Retikulozyten

Blutkörperchen stark vergrößert
© Gerd Altmann / pixabay.de

Was bedeuten die Retikulozyten?

Retikulozyten sind junge, unreife, kernlose rote Blutkörperchen (Erythrozyten). Sie werden im Knochenmark gebildet und ins Blut ausgeschwemmt, wo sie sich zu reifen roten Blutkörperchen entwickeln. Die Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen nennt man Erythropoese.

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Wann werden die Retikulozyten gemessen (welche Indikation)?

Die Retikulozyten werden zur Kontrolle bei einer Blutarmut (Anämie) sowie bei einer Therapie mit Eisen (bei Eisenmangel-Anämie) gemessen. So lässt sich die Bildung und Entwicklung der roten Blutkörperchen, die Erythropoese, beurteilen.

Wie werden die Retikulozyten gemessen?

Die Retikulozyten werden im Blut gemessen und entweder unter dem Mikroskop oder automatisiert mittels Zytometrie ausgezählt.

Wie lauten die Referenzwerte für die Retikulozyten?

Die Referenzwerte beim Erwachsenen für die Retikulozyten sind 0,5-2,0 %. Der Prozentwert beschreibt die Zahl der Retikulozyten pro 100 Erythrozyten.

Was bedeutet eine Erhöhung der Retikulozyten?

Erhöhte Laborwerte der Retikulozyten sprechen für eine gesteigerte Bildung roter Blutkörperchen (Erythropoese). Mögliche Ursachen hierfür sind zum Beispiel:

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  • Blutungen
  • Hämolyse (Zerfall von roten Blutkörperchen)
  • Sauerstoff-Mangel
  • Therapie einer Blutarmut (z.B. mit Eisen oder Vitamin B12)

Was bedeutet eine Erniedrigung der Retikulozyten?

Erniedrigte Laborwerte der Retikulozyten kommen bei einer verminderten Bildung der roten Blutkörperchen (Erythropoese) vor. Mögliche Ursachen hierfür sind beispielsweise:

  • Aplastische Anämie (Blutarmut, bei der alle Blutzellen – Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten – vermindert sind)
  • Chemotherapie bei Krebs
  • Strahlentherapie bei Krebs
  • Erythropoetin-Mangel
  • Panmyelopathie (Störung des blutbildenden Knochenmarks)

Weitere Informationen

Autor: Dr. med. M. Waitz
medproduction GmbH, www.medproduction.de
Datum: Januar 2012
Letzte Aktualisierung: Januar 2015
Aktualisiert durch: Simon Korn, M.Sc. Biologie
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL): Labtestsonline. www.labtestonline.de (Abruf: 01/2015)
Furger, P.: Labor quick. Thieme, Stuttgart 2013
Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer, München 2009