Enzymtherapie

Tabletten
© Oliver Symens / pixelio.de

Bei einer Enzymtherapie werden bestimmte Eiweiße – Enzyme – eingesetzt. Enzyme haben wichtige Funktionen im menschlichen Körper. Bei der Enzymtherapie wird diese Enzymwirkung therapeutisch genutzt.

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Wie funktioniert die Enzymtherapie?

Enzyme sind wichtige Stoffe im Körper. Sie dienen als Katalysatoren, indem sie Stoffwechselprozesse beschleunigen. Einige Enzyme, wie Proteasen oder Lipasen helfen, Moleküle wie Eiweiße bzw. Fette zu spalten, andere dabei, Moleküle „umzubauen“. In der Enzymtherapie stehen die spaltenden Enzyme im Mittelpunkt. Proteasen spielen natürlicherweise etwa in der Blutgerinnung, dem Immunsystem und der Verdauung eine wichtige Rolle. Bei der Enzymtherapie werden Enzyme gegeben, um den Körper bei Erkrankungen oder Verletzungen zu unterstützen. Die Enzymtherapie soll einen tatsächlichen oder möglichen Mangel an Enzymen ausgleichen.

Wie wird die Enzymtherapie angewendet?

Bei der Enzymtherapie kommen Enzyme aus Pflanzen (z.B. Papain), Mikroorganismen (z.B. Streptokinase) oder Tieren (z.B. Pankreatin) zur Anwendung. Je nach Erkrankung können sie hochkonzentriert als Tablette eingenommen, gespritzt oder als Salbe auf die Haut gerieben werden.

Wofür wird die Enzymtherapie eingesetzt?

Befürworter der Enzymtherapie gehen von vielfältigen Wirkungen aus – Enzyme:

  • wirken auf die Blutgerinnung und lösen Blutgerinnsel
  • bauen „blaue Flecken“ (Hämatome) ab
  • hemmen Entzündungen und lösen Abwehrkomplexe auf
  • unterstützen das Abwehrsystem bei Bekämpfung von Tumoren

Die Enzymtherapie wird daher angewendet bei:

sowie

  • unterstützend bei Krebs
  • als Enzym-Ersatztherapie (Morbus Gaucher, Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen)

Die Wirkungen der Enzymtherapien sind teilweise wissenschaftlich belegt, andernfalls nur angenommen. Als Nebenwirkungen sind u.a. Übelkeit und Durchfall sowie allergische Reaktionen möglich. Nicht angewendet werden sollte die Enzymtherapie u.a. bei erhöhter Blutungsneigung und Schwangerschaft.

Weitere Informationen

Autor: Dipl.-Biol. Birgit Hertwig
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2011
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Miriam Lossau, Diplom-Fachjournalistin
Quellen:
Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2005
Bierbach, E.: Naturheilpraxis heute. Urban & Fischer, München 2013
Hoffmann, G.F.: Stoffwechselerkrankungen in der Neurologie. Thieme, Stuttgart 2004