Augenlaser-Operationen (Refraktive Chirurgie)

Auge
© Lea M. / pixelio.de

Definition: Was sind Augenlaser-Operationen?

Es gibt viele verschiedene Augenlaser-Operationen zur Behandlung von Augenkrankheiten. Bei den Augenlaser-Operationen zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten, der sogenannten Refraktiven Chirurgie, wird die Hornhaut mittels Laser abgetragen, um die Sehschärfe zu verbessern. Nach erfolgreicher Augenlaser-OP ist das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen meist nicht mehr notwendig. Viele dieser Eingriffe am Auge werden inzwischen seit vielen Jahren durchgeführt. In den meisten Fällen bessert sich die Sehschärfe nach der Augenlaser-Operation.

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Die häufigsten Augenlaser-Operationen zur Korrektur von Fehlsichtigkeit sind:

  • LASIK (Laser-Assistierte In Situ Keratomileusis)
  • Femto-LASIK (Femtosekunden-Laser-Assistierte In Situ Keratomileusis)
  • Epi-LASIK (Epitheliale Laser-Assistierte In Situ Keratomileusis)
  • LASEK (Laser-Assistierte epitheliale Keratomileusis)
  • PRK (Photorefraktive Keratektomie)

Ob und welche Augenlaser-OP infrage kommt, entscheidet der Arzt nach einer eingehenden Augen-Untersuchung.

Durchführung: Wie werden Augenlaser-Operationen durchgeführt?

Augenlaser-Operationen können häufig ambulant in einer Augenlaser-Klinik oder Augenlaser-Praxis vorgenommen werden. Über den genauen Ablauf sowie alle vorbereitenden Maßnahmen klärt der Arzt einige Tage oder bereits Wochen vor dem Eingriff auf. Das Auge wird jeweils mit Tropfen betäubt, eine Narkose ist nicht notwendig.

LASIK (Laser-Assistierte In Situ Keratomileusis)

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Mit einem mikrochirurgischen Messer wird ein kleines Hornhaut-Scheibchen (Flap) abgetrennt und wie ein Deckel hochgeklappt. Anschließend lasert der Augenarzt die darunter liegende Hornhaut-Schicht mit einem sogenannten Excimer-Laser. Dann wird der Flap wieder umgeklappt und angedrückt, so dass er sich an die gelaserte Hornhautschicht ansaugt. Bis er vollständig wieder mit der Hornhaut verwächst, können einige Wochen bis Monate vergehen.

Femto-LASIK (Femtosekunden-Laser-Assistierte In Situ Keratomileusis)

Der Eingriff wird mit einem hoch präzisen Femtosekunden-Laser durchgeführt und verläuft ähnlich der LASIK. Sowohl das Schneiden des Hornhaut-Flaps als auch das Lasern geschieht mittels Laser.

Epi-LASIK (Epitheliale Laser-Assistierte In Situ Keratomileusis)

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Bei der Epi-LASIK wird kein Hornhaut-Flap abgetrennt, sondern die Hornhaut mit einer stumpfen Klinge zu Seite geschoben. Anschließend lasert der Arzt die darunter liegende Hornhaut-Schicht und bedeckt sie gegebenenfalls zum Schutz für ein paar Tage mit einer Kontaktlinse.

LASEK (Laser Epithelial Keratomileusis)

Bei der LASEK wird die obere Hornhaut-Schicht mit einer Alkohol-Lösung getränkt und zur Seite geschoben, damit der Arzt an die darunter liegende Hornhaut-Schicht gelangt. Auch hier ist gegebenenfalls eine Kontaktlinse für ein paar Tage notwendig, damit die Hornhaut abheilen kann.

PRK (Photorefraktive Keratektomie)

Die PRK ist eine der ersten Augenlaser-Operationen. Der Eingriff wird in seiner ursprünglichen Form nicht mehr durchgeführt. Zunächst wird die oberste Hornhaut-Schicht entfernt. Danach lasert der Arzt das Zentrum der Hornhaut, um die Fehlsichtigkeit auszugleichen. Anschließend bedeckt er das Auge mit einer Kontaktlinse. Diese verbleibt einige Tage auf dem operierten Auge, damit die Hornhaut verheilen kann.

Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete von Augenlaser-Operationen?

Augenlaser-Operationen kommen grundsätzlich bei vielen Augenerkrankungen, wie zum Beispiel Grünem Star (Glaukom) oder Grauem Star (Katarakt), zur Anwendung. Die Refraktive Chirurgie, also Augenlaser-OPs zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten, werden vor allem bei Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie), Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) und Stabsichtigkeit (Astigmatismus) durchgeführt.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken bergen Augenlaser-Operationen?

Im Vorfeld einer Augenlaser-Operation ist eine gründliche Augen-Untersuchung notwendig. Eine zu dünne Hornhaut, eine Verschlechterung der Sehkraft innerhalb der vergangenen Monate sowie bestimmte Augenkrankheiten können Ausschlusskriterien für eine Laseroperation sein. Komplikationen von Augenlaser-Operationen sind insgesamt selten. Möglich Risiken sind unter anderem:

  • Trockene Augen
  • Lichtempfindlichkeit, vor allem bei Dämmerung und Nachtsehen
  • Gestörte Wundheilung und Augenentzündungen
  • Probleme mit dem Hornhaut-Flap (gestörtes Anwachsen oder Einwachsen)

 Weitere Informationen

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Autor: Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Berufsverband der Augenärzte Deutschland e.V. (BVA): www.augeninfo.de (Abruf: 10/2017)
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2011

Kohnen, Th. et al: Basiswissen refraktive Chirurgie: Korrektur von Refraktionsfehlern mit modernen chirurgischen Verfahren. Deutsches Ärzteblatt 2008; 105(9): 163-72 (29.02.2008)
Verband der Spezialkliniken Deutschland für Augenlaser und Refraktive Chirurgie e.V. (VSDAR): www.vsdar.de (Abruf: 10/2017)