Zahnfüllungen

Zahnärztin
© Darko Stojanovic / pixabay.de

Definition: Was sind Zahnfüllungen?

Mit einer Zahnfüllung wird ein kariöser Zahn versorgt. In der modernen Zahnheilkunde stehen verschiedene Zahnfüllungen zur Verfügung. Sie unterscheiden sich durch ihre Zusammensetzung, Ästhetik und Haltbarkeit.

Anzeige

Es gibt zwei Gruppen von Füllungen:

  1. Zahnfüllungen, die direkt im Mund angefertigt werden (plastische Füllungsmaterialien), hierzu zählen Amalgam– und Komposit-Füllungen (Kunststoff-Füllungen)
  1. Zahnfüllungen, die der Zahntechniker im Labor anfertigt (starre Restauration), wie Gold- und Keramik-Füllungen (Inlays)

Außerdem gibt es provisorische Füllungen, die in der Regel aus Zement bestehen und nur für eine kurze Dauer gedacht sind.

Durchführung: Wie werden Zahnfüllungen durchgeführt?

Der Zahnarzt bereitet einen kariösen Zahn vor der eigentlichen Zahnfüllung zunächst vor und säubert den Zahn. Dafür wird die Karies wird mit einem Bohrer entfernt. Bei Kariesbefall auf der Zahnoberfläche kann auf eine Betäubungsspritze verzichtet werden – in der Regel ist diese jedoch empfehlenswert. Durch das Bohren entsteht ein Loch im Zahn, welches gefüllt werden muss.

Die weitere Durchführung der Zahnfüllung hängt von der verwendeten Füllung ab:

Anzeige

Bei einer Amalgam-Füllung wird zunächst eine Unterfüllung angelegt, welche die Zahnwurzel schützen soll. Dann füllt der Zahnarzt das restliche Loch mit einer Mischung aus Metallpulver und Quecksilber; die Füllung hat daher eine metallische Farbe. Nach 24 Stunden ist die Füllung vollständig ausgehärtet.

Im Gegensatz zur Amalgam-Füllung lässt sich eine Komposit-Füllung der Zahnfarbe anpassen. Das Material wird – ebenfalls nach einer Unterfüllung – Schicht für Schicht in das Loch eingeklebt. Diese Zahnfüllung erfordert einen größeren Zeitaufwand als eine Amalgam-Füllung. Zum Schluss wird die Komposit-Füllung durch eine UV-Licht-Bestrahlung ausgehärtet. Die Haltbarkeit dieser Zahnfüllung beträgt ungefähr sechs Jahre.

Gold- und Keramik-Inlays werden von Zahntechnikern im Zahnlabor angefertigt. Der Zahnarzt klebt die vorgefertigten Inlays in den Zahn. Zuvor muss der Zahn sehr zeitaufwändig vorbereitet werden. Nach dem Entfernen der Karies wird ein möglichst glattwandiger Block im Zahn freigeschliffen. Dann fertigt der Zahnarzt einen Abdruck an, nach welchem der Zahntechniker das Inlay herstellt. Bei einer Keramik-Füllung wird zusätzlich die Zahnfarbe bestimmt. Zunächst wird der Zahn provisorisch gefüllt und nach einigen Tagen das Inlay eingeklebt oder einzementiert. Zur Haltbarkeit von Keramik-Inlays gibt es noch keine Langzeit-Studien. Man nimmt jedoch an, dass gut gepflegte Keramik-Inlays eine ähnliche Haltbarkeit wie Gold-Inlays aufweisen: Zehn bis zwanzig Jahre.

Kronen werden angefertigt, wenn größere Anteile des Zahns durch Karies zerstört sind. Bei einer Krone wird zunächst der betreffende Zahn zu einem Zylinder geschliffen und später eine Art künstlicher Zahn aus Gold oder Keramik aufgesetzt. Im Prinzip handelt es sich bei einer Krone weniger um eine Zahnfüllung sondern um eine Art Aufsatz auf den Rest des Zahns.

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Wenn der Zahn versorgt ist, wird die Füllung dem Aufbiss angepasst. Dafür benutzt der Zahnarzt Blaupapier: Der Patient beißt in unterschiedlichen Zahnstellungen auf dieses – so kann der Zahnarzt feststellen, ob durch die Zahnfüllung falsche Berührungspunkte der Zähne entstanden sind. Gegebenenfalls korrigiert er die Zahnfüllung dann dementsprechend.  Nach einer Zahnfüllung ist es ratsam, den gefüllten Zahn ein bis zwei Stunden nicht zu belasten, vor allem keine feste Nahrung zu sich zu nehmen und nicht zu rauchen.

Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete von Zahnfüllungen?

Eine Zahnfüllung dient der Behandlung von Zahnkaries. Die Art der Füllungen hängt vom Ausmaß der Karies und des betroffenen Zahns ab. Eine Amalgam-Füllung wird bei Kariesbefall der Backen- und Seitenzähne angewandt. Aus ästhetischen Gründen füllt der Zahnarzt Frontzähne nicht mit Amalgam. Komposit-Füllungen können ebenfalls für Füllungen der Backen- und Seitenzähne genutzt werden – jedoch nur, wenn sie oberflächlich sind. Im Frontzahnbereich sind Komposit-Füllungen empfehlenswert, da sie durch ihre zahnähnliche Farbe kaum auffallen.

Gold-Inlays setzt der Zahnarzt ein, wenn die Belastung beim Kauen für eine Amalgamfüllung zu groß wäre. Außerdem kommt ein Gold-Inlay bei einer Allergie gegen Amalgam und Komposit zum Einsatz. Bei hohen ästhetischen Ansprüchen sind Zahn-Restaurationen mit Keramik ratsam: Der Zahnarzt kann Keramik-Inlays alternativ zu Amalgam-Füllungen oder Gold-Inlays nutzen. Die Keramik-Inlays erfüllen den gleichen Zweck und sind kaum vom umgebenen Zahn zu unterscheiden.

Zahnfüllungen müssen sehr robust sein

Zahnfüllungen sind im Mund hohen Anforderungen ausgesetzt und müssen deshalb sehr robust sein. Zum einen kann die Temperatur in der Mundhöhle nach dem Essen um bis zu 70 °Celsius schwanken – Zahnfüllungen müssen daher sehr hitzestabil sein. Zum anderen wirken hohe Kaudrücke auf die Zahnfüllungen der Seitenzähne. Beim Zubeißen sind Drücke von rund 100 kg/cm² möglich.

Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt eine Zahnfüllung?

Bei einer Zahnfüllung treten in der Regel keine Komplikationen auf. Sehr selten sind Allergien gegen Amalgam beziehungsweise Quecksilber oder Komposit-Bestandteile. In diesen Fällen greift der Zahnarzt auf ein alternatives Füllmaterial zurück.

Der Einsatz von Amalgam wird häufig diskutiert: Kritiker befürchten, dass das quecksilberhaltige Amalgam den Körper langfristig vergiftet. Wird eine Amalgam-Füllung jedoch ordnungsgemäß durchgeführt, gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise für eine gesundheitliche Gefährdung.

Weitere Informationen

Buch-Tipps:
Diese Bücher können Sie direkt bei Amazon bestellen (Anzeige):

Autor: Theresa Nikley, Dipl.-Biol. Ulrike Pickert
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de (Abruf: 11/2017)
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV): www.kzbv.de (Abruf: 11/2017)
Müller, H.-P.: Checkliste Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2012