Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Zecke, Holzbock, Hand
© Catkin / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis?

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist eine Infektionskrankheit, die durch Viren verursacht wird. Zecken übertragen die Erreger, die zur Vermehrung eine Mindesttemperatur von 8° C benötigen. Wegen dieser Temperaturansprüche tritt die FSME zwischen April und Oktober mit einer Spitze im Juni und Juli auf. Etwa zehn Prozent der Zeckenstiche infizierter Zecken führen zu einer Erkrankung. In Europa ist die FSME weit verbreitet. In Deutschland zählen Bayern und Baden-Württemberg, aber auch Teile von Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie des Saarlands und, seit 2014, auch der Vogtlandkreis in Sachsen zu den Risikogebieten. In Europa gelten Österreich, das Elsass, Tschechien, die Slowakei, Polen, Westrussland und Finnland als Risikogebiete.

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Beschwerden: Wie äußert sich die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis?

Oft verläuft die Infektion völlig ohne Symptome. Etwa ein Drittel der FSME-Infizierten zeigt jedoch nach einer Inkubationszeit von 4 bis 28 Tagen (durchschnittlich 10 Tagen) zunächst grippeähnliche Symptome. Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und manchmal auch Bauchschmerzen dauern etwas drei bis acht Tage an. Da diese Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, weisen sie nicht direkt auf eine Infektion mit FSME hin. Nach einer kurzen Beschwerdebesserung steigt das Fieber wieder an.

Je nach betroffenem Areal kommt es in etwa der Hälfte der FSME-Fälle zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) mit Kopfschmerzen, Schwindel, Fieber und Übelkeit. Als typisches Zeichen für eine Meningitis gilt ein steifer Nacken. Greift die Entzündung von den Hirnhäuten auf das Gehirn über (Meningo-Enzephalitis), kommt es zusätzlich zu Bewusstseins- und Koordinationsstörungen und Lähmungen von Extremitäten und Gesichtsnerven. Meningitis und Meningo-Enzephalitis können ineinander übergehen. Normalerweise heilen beide Erkrankungen folgenlos ab. In wenigen Fällen kommt es zu einer Rückenmarksentzündung (Meningo-Enzephalo-Myelitis), die sich durch schlaffe Lähmungen der Arm-, Bein- und Schultermuskulatur äußert und mehrere Monate dauern kann.

Diagnose: Wie wird die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis diagnostiziert?

Stellt sich im Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) heraus, dass es einen Zeckenstich in einem Risikogebiet gab, liegt der Verdacht auf Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) nahe. Auch die doppelte Fieberspitze ist ein Anzeichen für eine FSME-Infektion. Entzündliche Veränderungen im Blut und in der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) und der Nachweis von IgM- und IgA-Antikörpern im Blut sichern die Diagnose. Bei der Diagnose einer Frühsommer-Meningo-Enzephalitis besteht Meldepflicht an das Gesundheitsamt.

Behandlung: Wie kann die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis behandelt werden?

Bislang gibt es keine spezielle Therapie gegen die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Die Behandlung konzentriert sich deshalb auf die Linderung der Symptome. Schmerzlindernde Medikamente wie Paracetamol und Metamizol wirken vor allem gegen die Kopfschmerzen und können das Fieber senken. Bei stärkeren Kopfschmerzen ist die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac sinnvoll. Während der Behandlung empfiehlt sich strikte Bettruhe. In schweren Fällen ist eine Überwachung im Krankenhaus sinnvoll.

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Prognose: Wie ist die Prognose der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis?

In der Regel läuft eine Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) folgenlos ab. Nur bei knapp einem Drittel der Erkrankten sind Rehabilitations-Maßnahmen erforderlich. Vor allem bei Kindern ist die Prognose günstig. Nach einer Meningo-Enzephalo-Myelitis sind aufgrund möglicher neurologischer Störungen krankengymnastische, ergotherapeutische oder logopädische Maßnahmen hilfreich.

Vorbeugung: Wie kann man der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis vorbeugen?

Das Vermeiden eines Zeckenstichs ist die sicherste Vorbeugung gegen FSME. Da sich Zecken bevorzugt in Wäldern mit viel Unterholz und Wiesen aufhalten, empfiehlt sich das Tragen langer Kleidung, vor allem in Risikogebieten. Für gefährdete Personen, wie zum Beispiel Waldarbeiter oder vor Reisen in FSME-Risikogebiete, ist eine Schutzimpfung sinnvoll. Dazu sind drei Impfungen erforderlich, die jeweils nach drei bis fünf Jahren aufgefrischt werden.

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Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/035 (Stand: 09/2012)
Robert Koch-Institut: www.rki.de (Abruf: 10/2017)