Sonnenbrand

Frau, Sonnenbad, Bikini
© Hans Braxmeier / pixabay.de

Ursachen: Was sind die Ursachen von einem Sonnenbrand?

Sonnenbrand (Dermatitis solaris, UV-Erythem) ist eine Entzündung der Haut, die durch übermäßige Einwirkung von ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) verursacht wird. Dabei entsteht der Sonnenbrand unabhängig davon, ob die UV-Strahlen vom Sonnenlicht oder von einer künstlichen Strahlungsquelle, wie in einem Solarium, kommen.

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Es gibt drei verschiedene Arten der UV-Strahlung, die sich in ihrer physikalischen Wirkung unterscheiden. Hauptsächlich bewirken UVB-Strahlen einen Sonnenbrand, aber auch UVA-Strahlung kann in hoher Dosis dazu führen. Die energiereichsten UVC-Strahlen kommen an der Erdoberfläche nicht vor, weil sie durch die Ozonschicht herausgefiltert werden. Heutzutage wird die Ozonschicht durch den Treibhauseffekt immer mehr geschädigt, sodass in manchen Regionen die UVC-Strahlen die Ozonschicht durchdringen und auch Sonnenbrand und andere Hautschäden verursachen können.

Hellhäutige Menschen (Hauttyp I und II) erleiden häufig einen mehr oder weniger starken Sonnenbrand. Bei Menschen mit stärkerer Hautpigmentierung (Hauttyp III und IV) sowie dunkelhäutigen Menschen ist Sonnenbrand sehr selten. Die Stärke der Beschwerden hängt vom UV-Spektrum, der Bestrahlungsstärke und der Bestrahlungszeit ab.

Beschwerden: Wie äußert sich ein Sonnenbrand?

Der Sonnenbrand beginnt erst vier bis acht Stunden nach dem Sonnenbad. Während des Sonnenbads fühlen viele lediglich eine leichte Spannung der Haut. Die Beschwerden erreichen ihren Höhepunkt 24 bis 36 Stunden nach dem Sonnenbad. Die Entzündung zeigt sich durch Rötung und Schwellung der betroffenen Hautareale. Die bestrahlten Stellen können jucken und schmerzen. Je nach Grad der Entzündung bilden sich eventuell Blasen. Gelegentlich werden die Beschwerden durch Fieber begleitet, auch Kreislaufprobleme sind möglich. Der Sonnenbrand ist immer auf die zuviel bestrahlten Körperregionen beschränkt.

Manchmal tritt an der Stelle des Sonnenbrands eine allergische Reaktion auf: Rund zwei bis drei Tage nach einem Sonnenbad fängt die betroffene Stelle an, unerträglich zu jucken. Bei einigen Menschen bilden sich bei einer solchen, als Sonnenallergie bezeichneten Reaktion, Blasen und rötlicher Hautausschlag, bei anderen lässt sich keine nennenswerte Hautveränderung beobachten.

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Kommen weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Ohrensausen hinzu, handelt es sich um einen Sonnenstich. Bei einem Sonnenstich ist im Vergleich zum Sonnenbrand nicht die Haut, sondern das Gehirn überhitzt. Kinder mit hellem und dünnem Haar sind am meisten gefährdet.

Diagnose: Wie wird ein Sonnenbrand diagnostiziert?

Bei einer Hautrötung, die erst mit einer Verzögerung von einigen Stunden nach einem Sonnenbad auftritt, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Sonnenbrand. Typisch dabei ist, dass die Rötung sich nur auf die Hautareale beschränkt, die zuviel bestrahlt wurden. Kommen noch weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen hinzu, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser stellt fest, ob es sich um einen Sonnenbrand, eine Sonnenallergie oder einen Sonnenstich handelt und leitet entsprechende Maßnahmen ein.

Behandlung: Wie kann ein Sonnenbrand behandelt werden?

