Hp (Haptoglobin)

Blut, Probe, Blutprobe, Labor
© PublicDomainPictures / pixabay.de

Was bedeutet der Laborwert Haptoglobin?

Haptoglobin (Hp) ist ein Eiweiß, das den roten Blutfarbstoff Hämoglobin (Hb) im Blut bindet und transportiert. Haptoglobin wird in der Leber gebildet und ins Blut abgegeben. Es führt den roten Blutfarbstoff dem sogenannten Retikulo-Endothelialen-System (RES) zu, welches den Haptoglobin-Hämoglobin-Komplex abbaut.

Anzeige

Außerdem zählt Haptoglobin zu den Akute-Phase-Proteinen, die das Abwehrsystem unterstützen und eine wichtige Rolle bei Entzündungen, Infektionen und Gewebeschäden spielen.

Wann wird der Laborwert Haptoglobin gemessen (welche Indikation)?

Haptoglobin (Hp) wird vor allem beim Verdacht auf eine hämolytische Anämie – eine Blutarmut durch den Zerfall von roten Blutkörperchen (Hämolyse) – gemessen.

Wie wird der Laborwert Haptoglobin gemessen?

Haptoglobin wird im Blut gemessen.

Wie lauten die Referenzwerte für den Laborwert Haptoglobin?

Die Referenzwerte beim Erwachsenen für Haptoglobin (Hp) liegen zwischen 30-200 mg/dl (0,3-2,0 g/l). Sie sind alters- und geschlechtsabhängig.

Anzeige

Was bedeutet eine Erhöhung des Laborwerts Haptoglobin?

Erhöhte Haptoglobin-Werte können unter anderem folgende Ursachen haben:

  • Akute Entzündungen
  • Schwere Gewebeschäden (Nekrosen)
  • Gallenstau (Cholestase)
  • Nierenschäden
  • Tumoren

Was bedeutet eine Erniedrigung des Laborwerts Haptoglobin?

Mögliche Ursachen von erniedrigten Haptoglobin-Werten sind:

  • Hämolytische Anämie (Blutarmut durch den Zerfall von roten Blutkörperchen)
  • Perniziöse Anämie (Blutarmut durch Vitamin-B12-Mangel)
  • Infektionsbedingte Hämolyse (z.B. Malaria, Salmonellen-Infektion)
  • Verbrennungen
  • Vergiftungen
  • Harnvergiftung (Urämie)
  • Künstliche Herzklappen

Außerdem kann eine Störung der Haptoglobin-Produktion Ursache von erniedrigten Hp-Werten sein, zum Beispiel durch eine Lebererkrankung (Leberschwäche, Leberinsuffizienz).

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M. Sc. Biologie
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2014

Leser dieses Artikels interessierten sich auch für: