Prostatakrebs – aktuelle und neue Therapien

©pixabay.com

Prostatakrebs, in der Fachsprache Prostatakarzinom oder kurz Prostata-Ca. genannt, ist die häufigste Krebsart bei Männern. Das Risiko, an einem bösartigen Tumor der Prostata (Vorsteherdrüse) zu erkranken, nimmt mit dem Alter zu. Bei Männern unter 50 Jahren kommt Prostatakrebs sehr selten vor. Eine gute Nachricht ist, dass Prostatakrebs zu den Krebsarten mit den größten Heilungschancen zählt, denn der Tumor wächst meist sehr langsam und lässt sich oft gut behandeln. Über 90 Prozent der Männer, bei denen Prostatakrebs diagnostiziert wird, leben fünf Jahre nach der Diagnose noch.

Anzeige

Doch wie wird Prostatakrebs behandelt?

Wir stellen Ihnen die gängigen sowie neue Therapien bei Prostatakrebs vor: von der Prostata-Operation über die MRT-gesteuerte TULSA-PRO bis hin zu Medikamenten wie Apalutamid.

Wovon hängt die Prostata-Therapie ab?

Prostatakrebs ist nicht gleich Prostatakrebs. Welche Behandlung bei einem Prostatakarzinom angewendet wird, hängt deshalb von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Aggressivität des Tumors. Mit einer Gewebeprobe und anderen Untersuchungen lässt sich beurteilen, ob der Prostatakrebs aggressiv ist (Hoch-Risiko-Krebs) oder ob er langsam wächst (Niedrig-Risiko-Krebs). Wichtig für die Therapiewahl ist auch die Ausbreitung des Tumors im Körper, also ob er bereits andere Organe befallen und Metastasen (Tochtergeschwulste) gebildet hat. Die Ärzte teilen den Krebs dann in Stadien ein: Je höher das Stadium, desto größer ist die Ausbreitung des Tumors im Körper. Letztlich sind auch individuelle Aspekte relevant für die Behandlung von Prostatakrebs, wie das Alter des Mannes, sein allgemeiner Gesundheitszustand und seine persönliche Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie.

Anzeige

Active surveillance und watchful waiting beim Niedrig-Risiko-Prostatakrebs

Wenn der Prostatakrebs klein ist, auf die Prostata beschränkt (also nicht in umliegende Organe eingewachsen ist oder Metastasen gebildet hat) und kein aggressives Wachstum zeigt, spricht man von einem Niedrig-Risiko-Prostatakrebs. In diesem Fall muss nicht zwingend eine medizinische Behandlung erfolgen. Der Mann kann sich auch für eine aktive Überwachung (active surveillance) oder ein abwartendes Beobachten (watchful waiting) entscheiden.

Bei der active surveillance wird der Prostatakrebs zunächst nur regelmäßig kontrolliert. Wenn er nicht wächst, ist keine Therapie nötig, und falls er doch wächst, wird er mit dem Ziel der Heilung (kurativ) behandelt. Auch beim watchful waiting wird der Prostatakrebs zunächst nur kontrolliert. Falls er wächst, werden jedoch nur die Beschwerden behandelt, nicht der Krebs selbst. Diese sogenannte palliative Behandlung kommt vor allem für ältere Männer infrage, bei denen aufgrund ihres Gesundheitszustandes keine belastenden Therapien wie Operation oder Bestrahlung möglich sind.

 

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

Therapie bei Hoch-Risiko-Prostatakrebs

Die Therapie von Männern mit einem Hoch-Risiko-Prostatakrebs besteht meistens aus einer Operation oder Bestrahlung. Bei der Operation werden die Prostata und ggf. weiteres betroffenes Gewebe entfernt. Die Bestrahlung kann entweder von außen (externe Strahlentherapie) oder von innen (interne Strahlentherapie, Brachytherapie) erfolgen. Die häufigsten Nebenwirkungen von Operation und Bestrahlung der Prostata sind eine Harninkontinenz und Erektionsstörungen.

Eine relativ neue Methode zur Behandlung von Prostatakrebs ist die sogenannte MRT-gesteuerte TULSA-PRO. Die Abkürzung TULSA steht für Transurethrale Ultraschallablation. Dabei wird der bösartige Tumor in der Prostata MRT-gesteuert gezielt durch Erhitzung zerstört. Die Erhitzung erfolgt berührungslos mittels Ultraschall, wobei die Ultraschall-Sonde durch die Harnröhre zur Prostata eingeführt wird, um möglichst wenig Gewebe zu schädigen und den Tumor gezielt anzusteuern. Vorteil der TULSA-Methode soll sein, die Kontinenz und Potenz möglichst zu erhalten.

Bei weiter fortgeschrittenem Prostatakrebs kommen eine Hormonbehandlung und eine Chemotherapie in Betracht. Dabei werden verschiedene Medikamente verabreicht, die die Krebszellen abtöten sollen. Seit Januar 2019 ist der Wirkstoff Apalutamid (Handelsname Erleada) zur Behandlung von Männern mit nicht metastasiertem Prostatakrebs zugelassen, bei denen die gängige Hormonbehandlung nicht mehr wirkt. Apalutamid soll das Wachstum des Prostatakarzinoms hemmen und die Krebszellen absterben lassen.

 

Weiterführende Informationen

Autor: Redaktion medproduction
Datum: Februar 2020
Quellen:
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Prostatakrebs. https://www.gesundheitsinformation.de/prostatakrebs.2066.de.html (Abruf: 02/2020)
ALTA Klinik: Prostatakrebs therapieren lassen: https://www.alta-klinik.de/prostata/therapie/prostatakrebs-behandlung/ (Abruf: 02/2020)
Deutsche Krebsgesellschaft: Prostatakrebs. https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/prostatakrebs.html (Abruf: 02/2020)