Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)

Nieren
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Ursachen: Was sind die Ursachen einer Nierenschwäche?

Als Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz bezeichnet man den fortschreitenden Verlust der Nierenfunktion. Liegt eine Nierenschwäche vor, sind die Nieren nicht mehr in der Lage, das Blut ausreichend von giftigen Stoffen (sogenannten harnpflichtigen Substanzen) zu befreien und auszuscheiden. Stattdessen verbleiben diese Stoffe im Blutkreislauf und können den Körper schädigen.

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Die Nierenschwäche kann plötzlich innerhalb von Stunden bis Tagen entstehen (akute Nierenschwäche/akutes Nierenversagen) oder sich langsam schleichend über viele Monate bis Jahre entwickeln (chronische Nierenschwäche). Eine akute Nierenschwäche kann sich prinzipiell vollständig zurückbilden, während bei einer chronischen Nierenschwäche die Nierenfunktion dauerhaft beeinträchtigt ist.

Die Ursachen der chronischen Nierenschwäche sind vielfältig. Meist tritt sie im Rahmen anderer chronischer Erkrankungen auf; am häufigsten bei Menschen, die unter einem Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden. Darüber hinaus können vor allem Bluthochdruck (Hypertonie), Nieren- und Nierenbecken-Entzündungen (Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis und Pyelonephritis) und Zystennieren zu einer Niereninsuffizienz führen.

Einer akuten Nierenschwäche liegt hingegen meist ein akutes Ereignis zu Grunde, zum Beispiel extremer Flüssigkeitsverlust nach einer Operation oder eine starke Blutung nach einem Unfall. Bestimmte Substanzen (wie zum Beispiel Medikamente oder Röntgenmittel), welche die Nieren unter Umständen schädigen, können ebenfalls die Ursache sein. Darüber hinaus kann eine akute Nierenschwäche auch im Rahmen anderer Erkrankungen (vor allem der Harnwege) auftreten.

Beschwerden: Wie äußert sich die Nierenschwäche?

Eine chronische Nierenschwäche verläuft zu Beginn der Erkrankung häufig ohne Symptome, da das gesunde Nierengewebe den Funktionsverlust ausgleicht. Nach einiger Zeit kann es zu Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Wassereinlagerungen (Ödeme) oder gehäuftem nächtlichem Wasserlassen kommen. Im Verlauf der Erkrankung entwickeln sich Störungen in verschiedenen Organen durch die vermehrte Anhäufung der giftigen Stoffe im Blut. Es kann dann zu starken Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blutungen), Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzproblemen oder zu Verfärbung und Juckreiz der Haut kommen. Weitere Beschwerden sind möglich, allerdings geht eine Niereninsuffizienz manchmal auch lange ohne eindeutige Symptome einher.

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Die chronische Nierenschwäche wird in fünf Stadien eingeteilt: Je höher das Stadium, desto schlechter funktionieren die Nieren. Im letzten Stadium, Stadium 5 der Niereninsuffizienz, ist die Funktion der Nieren fast vollständig ausgefallen.

Bei einer akuten Nierenschwäche wird als Symptom häufig weniger Urin ausgeschieden. Wassereinlagerungen im Körper (zum Beispiel Anschwellen der Beine) können ebenfalls auf eine Niereninsuffizienz hindeuten. In einigen Fällen fehlen diese Symptome allerdings, sodass lediglich Beschwerden der auslösenden Grunderkrankung vorhanden sind.

Diagnose: Wie wird eine Nierenschwäche diagnostiziert?

Die Symptome und die Vorgeschichte (zum Beispiel ein langjähriger Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)) des Patienten können dem Arzt bereits erste Hinweise auf eine Nierenschwäche geben. Wichtigstes Hilfsmittel zur Diagnose einer Niereninsuffizienz ist die Kontrolle der Nierenwerte (vor allem Harnstoff und Kreatinin) im Blut, sowie Urin-Untersuchungen. Anhand dieser Werte lässt sich der Schweregrad der Erkrankung einschätzen und der Verlauf durch wiederholte Kontrollen verfolgen. Regelmäßige Blutkontrollen sind wichtig, um Veränderungen der Blutwerte durch die Nierenschwäche frühzeitig zu erkennen. Zur weiteren Diagnostik gehören zum Beispiel Ultraschall-Untersuchungen (Sonografie) und Röntgen-Aufnahmen der Nieren.

Behandlung: Wie kann die Nierenschwäche behandelt werden?

Zunächst ist es sehr wichtig, dass die Grundkrankheit behandelt wird, die zur Nierenschwäche geführt hat. Das Fortschreiten einer chronischen Nierenschwäche lässt sich durch bestimmte Maßnahmen zudem häufig verzögern. Für Betroffene ist es ratsam, ihre Ernährung umzustellen und vor allem weniger Eiweiß aufzunehmen sowie die Trinkmenge zu beschränken. Außerdem ist es wichtig, den Blutdruck konsequent mit Medikamenten einzustellen, möglicherweise nierenschädigende Stoffe zu vermeiden und das Rauchen aufzugeben. Außerdem ist es empfehlenswert, keinen oder nur mäßig Alkohol zu trinken. Weitere Medikamente, die der Arzt in bestimmten Fällen bei einer Nierenschwäche verordnen kann, sind Diuretika (harntreibende Mittel), Phosphatbinder und Vitamin D-Präparate.

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Im Endstadium der chronischen Nierenschwäche ist eine Nierenersatztherapie („Blutwäsche“) unverzichtbar, um lebensgefährlichen Komplikationen wie Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit oder Koma vorzubeugen. Dazu stehen verschiedene Verfahren (Dialyse; Hämodialyse, Hämofiltration, Peritonealdialyse) zur Verfügung.

Eine weitere Möglichkeit, eine fortgeschrittene chronische Nierenschwäche zu behandeln, ist eine Nierentransplantation. Der Bedarf an Spendernieren ist aber zu groß, um alle Betroffenen zu versorgen. Daher ist bei einer Nierenschwäche zunächst eine meist langjährige Nierenersatztherapie notwendig.

Prognose: Wie ist die Prognose der Nierenschwäche?

Eine chronische Nierenschwäche lässt sich nicht heilen. Die Niereninsuffizienz verläuft in Stadien und das Ziel der Behandlung ist es, ein Fortschreiten der Niereninsuffizienz zu verlangsamen. Im fortgeschrittenen Stadium der Nierenschwäche kann nur eine Dialyse oder eine Nierentransplantation helfen.

Die Prognose der akuten Nierenschwäche hängt stark von der Erkrankung ab, die zur Nierenschwäche geführt hat, sowie inwieweit die Nieren bereits geschädigt sind. Grundsätzlich ist bei der akuten Niereninsuffizienz eine vollständige Heilung möglich.

Vorbeugung: Wie kann man einer Nierenschwäche vorbeugen?

Den Erkrankungen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Bluthochdruck (Hypertonie), die häufig Ursache der chronischen Nierenschwäche sind, kann man zum Teil mit Allgemeinmaßnahmen vorbeugen: Regelmäßige körperliche Betätigung, gesunde Ernährung, salzarme Kost und Vermeidung von Übergewicht (Adipositas), Alkohol- und Nikotinkonsum. Werden diese Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt, lässt sich der Entstehung einer Nierenschwäche ebenfalls entgegenwirken.

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Autor: Dr. med. Maximilian Eckerland
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abruf: 11/2017)
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie: www.dgfn.eu (Abruf: 11/2017)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017