HCG (Humanes Choriongonadotropin)

Petrischale im Labor
© Carsten Jünger / pixelio.de

Was bedeutet der Laborwert HCG?

HCG (Humanes Choriongonadotropin) ist ein Hormon, das in der Schwangerschaft von den Zellen des Mutterkuchens (Plazenta) gebildet wird. HCG erhält die Funktion des Gelbkörpers (Corpus luteum) und gewährleistet so die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft.

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Wann wird der Laborwert HCG gemessen (welche Indikation)?

In der Labormedizin wird HCG zum einen zum Nachweis und zur Überwachung der Schwangerschaft gemessen. Zum anderen dient HCG als Tumormarker, denn bei Nicht-Schwangeren kann das Hormon bei einem Keimzelltumor erhöht sein – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Tumormarker sind Laborwerte, die der Arzt zur Therapie- und Verlaufskontrolle von Krebserkrankungen bestimmen lässt.

Wie wird der Laborwert HCG gemessen?

HCG (Humanes Choriongonadotropin) wird im Blut gemessen. Zum Nachweis einer Schwangerschaft (Schwangerschafts-Test) lässt sich HCG auch im Urin bestimmen.

Wie lauten die Referenzwerte für den Laborwert HCG?

Für HCG (Humanes Choriongonadotropin) gelten folgende Grenzwerte im Blut:

  • Männer unter 60 Jahre: <0,7 IU/l
  • Männer über 60 Jahre: <2,0 IU/l
  • Frauen (vor den Wechseljahren, nicht schwanger): <3 IU/l
  • Frauen (nach den Wechseljahren): <5 IU/l

Was bedeutet eine Erhöhung des Laborwerts HCG?

Erhöhte HCG-Werte können zum einen ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein. Frauen, bei denen dies infrage kommt, sollten sich im Falle einer HCG-Erhöhung weiter gynäkologisch untersuchen lassen.

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Außerhalb der Schwangerschaft deuten erhöhte HCG-Werte auf einen bösartigen Tumor hin. Mögliche HCG-produzierende Tumoren sind:

  • Plazenta- oder Eierstocktumoren: Chorionkarzinom, Blasenmole
  • Keimzelltumoren des Hodens: Chorionkarzinom, Seminome, Nicht-Seminome
  • Andere Krebserkrankungen, z.B. Darmkrebs, Lungenkrebs, Eierstockkrebs, Brustkrebs

Was bedeutet eine Erniedrigung des Laborwerts HCG?

Fallen die Werte des Tumormarkers HCG (Humanes Choriongonadotropin) während der Krebstherapie oder im Rahmen der Krebsnachsorge ab, spricht dies dafür, dass die Therapie anschlägt und der Tumor (z.B. das Chorionkarzinom) erfolgreich bekämpft wurde.

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M.Sc. Biologie
Quellen:
Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst: http://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/tumormarker.php  
(Abruf: 01/2015)
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009
 

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