Aphthen

Mund. Foto: Pixabay.com

Ursachen: Was sind die Ursachen von Aphthen?

Aphthen sind kleine rot-weißliche, geschwürige Entzündungen im Mund. Meistens entstehen Aphthen an den Schleimhäuten der Wangen- oder Lippeninnenseite. Selten entwickeln sie sich an Gaumen, Zunge oder Zahnfleisch. Es handelt sich um eine Entzündung der Schleimhaut in dem betroffenen Bereich. Etwa jede zehnte Person entwickelt mindestens einmal eine Aphthe. Meistens entstehen nach einigen Wochen, Monaten oder Jahren wieder neue Aphthen. Frauen sind häufiger als Männer betroffen.

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Die genaue Ursache von Aphthen ist unbekannt. Man geht davon aus, dass genetische Veranlagungen zur Entstehung beitragen. Wenn Ihre Familienmitglieder bereits Aphthen hatten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch Sie diese bekommen. Stress, Hormonveränderungen oder ein geschwächtes Immunsystem gelten als mögliche Auslöser. Auch ein Eisenmangel oder Vitamin-B-Mangel sind mögliche Ursache einer Aphthe.

Zudem begünstigen kleine Verletzungen im Mundraum die Entstehung von Aphthen. Solche Schäden der Schleimhaut entstehen zum Beispiel durch Kauen harter Brotkrusten. Aphthen sind nicht ansteckend. Es handelt sich bei dieser Hautveränderung nicht um eine infektiöse Erkrankung, die durch einen Erreger ausgelöst wird, sondern um eine Reizung des Gewebes.

Beschwerden: Wie äußert sich eine Aphthe?

Aphthen sind als Schleimhautveränderung im Mundinnenraum erkennbar. Die betroffene Stelle verfärbt sich weißlich und hebt sich vom umliegenden Gewebe ab. Der Bereich kann etwas angeschwollen sein. Der Übergang zwischen der Aphthe und der gesunden Schleimhaut ist meist durch eine deutliche rot verfärbte Grenze gekennzeichnet.

Es gibt drei Erscheinungsformen von Aphthen:

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  1. Minor-Aphthen: Hierbei handelt es sich um die häufigste Erscheinungsform. Etwa 80 bis 90 Prozent aller Aphthen sind diesem Typ zuzuordnen. Die Aphthen sind etwa einen Zentimeter groß und heilen in einem Zeitraum von 4 bis 14 Tagen ab.
  2. Major-Aphthen: Mit rund zehn Prozent kommt diese Aphthen-Form etwas seltener vor. Die Aphthen erreichen eine Größe von einem bis drei Zentimetern und brauchen zwischen zehn Tagen und mehreren Wochen zum Abheilen.
  3. Herpetiforme Aphthen: Die einen bis zwei Millimeter großen Aphthen treten selten auf. Fünf Prozent aller Aphthen gehören zu diesem Typ. Herpetiforme Aphthen sind dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Aphthen nebeneinander erscheinen. Bis zu einhundert dieser Hautentzündungen können eine Gruppe bilden. In der Regel heilen sie nach sieben bis zehn Tagen ab.

Aphthen im Mundraum kribbeln oft während der Entstehung und tun später weh. Auch Essen, Trinken und Sprechen kann unangenehm oder schmerzhaft sein, vor allem der Genuss von säurehaltigen Lebensmitteln.

Diagnose: Wie wird eine Aphthe diagnostiziert?

Aphthen lassen sich meist durch ihre typische Erscheinungsform bereits per Blickdiagnose feststellen. Eine weitere Diagnostik ist dann in der Regel nicht nötig.

Heilen die Aphthen jedoch nicht wieder von selbst ab oder treten zusätzliche Symptome wie Mundgeruch oder geschwollene Lymphknoten auf, sind weitere ärztliche Untersuchungen empfehlenswert. Mittels Blut-Untersuchungen oder Gewebeproben beispielsweise lassen sich andere Erkrankungen mit gleichen Symptomen ausschließen, zum Beispiel Morbus Adamantiades-Behcet oder Morbus Crohn.

Behandlung: Wie kann eine Aphthe behandelt werden?

Die Behandlung von Aphthen zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Es gibt Mundspülungen, Cremes und Gele, um die Schmerzen zu mildern. Oft enthalten diese Mittel auch entzündungshemmende Wirkstoffe, die die Heilung unterstützen. Die Cremes und Gele werden direkt auf die Aphthe aufgetragen.

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Da Schmerzen besonders beim Verzehr von Zitrusfrüchten auftreten, ist es hilfreich, für die Dauer der Abheilung auf saure sowie salzige Lebensmittel zu verzichten. Auch der Verzicht auf Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke kann die Symptome lindern. Vermeiden Sie zudem Zahnpasta, die den Wirkstoff Natriumlaurylsulfat enthält. Auf diese Weise verhindern Sie, dass die entzündete Schleimhaut zusätzlich gereizt wird.

Liegt ein Eisenmangel oder ein Mangel an Vitamin B als möglicher Auslöser der Aphthen vor, ist es empfehlenswert, diesen durch entsprechende Eisen- bzw. Vitamin-B-Präparate auszugleichen. Sprechen Sie hierzu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

In seltenen, sehr schweren Fällen ist bei Aphthen eine Therapie mit Kortikosteroiden (Kortison) oder eine Lasertherapie notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose bei einer Aphthe?

In den ersten 24 Stunden, in denen sich die Aphthe entwickelt, können sich ein Spannungsgefühl, sowie Kribbeln und Brennen im Mundraum bemerkbar machen. Im weiteren Verlauf kommt es zur Rötung und Schwellung des betroffenen Bereichs als Zeichen einer Entzündung. Die Aphthe heilt in den meisten Fällen innerhalb von zwei Wochen von allein komplett ab.

Ist die Aphthe abgeheilt, bedarf es keiner weiteren Nachsorge. Aphthen können einmalig auftreten oder sie kommen immer wieder. Der Zeitabstand der Ausbrüche variiert zwischen wenigen Wochen und mehreren Monaten. Je älter der Betroffene ist, desto länger dauern die Ruhephasen an.

Manchmal bleiben nach der Abheilung der Aphthe Narben zurück. Dies ist nicht zwangsläufig und kommt etwa bei 60 Prozent aller Major-Aphten vor. Selten kommt es zu schweren Verläufen, bei denen vor allem Major-Aphthen nicht mehr abheilen oder im Genitalbereich auftreten.

Vorbeugung: Wie kann man einer Aphthe vorbeugen?

Aphthen können sich jederzeit entwickeln. Bislang gibt es keine Möglichkeit, einer Aphthe mit Sicherheit vorzubeugen, denn die genaue Ursache ist unbekannt. Da Stress, ein geschwächtes Immunsystem und ein Mineralstoff- und Vitaminmangel Aphthen begünstigen, empfiehlt sich generell ein gesunder Lebensstil. Achten Sie vor allem auf eine ausgewogene Ernährung und die ausreichende Aufnahme von Eisen und Vitamin B mit der Nahrung.

Weitere Informationen

Autorin: Melanie Schmitt, B.Sc., Redaktion medproduction.de
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Martin Waitz
Datum: April 2022
Quellen:
Gesund.bund.de: Aphthen. www.gesund.bund.de (Abruf: 04/2022)
Gesundheitsinformation.de: Aphthen. www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 04/2022)
Altenburg, Andreas et al. “The treatment of chronic recurrent oral aphthous ulcers.” Deutsches Arzteblatt international vol. 111,40 (2014): 665-73. doi:10.3238/arztebl.2014.0665