Die beste Behandlung des Sonnenbrands besteht darin, die betroffenen Körperregionen zu kühlen. In schweren Fällen oder bei besonders großflächigem Sonnenbrand können entzündungshemmende Cremes und Lotionen, die Kortison enthalten, angewandt werden. Zinklotion wirkt kühlend und hilft gegen Hautirritationen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln ist je nach Stärke des Sonnenbrands empfehlenswert.

Bei einem Sonnenstich sollte man sich umgehend in den Schatten begeben. Allerdings bietet auch Schatten keinen 100-prozentigen Schutz vor Sonnenstrahlen. Der Kopf kann in feuchte Handtücher gewickelt werden. Wichtig ist, den Oberkörper hochzulagern. Tritt keine Besserung ein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

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Prognose: Wie ist die Prognose von einem Sonnenbrand?

Ein Sonnenbrand heilt nach ein bis zwei Wochen ab. Gegebenenfalls löst sich die Haut ab oder beginnt zu schuppen. Schwere Formen mit Blasenbildung können Narben hinterlassen.

Eine übermäßige langjährige Sonnenbelastung kann zu Langzeitfolgen führen. Die ultravioletten Strahlen dringen dabei in das Bindegewebe der Haut ein und lösen irreparable Schäden aus. Zum einen verliert die Haut dabei ihre Dehnbarkeit und wird schlaff, die vorzeitige Hautalterung ist dann die Langzeitkonsequenz. Zum anderen können häufige Sonnenbäder die Entstehung von Hautkrebs fördern.

Besonders aufpassen sollten Menschen, die nach einem Sonnenbad nicht rot, sondern direkt braun werden. Denn diese Bräune ist ebenfalls ein leichter Sonnenbrand.

Vorbeugung: Wie kann man einem Sonnenbrand vorbeugen?

Einem Sonnenbrand lässt sich am besten vorbeugen, indem man starke Sonnenbestrahlung meidet. Am intensivsten ist die Sonneneinstrahlung zwischen zehn und 16 Uhr; es ist daher empfehlenswert, in dieser Zeit längere Aufenthalte in der Sonne zu vermeiden. Zum zusätzlichen Schutz empfiehlt es sich, Sonnencremes zu verwenden, die über einen entsprechenden Lichtschutzfaktor verfügen. Viele Cremes sollten im Schatten aufgetragen werden und brauchen ungefähr 20 Minuten Einwirkzeit. Weiterhin ist besondere Hautpflege nach einem Sonnenbad wichtig. Hierfür eignen sich besonders gut Lotionen mit Vitamin E.

Wie viel Sonne die Haut schlussendlich verträgt, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt nicht nur vom Hauttyp, sondern auch von der Stärke und Länge der Sonnenbestrahlung sowie von der bestrahlten Körperregion ab. Zu bedenken ist, dass ein Sonnenbrand auch im Schatten entstehen kann, da die UV-Strahlen die Wolken durchdringen und von Sand, Wasser und Gegenständen reflektiert werden.

Besonders sind Kinder gefährdet, einen Sonnenbrand zu bekommen. Ihre Haut ist viel empfindlicher als die Haut der Erwachsenen. Sie spielen viel in der Sonne, ohne auf die Anzeichen eines Sonnenbrands zu achten. Daher ist es ratsam, Sonnenschutzcremes zu verwenden, die UVA- und UVB-Strahlen blocken und einen Lichtschutzfaktor von mindestens 15, besser 20 haben. Den wirksamsten Schutz bietet allerdings nach wie vor der Aufenthalt im Schatten sowie eine sonnengerechte Kleidung „von Kopf bis Fuß“.

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Autor: Dr. med. Angelika Berenboim
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Datum der letzten Aktualisierung: November 2017
Quellen:
Braun-Falco, O. et a.: Dermatologie und Venerologie. Springer, Heidelberg 2012
Deutsche Krebsgesellschaft: Hautkrebs. www.krebsgesellschaft.de (Abruf: 11/2017)
Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016
Hauttumorzentrum der Ruhr-Universität Bochum. www.hauttumorzentrum-bochum.de (Abruf: 11/2017)