mit denen sich schwierige Situationen trainieren lassen.

 

Weiterführende Informationen
 
Autor: Regina Linnertz, Redaktion
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Juli 2017
Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga.de (Abruf: 07/2017)
Deutsche Verkehrswacht: www.deutscheverkehrswacht.de (Abruf: 07/2017)
Sozialverband VdK Deutschland e.V.: www.vdk.de (Abruf: 07/2017)
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