
Krebsvorsorge (Krebs-Früherkennung)
Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen, die sogenannte Krebsvorsorge, gehören zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.
Definition: Was ist eine Krebsvorsorge?
Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen, die sogenannte Krebsvorsorge, gehören zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Die meisten bösartigen Tumoren haben, früh erkannt und behandelt, eine bessere Prognose und eine höhere Aussicht auf Heilung. Es gibt für Frauen und Männer je nach Alter verschiedene Krebsvorsorge-Untersuchungen.
Durchführung: Wie wird eine Krebsvorsorge durchgeführt?
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten zurzeit folgende Krebsvorsorge-Untersuchungen an:
- Ab dem Alter von 20 bis 34 Jahren jährliche Krebs-Früherkennung für Frauen (ärztliches Gespräch, Gebärmutterhals-Abstrich, Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane)
- Ab dem Alter von 35 Jahren alle drei Jahre Krebs-Früherkennung für Frauen (ärztliches Gespräch, Gebärmutterhals-Abstrich in Kombination mit einem Test auf eine Infektion mit Humanen Papillom-Viren (HPV), Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane)
- Ab dem Alter von 30 Jahren erweiterte Krebs-Früherkennung für Frauen: zusätzliche jährliche Tastuntersuchung der Brust, Anleitung zur regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust
- Ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Untersuchung der Haut für Frauen und Männer (Hautkrebs-Screening)
- Ab dem Alter von 45 Jahren jährliche Krebs-Früherkennung für Männer (ärztliches Gespräch, Tastuntersuchung der Prostata, der Lymphknoten in der Genitalregion, äußerliche Untersuchung von Penis und Hoden
- Ab dem Alter von 50 Jahren bis 75 Jahren Brustkrebs-Früherkennung für Frauen: alle zwei Jahre Mammografie-Screening (Röntgen-Untersuchung der Brust)
- Ab dem Alter von 50 Jahren Darmkrebs-Früherkennung für Frauen und Männer: Wahl zwischen einem Test auf verstecktes (occultes) Blut im Stuhl alle zwei Jahre, und maximal zwei Früherkennungs-Darmspiegelungen (Koloskopien) im Abstand von zehn Jahren
Anwendungsgebiete: Was sind die Anwendungsgebiete der Krebsvorsorge?
Die Krebsvorsorge dient der Früherkennung von Krebs, denn für viele Krebserkrankungen gilt: Je früher diagnostiziert und behandelt, desto besser die Prognose. In erster Linie sollen folgende, häufige bösartige Tumorerkrankungen festgestellt werden:
- Brustkrebs (Mammakarzinom), Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) und Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)
- Darmkrebs (kolorektales Karzinom)
- Hautkrebs
- Prostatakrebs (Prostatakarzinom)
Risiken und Komplikationen: Welche Risiken birgt die Krebsvorsorge?
Schwerwiegende Risiken birgt die Krebsvorsorge nicht. Im Gegenteil – hierdurch lassen sich viele Krebserkrankungen in einem frühen, gut behandelbaren Stadium entdecken. Es besteht ein gewisses Risiko, dass Krebserkrankungen fälschlicherweise diagnostiziert werden, obwohl sie gar nicht bestehen (sogenannte falsch-positive Diagnose). Durch standardisierte und gut ausgebildete Untersucher, vor allem im Rahmen des Mammografie-Screenings, versucht man jedoch, dieses Risiko so gering wie möglich zu halten.
Krebs lässt sich nicht vorbeugen. Grundsätzlich kann eine gesunde Lebensweise das Risiko senken, an Krebs zu erkranken. Dazu zählt unter anderem, sich gesund zu ernähren und ausreichend zu bewegen, aufs Rauchen zu verzichten und sich nicht übermäßig der Sonne auszusetzen. Es ist außerdem wichtig, regelmäßig die Krebsvorsorge-Untersuchungen in Anspruch zu nehmen.
Weitere Informationen
Web-Tipps:
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren: www.tumorzentren.de
