Ohr (Auris)

Ohr
© Rainer STurm / pixelio.de

Das Ohr ist das menschliche Hör- und Gleichgewichtsorgan. Es wird in drei Bereiche eingeteilt: Außenohr, Mittelohr und Innenohr. Das Außenohr (Auris externa) besteht aus der Ohrmuschel (Auricula auris) und dem Gehörgang (Meatus acusticus externus). Das Außenohr dient der Schallleitung und der Verbesserung der Richtungsortung. Das Trommelfell (Membrana tympanica) bildet die Grenze zwischen Außenohr und Mittelohr. An das Trommelfell grenzt im Mittelohr die mit Luft gefüllte Paukenhöhle (Cavum tympani), die zahlreiche Strukturen enthält, um akustische Signale (Schallwellen) in Bewegungen umzuwandeln. Über die Tuba auditiva, auch als Eustachische Röhre bekannt, ist die Paukenhöhle mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. Durch diese Verbindung wird das Mittelohr belüftet und der Druckausgleich ermöglicht. Über die Gehörknöchelchen-Kette, bestehend aus Hammer (Malleus), Amboss (Incus) und Steigbügel (Stapes), werden die Bewegungen des Trommelfells am ovalen Fenster (Fenestra vestibuli) an das Innenohr weitergegeben. Der Steigbügel ist mit einer Größe von 2,6 bis 3,4 Millimetern der kleinste Knochen im menschlichen Körper.

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Im Innenohr werden die Bewegungen des ovalen Fensters in elektrische Impulse umgewandelt. Dies geschieht in der Hörschnecke (Ductus cochlearis). Sie enthält das Corti-Organ mit seinen Sinneszellen (Haarzellen). Die elektrischen Impulse werden dann durch den Hörnerv (Nervus cochlearis) an das Gehirn weitergeleitet.

Im Innenohr sitzt auch das menschliche Gleichgewichtsorgan (Labyrinthus vestibularis, Vestibular-Organ). Mit diesem Organ kann der Mensch die Lage und die Beschleunigung seines Kopfs erfassen und das Gleichgewicht halten. Im Gleichgewichtsorgan mit seinen in allen drei Körperachsen ausgeprägten Bogengängen (Canales semicirculares ossei) werden Bewegungen in elektrische Impulse umgewandelt und über den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) an das Gehirn geleitet. Häufige Erkrankungen des Ohrs sind Entzündungen, z.B. die Mittelohr-Entzündung (Otitis media), oder Verletzungen des Trommelfells, z.B. durch Wattestäbchen.