Restless-Legs-Syndrom

Beine, Strumpfhosen
© Michal Jarmoluk / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen des Restless-Legs-Syndroms?

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine das Nervensystem betreffende (neurologische) Erkrankung, deren Ursache bis heute nicht eindeutig geklärt ist. Es ist durch unwiderstehlichen Bewegungsdrang und unangenehme Missempfindungen in den Beinen gekennzeichnet. Im Volksmund spricht man auch von „unruhigen Beinen“.

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Man unterscheidet drei RLS-Formen:

Das idiopathische RLS, welches mit einer Störung im Zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) verbunden ist. Die genaue Ursache ist bislang nicht bekannt. Doch geht man davon aus, dass Störungen des sogenannten Dopamin-Stoffwechsels im Gehirn das Restless-Legs-Syndrom auslösen. Dopamin ist ein Neurotransmitter – ein Botenstoff, der unter anderem an der Erregungsleitung von Nervenzellen beteiligt ist. Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte genetische Merkmale RLS begünstigen.

Das sekundäre RLS, bei dem die Beschwerden durch verschiedene Erkrankungen oder Störungen hervorgerufen werden können, beispielsweise durch Eisenmangel, Nierenschwäche (Niereninsuffizienz), Rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose (MS), Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose), Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose), Folsäure-Mangel oder Vitamin-B12-Mangel. Das RLS tritt auch im Zusammenhang mit Angststörungen, Depressionen oder ADHS auf. In der Schwangerschaft wird das RLS ebenfalls vermehrt beobachtet.

Das medikamentös induzierte/verstärkte RLS kann durch Medikamente wie Beruhigungsmittel, Mittel gegen Allergien (Antiallergika) und gegen Depressionen (Antidepressiva) ausgelöst werden. Ebenso können koffeinhaltige Medikamente mögliche RLS-Auslöser sein.

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Beschwerden: Wie äußert sich das Restless-Legs-Syndrom?

Hauptsymptom des Restless-Legs-Syndroms (RLS) ist ein starker Bewegungsdrang der Beine („unruhige Beine“), selten auch der Arme. Dieser ist oft begleitet beziehungsweise ausgelöst durch unangenehme Missempfindungen wie Kribbeln („Ameisenlaufen“) bis hin zu ziehenden und reißenden Schmerzen in den Beinen oder Armen. Frauen sind etwa doppelt so häufig vom Restless-Legs-Syndrom betroffen wie Männer.

Die RLS-Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und machen sich nur in Ruhesituationen bemerkbar, besonders abends und nachts. Wärme kann die RLS-Beschwerden zusätzlich verstärken. Meistens treten die Symptome in beiden Körperhälften auf. Sie lassen sich nur durch sofortige Aktivität und Bewegung bessern oder beseitigen – und nur so lange der Betroffene sich bewegt. Viele Menschen mit Restless-Legs-Syndrom leiden durch diese Beschwerden zusätzlich an Schlafstörungen und somit an dauerhafter Müdigkeit und Erschöpfung.

Diagnose: Wie wird das Restless-Legs-Syndrom diagnostiziert?

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) wird anhand der typischen Symptome wie Missempfindungen und starkem Bewegungsdrang in den Beinen diagnostiziert. Um die Ursache des RLS herauszufinden sowie um andere Erkrankungen auszuschließen, sind ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt über die Beschwerden und die Vorgeschichte (Anamnese) sowie eine weitere Diagnostik, zum Beispiel Blut-Untersuchungen und eine neurologische Untersuchung, sinnvoll.

Es gibt vier essenzielle Kriterien für die Diagnose des Restless-Legs-Syndroms:

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  1. Es tritt ein Bewegungsdrang der Beine (seltener auch der Arme) auf, oft verbunden mit Gefühlsstörungen, Missempfindungen oder Schmerzen.
  2. Die Beschwerden treten erst in Ruhe und bei Inaktivität auf oder steigern sich.
  3. Durch Bewegung der betroffenen Körperregionen werden die Symptome gelindert oder verschwinden ganz.
  4. Der Bewegungsdrang und die Missempfindungen sind abends und nachts stärker oder treten sogar nur dann auf.

Eine weitere Möglichkeit, das Restless-Legs-Syndrom zu diagnostizieren, ist es, die wiederkehrenden Beinbewegungen im Wach- und im Schlafzustand zu messen. Schlägt die RLS-Therapie an, so spricht dies ebenfalls für ein Restless-Legs-Syndrom.

Behandlung: Wie kann das Restless-Legs-Syndrom behandelt werden?

Das idiopathische Restless-Legs-Syndrom (RLS) lässt sich ursächlich nicht heilen, da die Ursache nicht bekannt ist. Die RLS-Behandlung erfolgt daher rein symptomatisch, das heißt es werden die akuten Beschwerden bekämpft. Hierzu werden sogenannte dopaminerge Substanzen (Dopamin oder ähnlich wirkende Stoffe) verabreicht, die normalerweise zur Behandlung von Parkinson (Schüttellähmung) eingesetzt werden. Sie verbessern die Übertragung von Informationen zwischen den Nervenzellen.

Ist das Restless-Legs-Syndrom hingegen durch eine Krankheit (sekundäres RLS) oder durch Medikamente ausgelöst, so bessern sich die Beschwerden meist, wenn die Störung behoben wird (zum Beispiel indem ein Eisenmangel oder Vitaminmangel ausgeglichen wird) oder die Medikamente angepasst werden.

Prognose: Wie ist die Prognose des Restless-Legs-Syndroms?

Die Prognose des Restless-Legs-Syndroms ist individuell unterschiedlich. Bei manchen Menschen mit RLS verstärken sich die Beschwerden und es sind neben den Beinen auch die Arme von den Missempfindungen und dem starken Bewegungsdrang betroffen. Viele RLS-Patienten sprechen jedoch gut auf die Behandlung mit dopaminergen Medikamenten an und ihre Symptome bessern sich deutlich. Das RLS ist in der Wissenschaft noch nicht lange bekannt, sodass es hinsichtlich der Langzeit-Prognose bislang keine ausreichenden Studien gibt.

Vorbeugung: Wie kann man dem Restless-Legs-Syndrom vorbeugen?

Dem idiopathischen Restless-Legs-Syndrom lässt sich schwer vorbeugen, da die Ursachen nicht gänzlich geklärt sind. Ein durch einen Mangel an Eisen oder an Vitaminen ausgelöstes RLS kann man mit einer ausgewogenen Ernährung vermeiden. Liegt eine Erkrankung dem Restless-Legs-Syndrom zugrunde (zum Beispiel eine Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose)), muss diese behandelt werden.

Weitere Informationen

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Autor: Dr. med. vet. Michael Koch
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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Deutsche RLS-Vereinigung e.V.: www.restless-legs.org (Abruf: 11/2017)
Diener, H.-C. et al.: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Restless-Legs-Syndrom (RLS) und Periodic Limb Movement Disorder (PLMD). AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/081 (Stand 09/2012)
Berlit, P.: Klinische Neurologie. Springer, Berlin Heidelberg 2011
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin 2017