Grüner Star (Glaukom)

Auge
© Karin Schmidt / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von Grünem Star?

Grüner Star (Glaukom) ist ein Überbegriff für Erkrankungen des Auges, bei denen es zu einer Schädigung des Sehnervs kommt. Häufig ist der Grund ein zu hoher Augeninnendruck, es gibt jedoch auch Glaukom-Formen mit normalem Augeninnendruck. Obwohl es eine Reihe von unterschiedlichen Glaukom-Formen gibt, ist die Hauptursache eine Behinderung des Kammerwasserabflusses. Das Kammerwasser wird in der Hinterkammer des Auges gebildet und fließt über Regenbogenhaut und Linse in die Vorderkammer. Wird dieser Fluss behindert, erhöht sich der Augeninnendruck. Erfolgt keine Behandlung, kann ein Glaukom zu Gesichtsfeldstörungen und sogar zur Erblindung führen. In Europa ist der Grüne Star eine der häufigsten Erblindungsursachen. Man unterscheidet vier verschiedene Glaukom-Formen:

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  • Primäres Offenwinkelglaukom (Glaucoma chronicum simplex)
  • Primäres Winkelblockglaukom (akuter Glaukomanfall)
  • Primäres kongenitales Glaukom (Hydrophthalmus)
  • Sekundärglaukom

Beschwerden: Wie äußert sich ein Grüner Star?

Am häufigsten tritt das primäre Offenwinkelglaukom auf. Es betrifft vor allem ältere Menschen: Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung ist bei 70- bis 80-Jährigen bis zu zehn Mal so hoch wie bei 30- bis 40-Jährigen. Beschwerden fehlen häufig lange Zeit. Das primäre Winkelblockglaukom kommt etwas seltener vor und tritt plötzlich auf. Die Symptome beim primären Winkelblockglaukom sind eindeutig: Starke Kopfschmerzen, Übelkeit, einseitige Sehstörungen, Wahrnehmung von Farbringen und ein rotes Auge weisen auf einen akuten Glaukomanfall hin.

Innerhalb des ersten Lebensjahrs entwickelt sich in der Regel das primäre kongenitale Glaukom. Beim noch nicht ausgewachsenen Auge vergrößern sich durch den Augeninnendruck der Augapfel und die Hornhaut. Neben diesen vergrößerten Augen sind eine Hornhauttrübung, Lichtscheu und vermehrter Tränenfluss Anzeichen für ein primäres kongenitales Glaukom. Sekundärglaukome entwickeln sich aufgrund anderer Augenkrankheiten oder einer allgemeinen Erkrankung (z.B. Augenverletzungen, Veränderungen der Netzhaut durch Diabetes mellitus).

Diagnose und Behandlung: Wie wird ein Grüner Star diagnostiziert und behandelt?

Je nach Glaukom-Form wird ein Grüner Star unterschiedlich diagnostiziert und behandelt.

Primäres Offenwinkelglaukom

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Das primäre Offenwinkelglaukom entwickelt sich über Jahre und wird häufig zufällig bei einer augenärztlichen Routineuntersuchung entdeckt. Ein Gespräch über die Krankheitsgeschichte (Anamnese) und die Messung von Augeninnendruck und Gesichtsfeld, sowie die Beurteilung des Sehnervs sind für die Diagnose erforderlich. Liegt der Augeninnendruck deutlich über dem Normalwert (10-21 mmHg), ist dies ein deutliches Zeichen für einen Grünen Star. Um den Augeninnendruck zu senken, kommen medikamentöse, operative Verfahren oder eine Laserbehandlung infrage. Die medikamentöse Glaukom-Therapie erfolgt in der Regel mit Augentropfen, die den Innendruck senken oder die Kammerwasserproduktion drosseln. Schlägt sie nicht an, kommt eine Laserbehandlung, die eine leichte Abflussverbesserung bewirken kann, in Betracht. Die Senkung des Augeninnendrucks ist bei der Laserbehandlung vergleichsweise gering und hält etwa zwei bis drei Jahre an. In der fistulierenden Operation wird ein künstlicher Abfluss für das Kammerwasser gelegt. Diese Glaukom-Operation lässt sich auch unter lokaler Betäubung durchführen.

Primäres Winkelblockglaukom

Beim primären Winkelblockglaukom weisen die Symptome auf einen Grünen Star hin. Um die Diagnose zu sichern, wird der Augeninnendruck gemessen. Außerdem untersucht der Arzt die vorderen und mittleren Bereiche des Auges. Das primäre Winkelblockglaukom ist ein medizinischer Notfall und muss sofort medikamentös behandelt werden. Nachdem der Augeninnendruck durch die Medikamente gesenkt wurde, empfiehlt sich eine Laserbehandlung oder eine Operation.

Primäres kongenitales Glaukom

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Liegen die typischen Symptome eines Glaukoms vor, wird das Auge zunächst gründlich untersucht. Bei Kindern ist dies eventuell nur unter Narkose möglich. Die Behandlung des kongenitalen Glaukoms erfolgt immer operativ.

Sekundärglaukom

Je nach Erkrankung wird das Sekundärglaukom aufgrund der Symptome und durch die Augeninnendruck-Messung diagnostiziert. Die weitere Behandlung erfolgt ebenfalls unter Berücksichtigung der verursachenden Krankheit. Im Mittelpunkt der Behandlung steht – wie bei allen Formen des Grünen Stars – die Senkung des Augeninnendrucks.

Prognose: Wie ist die Prognose von Grünem Star?

Bei allen Glaukom-Formen ist die Prognose umso besser, je eher der Grüne Star behandelt wird. Unbehandelte Glaukome führen zur Erblindung. Die Operation des primären kongenitalen Glaukoms erfordert eine ständige Nachbetreuung. Da immer wieder Glaukome auftreten können, ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle sinnvoll.

Vorbeugung: Wie kann man einem Grünen Star vorbeugen?

Um die Entwicklung eines Glaukoms zu verhindern, empfiehlt sich eine regelmäßige Augeninnendruck-Messung nach Verletzungen des Auges. Ab dem 40. Lebensjahr ist die Messung des Augeninnendrucks etwa alle zwei bis drei Jahre ratsam, um ein Glaukom festzustellen und rechtzeitig behandeln zu lassen.

Weitere Informationen

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Autor: Karin Wunder, Dr. med. M. Waitz
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Datum der letzten Aktualisierung: Oktober 2017
Quellen:
Berufsverband der Augenärzte: www.augeninfo.de (Abruf: 10/2017)
Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Heidelberg 2012
Krieglstein, G.K. (Hrsg.): Glaukom 2009. Springer, Heidelberg 2010
Lang, G. et al.: Schlaglicht Augenheilkunde. Glaukom. Thieme, Stuttgart 2014