Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Unterleib Frau
© wetterliese / pixelio.de

Ursachen: Was sind die Ursachen des Prämenstruellen Syndroms?

Als Prämenstruelles Syndrom (PMS) bezeichnen Ärzte typische körperliche und psychische Beschwerden bei Frauen, die einige Tage bis zu zwei Wochen vor der Menstruationsblutung auftreten und während der Menstruation wieder verschwinden. Fast jede Frau leidet hin und wieder unter PMS-Symptomen; bei etwa fünf Prozent sind sie jedoch so stark ausgeprägt, dass die Lebensqualität beeinträchtigt ist. Vor allem Frauen ab dem 30. Lebensjahr sind von PMS betroffen.

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Die genauen Ursachen des PMS sind bis heute nicht bekannt. Aufgrund der Vielfalt der möglichen Symptome schließen Experten eine einzige Ursache jedoch aus. Stattdessen handelt es sich beim Prämenstruellen Syndrom mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Störung, die durch viele Faktoren beeinflusst wird.

Eine wichtige Rolle spielen beim PMS die hormonellen Schwankungen während des weiblichen Zyklus. Die meisten Frauen leiden vor allem an Problemen, wenn der Gelbkörper in der zweiten Zyklushälfte beginnt, das Gelbkörperhormon (Progesteron) zu bilden und gleichzeitig die Östrogenausschüttung nachlässt.

Weitere Faktoren, die die prämenstruellen Beschwerden verstärken können, sind unter anderem Stress, psychische Probleme, Koffein, Nikotin, Alkohol, Schlafstörungen und Bewegungsmangel.

Beschwerden: Wie äußert sich das Prämenstruelle Syndrom?

Die Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms können von Frau zu Frau unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie treten wenige Tage bis zu zwei Wochen vor der Regelblutung auf.

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Typische körperliche PMS-Symptome sind:

Typische psychische PMS-Symptome sind:

  • Stimmungsschwankungen
  • Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit
  • Unruhe, Reizbarkeit
  • Depressive Verstimmung, Depressionen
  • Ängste
  • Aggressivität, Wutausbrüche
  • Weinerlichkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl

Diagnose: Wie wird das Prämenstruelle Syndrom diagnostiziert?

Die Diagnose PMS stellt der Arzt anhand der Symptome: Die typischen Beschwerden, die bei jedem Monatszyklus in der zweiten Zyklushälfte auftreten, wie zum Beispiel Brustspannen und Stimmungsschwankungen, lassen an ein Prämenstruelles Syndrom denken. Mit Hilfe von Blut-Untersuchungen in der ersten und zweiten Zyklushälfte lassen sich Veränderungen des Hormonspiegels (zum Beispiel Progesteron, Prolaktin, Testosteron, Schilddrüsen-Hormone) nachweisen.

Behandlung: Wie kann das Prämenstruelle Syndrom behandelt werden?

Gegen die Beschwerden beim Prämenstruellen Syndrom werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Da hormonellen Störungen als wichtigste Ursache des PMS gelten, verordnen Frauenärzte zur Behandlung des PMS häufig Hormone. Hierzu zählen beispielsweise hormonelle Verhütungsmittel („Anti-Baby-Pille“), die die körpereigene Hormonproduktion und den Eisprung unterdrücken, sowie das Hormon Progesteron und sogenannte GnRH-Analoga. Andere Medikamente, die bei starken PMS-Beschwerden die Symptome lindern können, sind Schmerzmittel (Analgetika), Entwässerungstabletten (Diuretika) und Mittel gegen Depressionen (Antidepressiva).

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Da diese Medikamente mitunter starke Nebenwirkungen haben, ist es sinnvoll, zunächst zu versuchen, die PMS-Beschwerden mit pflanzlichen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln zu lindern. Hierzu zählen unter anderem Mönchspfeffer, Johanniskraut, Nachtkerzenöl, Magnesium, Kalzium und Vitamin B6, sowie Safran und Ginkgo biloba. Außerdem ist es ratsam, bei PMS-Beschwerden auf Koffein (Kaffee, Cola) und Alkohol zu verzichten.

Neben einer gesunden Ernährung kann auch regelmäßige Bewegung beim Prämenstruellen Syndrom Erleichterung verschaffen, da dies die Durchblutung anregt und sich die Muskeln in Gebärmutter, Bauch und Rücken  entkrampfen. Auch Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training können helfen, die Beschwerden des PMS zu lindern. In einigen Fällen kann auch eine Psychotherapie, wie die kognitive Verhaltenstherapie, zur Behandlung bei PMS angewandt werden.

Prognose: Wie ist die Prognose des Prämenstruellen Syndroms?

Ein Prämenstruelles Syndrom kann sehr unterschiedlich verlaufen. Schlägt die Therapie an, bessern sich die PMS-Symptome oder sie verschwinden ganz. Ohne Behandlung können die Beschwerden bis zu den Wechseljahren bestehen bleiben. Nach den Wechseljahren (Klimakterium) – wenn es zu keiner Menstruation mehr kommt – verschwinden die prämenstruellen Beschwerden normalerweise spontan.

Vorbeugung: Wie kann man dem Prämenstruellen Syndrom vorbeugen?

Da die Ursachen des Prämenstruellen Syndroms nicht genau geklärt sind, lässt sich den Beschwerden nur bedingt vorbeugen. Es gibt jedoch einige Dinge, die jede Frau selbst ausprobieren kann, um ihre PMS-Symptome zu lindern oder gar zu verhindern:

  • Verzicht auf salzige Speisen, Alkohol, Koffein und Nikotin einige Tage vor der Menstruation
  • Vermeiden von Stress und Belastung
  • Entspannungsübungen (wie Autogenes Training, Yoga)
  • Bewegung und Sport (wie Radfahren, Schwimmen)
  • Ausgewogene Ernährung (Gemüse, Obst, Vollkornprodukte)
  • Ausreichend Schlaf, regelmäßiger Schlafrhythmus

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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Haag, P. et al.: Gynäkologie und Urologie für Studium und Praxis. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
Frauenärzte im Netz: Prämenstruelles Syndrom. www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: 11/2017)
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 11/2017)