Atherosklerose (auch: Arteriosklerose)

Blutdruckmessgerät
© succo / Pixabay.com

Ursachen: Was sind die Ursachen von Atherosklerose?

Die Atherosklerose, im Volksmund Arterienverkalkung oder Arteriosklerose genannt, ist eine Erkrankung der Arterien, den „Schlagadern“. Durch fetthaltige Ablagerungen (Plaques) an den Innenwänden der Blutgefäße verengen sich die Arterien, sodass immer weniger Blut hindurchfließen kann. Durch die geringere Blutversorgung werden Zellen, Gewebe und Organe mit weniger Sauerstoff versorgt. Atherosklerose kann in allen Arterien des Körpers auftreten. Sie entwickelt sich langsam und verläuft über Jahre und Jahrzehnte hinweg ohne äußere Krankheitszeichen.

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Risikofaktoren für die Atherosklerose sind zum Beispiel Rauchen, Übergewicht und erhöhte Cholesterinspiegel, Bewegungsmangel sowie Bluthochdruck (Hypertonie) und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Die Atherosklerose zählt zu den häufigsten Krankheiten unserer Zeit.

Beschwerden: Wie äußert sich Atherosklerose?

Die Atherosklerose äußert sich durch ihre Folgeerscheinungen. Die am weitesten verbreitete Erkrankung, die durch Atherosklerose verursacht wird, ist die Koronare Herzkrankheit (KHK). Bei der Koronaren Herzkrankheit sind die Gefäße der Herzkranzarterien (Koronararterien) verengt, sodass Durchblutungsstörungen des Herzmuskels auftreten. Dadurch kommt es zu Schmerzen hinter dem Brustbein und einem Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris).

Die zunehmende Verengung der Blutgefäße oder ein spontaner Verschluss durch ein Blutgerinnsel können zu einem Herzinfarkt oder – wenn ein Hirngefäß betroffen ist – zu einem Schlaganfall (Apoplex) führen. Eine weitere mögliche Folgeerkrankung von Atherosklerose ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Hierbei sind die Arterien an den Extremitäten, hauptsächlich an den Beinen und im Beckenbereich, seltener in den Armen, verengt. Es kommt zu Durchblutungsstörungen und Schmerzen in den Beinen, weshalb mit Fortschreiten der Erkrankung immer häufiger Gehpausen eingelegt werden müssen (sogenannte Schaufensterkrankheit).

Diagnose: Wie wird Atherosklerose diagnostiziert?

Nach einem ausführlichen Gespräch über die Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensweise folgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt prüft vor allem die Durchblutung (Pulsmessung), beurteilt Hautfarbe und eventuelle Hautveränderungen vor allem an den Beinen und misst den Blutdruck. Zum Ausschluss von Grunderkrankungen wie einer Fettstoffwechselstörung kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein. Beim Gehtest wird die Strecke gemessen, die zurückgelegt werden kann, bis Schmerzen auftreten. Weitere Untersuchungen wie ein EKG (Elektrokardiografie) sowie Ultraschall-Untersuchungen der Blutgefäße (zum Beispiel Farbdoppler-Sonografie) und des Herzens (Herz-Echo) können folgen, um das Ausmaß der Atherosklerose festzustellen.

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Behandlung: Wie kann Atherosklerose behandelt werden?

Da Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel als Risikofaktoren für Atherosklerose gelten, ist es sinnvoll, diese beeinflussbaren Faktoren zu reduzieren. Der Verzicht auf Nikotin und eine ausgewogene, fettarme Ernährung mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen und wenigen tierischen Fetten sind deshalb ebenso Teil der Atherosklerose-Behandlung wie ausreichende körperliche Bewegung.

Die Gefäßablagerungen bei Atherosklerose lassen sich nicht durch ein bestimmtes Medikament beseitigen. Um Folgeerkrankungen (wie Gefäßverschlüsse) durch Atherosklerose vorzubeugen, verschreibt der Arzt unter anderem Präparate, die die Blutgerinnung hemmen (zum Beispiel Acetylsalicylsäure, Clopidogrel). Dies ist vor allem sinnvoll, wenn es bereits zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall (Apoplex) gekommen ist. Häufige Ursachen für Atherosklerose sind zu hohe Cholesterinwerte. Falls sie sich durch eine gesündere Lebensweise nicht senken lassen, sind gegebenenfalls Cholesterin senkende Medikamente (zum Beispiel Statine) nötig. Auch Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck (Hypertonie) und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) lassen sich mit Hilfe von Medikamenten kontrollieren. Die Koronare Herzkrankheit (KHK) erfordert eine spezielle Behandlung mit Medikamenten und gegebenenfalls auch operative Eingriffe (zum Beispiel Bypass-Operation).

Prognose: Wie ist die Prognose einer Atherosklerose?

Die Prognose der Atherosklerose verbessert sich, je früher sie erkannt wird. Eine konsequente Umstellung der Lebensweise erhöht die Chance eines positiven Verlaufs zusätzlich. Unbehandelt schreitet die Atherosklerose fort und das Risiko eines Herzinfarkts, Schlaganfalls (Apoplex) und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit pAVK steigen.

Vorbeugung: Wie kann man der Atherosklerose vorbeugen?

Eine gesunde Lebensweise mit ausreichender körperlicher Betätigung, ausgewogener Ernährung und der Verzicht auf Nikotin ist die beste Vorbeugung gegen Atherosklerose. Bei zu hohem Cholesterinspiegel und/oder Bluthochdruck (Hypertonie) ist gegebenenfalls zusätzlich eine medikamentöse Behandlung sinnvoll.

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Weitere Informationen

Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de

Datum der letzten Aktualisierung: März 2020
Aktualisiert durch: Dr. Brit Neuhaus, Dipl. Biol.
Quellen:
Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2018
Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA): S3-Leitlinie Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Diagnostik, Therapie und Nachsorge (Stand: 11/2015)
Deutsche Herzstiftung: www.herzstiftung.de (Abruf: 03/2020)
Herold, G.: Innere Medizin, Selbstverlag 2019