Endometriose

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Endometriose?

Bei der Endometriose handelt es sich um eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), die zwar gutartig ist, aber in der Regel chronisch verläuft und sich stark ausbreiten kann. Dabei befinden sich Herde von Gebärmutterschleimhaut fälschlicherweise auch außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an den Eierstöcken, den Eileitern oder an Darm und Blase.

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Die Ursachen der Endometriose sind noch nicht geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass Gebärmutterschleimhaut, die während der Menstruation abgestoßen wird, in die falsche Richtung gelangt und sich so an den Organen im Becken ansiedeln kann. Möglicherweise spielen auch immunologische Faktoren eine Rolle. Auch genetische Ursachen könnten an der Entstehung der Endometriose beteiligt sein, da sie innerhalb von Familien gehäuft auftritt. Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit das Zusammenwirken mehrerer Faktoren. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jährlich etwa 40.000 Frauen im gebärfähigen Alter neu an Endometriose.

Beschwerden: Wie äußert sich die Endometriose?

Die Endometriose verläuft häufig lange Zeit ohne für die Betroffenen erkennbare Anzeichen. Das deutlichste Symptom sind Menstruationsstörungen: Schmerzen im Unterbauch, die krampfartig während der Menstruation auftauchen, aber auch lang anhaltend sein können. Häufig tritt die Regelblutung deutlich stärker als üblich auf. Hat sich die Endometriose stark ausgebreitet, kann es zu weiteren Symptomen wie Druckgefühl, Blähungen, Blutabgang, Verstopfung (Obstipation) oder Durchfall (Diarrhö) kommen. Häufig sind die Beschwerden während der Menstruation am stärksten, sie können aber auch zu anderen Zeitpunkten im Zyklus bestehen. Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind möglich. Sterilität (Unfruchtbarkeit) ist ebenfalls ein mögliches Symptom der Endometriose und häufig der Auslöser für eine nähere Untersuchung und die Entdeckung der Wucherung. Die Endometriose kann zudem eine starke psychische Belastung für die Frau darstellen, insbesondere, wenn sie mit unerfülltem Kinderwunsch verbunden ist.

Diagnose: Wie wird eine Endometriose diagnostiziert?

Da sich die Symptome oft erst allmählich verstärken und von den betroffenen Frauen nicht selten für normale Begleiterscheinungen der Menstruation gehalten werden, vergeht zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der Diagnose der Endometriose manchmal eine lange Zeit. Einen ersten Hinweis auf eine mögliche Endometriose liefern die typischen Unterleibsschmerzen, vor allem während der Menstruation. Anschließend tastet der Frauenarzt Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke durch die Scheide ab und kann dabei möglicherweise bereits Endometrioseherde entdecken. Weiteren Aufschluss kann eine Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) geben. Um die Diagnose zu sichern, wird bei Verdacht auf Endometriose eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) mit anschließender Untersuchung des entnommenen Gewebes durchgeführt. Bei ausgeprägtem Endometriose-Befall können weitere Untersuchungen wie eine Darmspiegelung (Koloskopie) notwendig sein.

Behandlung: Wie kann die Endometriose behandelt werden?

Da die genauen Ursachen der Endometriose bislang nicht bekannt sind, ist nur eine symptomatische Behandlung möglich. Zunächst kann man versuchen, die Beschwerden bei der Endometriose durch Medikamente zu lindern. Es kommen gestagenbetonte Anti-Baby-Pillen (Östrogen-Gestagen-Kombinationen), Gestagen-Präparate oder sogenannte GnRH-Agonisten in Betracht. Nach dem Absetzen der Medikamente breitet sich die Endometriose häufig erneut aus.

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Bei starken Beschwerden oder Komplikationen ist es sinnvoll, die Endometrioseherde chirurgisch zu entfernen. Oft entnimmt der Arzt größere Herde bereits während der diagnostischen Bauchspiegelung (Laparoskopie). Sie kann in der Regel ambulant durchgeführt werden. Hat sich die Endometriose dagegen auf weitere Organe wie Darm oder Harnblase ausgebreitet, ist es empfehlenswert, eine Spezialklinik aufzusuchen. Dort werden die Endometrioseherde in einer Zusammenarbeit zwischen Gynäkologen, Chirurgen und Urologen operativ entfernt. In seltenen Fällen ist bei einer Endometriose eine Operation per Bauchschnitt (Laparotomie) notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose der Endometriose?

Die Symptome der Endometriose können durch die verschiedenen Therapieformen in der Regel gut behandelt werden. Bei vorheriger Sterilität ist die Wahrscheinlichkeit einer spontanen Schwangerschaft nach einem Eingriff relativ hoch. Allerdings verläuft die Endometriose meistens chronisch, was in vielen Fällen zu wiederholten Operationen führt. Zum Stillstand kommt sie erst, wenn die Eierstöcke ihre Funktion einstellen, also mit Beginn der Wechseljahre (Klimakterium). Bei einem besonders schweren Verlauf der Endometriose können die Eierstöcke und Eileiter entfernt werden, wenn die Betroffene nicht schwanger werden möchte. Das führt jedoch wiederum zu einem Einsetzen der Menopause mit den entsprechenden Nebenwirkungen.

Vorbeugung: Wie kann man einer Endometriose vorbeugen?

Da die Ursachen der Endometriose nicht geklärt sind, gibt es keine sinnvollen Maßnahmen zur Vorbeugung. Bei Menstruationsstörungen empfiehlt es sich, den Frauenarzt aufzusuchen und die Ursache abklären zu lassen.

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Autor: Nicole Lücke, Dr. med. M. Waitz

medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Haag, P. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2015
Institut für Frauengesundheit Baden-Württemberg: www.institut-frauengesundheit.org (Abruf: 10/2017)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 10/2017)
Interdisziplinäre S2k-Leitlinie für die Diagnostik und Therapie der Endometriose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/045 (Stand: 09/2016)