Harnsäure

© Carsten Jünger / pixelio.de

Was bedeutet der Laborwert Harnsäure?

Harnsäure entsteht im Körper beim Abbau von sogenannten Purinen. Purine sind Bestandteil der Erbinformationen der Zellen (DNS, RNS) und von bestimmten Energieträgern (ATP, GTP). Außerdem kann Harnsäure beim Abbau von mit der Nahrung zugeführten Purinen (z.B. in Fleisch, Innereien) entstehen. Eine Erhöhung des Harnsäure-Spiegels im Blut bezeichnet man als Hyperurikämie. Sie kann zu Gicht und Nierensteinen führen.

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Wann wird die Harnsäure gemessen (welche Indikation)?

Harnsäure wird beim Verdacht auf eine Hyperurikämie – also eine Erhöhung des Harnsäure-Spiegels – oder selten eine Hypourikämie – eine Erniedrigung des Harnsäure-Spiegels – gemessen, bzw. um deren Ursachen einzugrenzen. Ärzte lassen Harnsäure unter anderem bestimmen:

Wie wird die Harnsäure gemessen?

Harnsäure kann im Blut sowie im Urin (sogenannter 24-Stunden-Sammelurin) gemessen werden.

Wie lauten die Referenzwerte für die Harnsäure?

Die Referenzwerte für Harnsäure beim Erwachsenen sind:

a) im Blut:

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  • Frauen: 2,3-6,1 mg/dl
  • Männer: 3,6-8,2 mg/dl

b) im Urin:

  • Frauen: 0,3-0,7 g/d
  • Männer: 0,3-0,8 g/d

Was bedeutet eine Erhöhung der Harnsäure?

Eine Erhöhung des Harnsäure-Spiegels im Blut (Hyperurikämie) kann folgende Ursachen haben:

Mögliche Gründe für eine erhöhte Ausscheidung von Harnsäure mit dem Urin sind:

  • Gicht
  • Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Fastenkur
  • Nierensteine
  • Nierenschäden

Was bedeutet eine Erniedrigung der Harnsäure?

Eine Erniedrigung des Harnsäure-Spiegels im Blut (Hypourikämie) kann folgende Ursachen haben:

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für:

  • Überdosierung von Allopurinol (Gichtmittel)
  • Medikamente (z.B. Östrogene)
  • Leberschwäche (Leberinsuffizienz)
  • Nierenschäden
  • Xanthinurie (Stoffwechselstörung durch Gendefekt)

Mögliche Gründe für eine erniedrigte Ausscheidung von Harnsäure mit dem Urin sind:

  • Behandlung mit Allopurinol (Gichtmittel)
  • Leberschwäche (Leberinsuffizienz)
  • Xanthinurie (Stoffwechselstörung durch Gendefekt)

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M.Sc. Biologie
Quellen:
Arastéh, K. et al.: Duale Reihe. Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009