Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom)

Ärztin mit Stethoskop
© Tim Reckmann / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Blasenkrebs?

Als Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom) werden bösartige Tumoren in der Harnblase bezeichnet. Sie gehen in der Mehrzahl der Fälle von der Blasenschleimhaut (Urothel) aus. Blasenkrebs gehört zu den selteneren Krebsarten und tritt vorwiegend über dem 70. Lebensjahr auf. Männer sind fast dreimal so häufig von einem Harnblasenkarzinom betroffen wie Frauen. In Deutschland erkranken rund 29.500 Menschen jährlich an Blasenkrebs.

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Warum Blasenkrebs entsteht, ist nicht vollständig geklärt. Es ist allerdings erwiesen, dass eine Reihe von Faktoren die Entstehung eines Harnblasenkarzinoms begünstigt. Nikotinkonsum (aktives Rauchen sowie Passivrauchen) erhöht das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, erheblich. Zudem kann der Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen (insbesondere aromatischen Aminen) oder die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Cyclophosphamid) Blasenkrebs verursachen. Arbeiter in einigen Industriezweigen, etwa in der Gummi-, Leder- oder Aluminiumindustrie, sind krebserregenden Stoffen permanent ausgesetzt. In diesen Berufsgruppen ist Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Aber auch eine chronische Blasenentzündung (chronische Zystitis) oder eine Bilharziose (tropische Wurmerkrankung) können Blasenkrebs verursachen.

Beschwerden: Wie äußert sich Blasenkrebs?

Ein typisches Frühsymptom für Blasenkrebs ist die Rotfärbung des Urins durch Blut. Dies ist allerdings ein sehr unspezifisches Symptom, da eine Blutbeimengung im Urin auch andere Ursachen wie Harnwegs- und Nierenerkrankungen haben kann. Die weiteren möglichen Symptome von Blasenkrebs sind vergleichbar mit den Beschwerden einer Blasenentzündung (Zystitis):

  • Verstärkter Harndrang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Blasenkrämpfe
  • Flankenschmerzen

Löst der Blasenkrebs Schmerzen aus, befindet er sich meist schon in einem fortgeschrittenen Stadium.

Diagnose: Wie wird Blasenkrebs diagnostiziert?

Um Blasenkrebs zu diagnostizieren, erfolgt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Er fragt beispielsweise nach Vorerkrankungen, zum Beispiel Blasenentzündungen (Zystitis), und den genauen Beschwerden. Anschließend tastet er im Rahmen einer körperlichen Untersuchung der Unterbauch nach Veränderungen ab. Um festzustellen, ob sich Blut im Harn befindet, wird der Urin mittels Teststreifen untersucht. Meist sind weitere Untersuchungen, wie eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) des Bauchs, eine Röntgen-Untersuchung der Harnwege mit Hilfe eines Kontrastmittels (Urografie) und eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) erforderlich, um ein Harnblasenkarzinom zu diagnostizieren. Während der Blasenspiegelung kann der Arzt Gewebeproben entnehmen (Biopsie).

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Behandlung: Wie kann Blasenkrebs behandelt werden?

Die Therapie von Blasenkrebs hängt unter anderem von dem jeweiligen Stadium ab. Ziel einer jeden Behandlung ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. In den häufigsten Fällen wird Blasenkrebs in einem Stadium entdeckt, in dem er noch nicht in die Muskulatur hineingewachsen ist und während einer Blasenspiegelung abgetragen werden kann. Um zu verhindern, dass sich der Tumor neu bildet, erfolgt unmittelbar nach der Operation häufig eine Chemotherapie, gegebenenfalls auch eine Immuntherapie. Die Medikamente (Zytostatika) gelangen in der Regel lokal über einen Katheter in die Blase (Instillationstherapie).

Lässt sich der Tumor nicht mehr mittels Blasenspiegelung abtragen, ist eine offene Operation notwendig. Wenn der Krebs die Muskelwand der Blase durchdrungen hat, muss der Arzt zumeist die Blase (Zystektomie) sowie die benachbarten Lymphknoten vollständig herausschneiden. Bei Männern werden zudem Prostata und Samenblasen entfernt und die Samenleiter durchtrennt. Bei Frauen, die an fortgeschrittenem Blasenkrebs leiden, operiert der Arzt neben der Harnblase gegebenenfalls auch die Gebärmutter, Eierstöcke, Eileiter und Teile der Scheidenwand heraus. Die fehlende Harnblase kann grundsätzlich aus einem Stück des Dünndarms nachgebildet und ersetzt werden (Neoblase), was ein natürliches Wasserlassen ermöglicht. Ist das nicht möglich, wird der Harn über ein so genanntes Conduit durch die Bauchdecke nach außen in einen Beutel geleitet. Eine Alternative zur offenen Operation ist eine Strahlentherapie. Da Harnblasenkarzinome sehr gut auf Strahlung ansprechen, lässt sich in manchen Fällen eine vollständige Entfernung der Blase verhindern.

Prognose: Wie ist die Prognose von Blasenkrebs?

Blasenkrebs hat bei frühzeitiger Erkennung und Therapie eine recht gute Prognose. Unbehandelt wächst der Blasenkrebs weiter und bildet Metastasen (Tochtergeschwülste). Je früher das Harnblasenkarzinom erkannt und der Tumor entfernt wird, desto größer ist die Heilungschance. Es besteht jedoch die Gefahr, dass der Tumor einige Zeit nach der Abtragung wiederkehrt (Rezidiv). Regelmäßige Kontrollen sind deshalb sehr wichtig, um ein solches Rezidiv frühzeitig festzustellen und zu behandeln.

Vorbeugung: Wie kann man Blasenkrebs vorbeugen?

Es gibt einige Risikofaktoren, welche die Entstehung von Blasenkrebs begünstigen, beispielsweise Nikotinkonsum oder der Kontakt zu aromatischen Aminen (wie Anilin und Benzidin). Einem Harnblasenkarzinom lässt sich vorbeugen, indem man auf das Rauchen verzichtet und aromatische Amine meidet. Um das Risiko einer Bilharziose (als weitere mögliche Ursache von Blasenkrebs) zu verringern, sollte man in tropischen und subtropischen Ländern nicht in Flüssen baden.

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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 10/2017)
Deutsche Krebshilfe: Blasenkrebs. www.krebshilfe.de (Abruf: 10/2017)
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017
Scholz, M. et al.: Leitlinie Blasenkarzinom. J Urol Urogynäkol 2010; 17(3): 22-30.