Mundgeruch

Hand vor dem Mund
© Rainer Sturm / pixelio.de

Als Mundgeruch bezeichnet man üblen Geruch der Ausatemluft. Fast jeder Mensch hat ab und zu Mundgeruch, viele leiden dauerhaft darunter. Wenn die Ursache für den Mundgeruch im Mund-Rachen-Raum liegt, wird er als Foetor ex ore bezeichnet. Kommt es aufgrund von Problemen außerhalb der Mundhöhle zu Mundgeruch, sprechen Mediziner von Halitosis. Häufig werden diese Ausdrücke synonym verwendet.

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Mundgeruch ist lediglich bei rund zehn Prozent aller Fälle auf Erkrankungen der inneren Organe oder im Hals-Nasen-Ohren-Bereich zurückzuführen. In neun von zehn Fällen dagegen findet sich die Ursache tatsächlich in der Mundhöhle, vorwiegend auf der Zungenoberfläche.

Der unangenehme Geruch entsteht, weil Fäulnisbakterien aus Nahrungsresten geruchsaktive flüchtige Schwefelverbindungen (sogenannte volatile sulphur compounds, kurz VSC) produzieren. Hierzu zählen Schwefelwasserstoff, Dimethylsulfid und Methylmerkaptan. Zudem bilden die Bakterien übel riechende organische Säuren (Buttersäure) und Amine. Insbesondere bei schlechter Mundhygiene, Mundtrockenheit, Rauchen und vor allem bei Zungenbelag finden diese Bakterien ideale Lebensbedingungen vor.

Vorübergehend kann Mundgeruch durch bestimmte Speisen und Gewürze (wie Knoblauch) ausgelöst werden. Er verschwindet dann nach Stunden bis wenigen Tagen wieder und ist harmlos. Länger anhaltender Mundgeruch aber sollte ernst genommen werden, da er ein Hinweis auf eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) oder eine Zahnbett-Entzündung (Parodontitis) sein kann. Zudem führen Pilzinfektionen (wie Soor), Abszesse oder Geschwüre im Mundbereich zu schlecht riechendem Atem.

Mögliche Ursachen für Mundgeruch außerhalb der Mundhöhle sind Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Beispiele hierfür sind die Diphtherie, das Pfeiffersche Drüsenfieber, eine chronische Mandelentzündung (Tonsillitis), Polypen oder Entzündungen der Nasennebenhöhlen. Ebenso führen unterschiedliche Erkrankungen des Verdauungstrakts, wie eine chronische Magenentzündung oder der Rückfluss von Mageninhalt (Reflux) zu Halitosis. Bestimmte Krankheiten, die sich auf den gesamten Körper auswirken, werden ebenfalls mit Mundgeruch in Verbindung gebracht, zum Beispiel Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Nieren- und Lebererkrankungen.

Bei der Behandlung von Mundgeruch kann der Zahnarzt nur bei zahnmedizinischen Ursachen weiter helfen. In den meisten Fällen lässt sich Mundgeruch durch eine verbesserte Mundhygiene, das Entfernen von Zungenbelag und durch eine professionelle Zahnreinigung beseitigen. Durch regelmäßige Verwendung antibakterieller Mundspüllösungen, die Chlorhexidin enthalten, wird die Vermehrung von Bakterien gehemmt.